#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 5. August

1951: Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Berlin eröffnet

Nach Prag und Budapest war Ost-Berlin an der Reihe. Dort wurden 1951 im Walter-Ulbricht-Stadion die dritten Weltfestspiele der Jugend und Studenten eröffnet. Der sozialistische "Weltbund der demokratischen Jugend" organisierte das Treffen, an dem junge Menschen aus 104 Ländern teilnahmen. Die Weltfestspiele boten 14 Tage lang Sport und Kultur, nicht nur für die 26.000 Delegierten, sondern auch für die mehr als zwei Millionen Jugendlichen, die laut Angaben der DDR aus beiden deutschen Staaten in die Stadt kamen.

Die hohen Besucherzahlen blieben allerdings nicht ohne Folgen: Als es in Ost-Berlin zu Versorgungsengpässen kam, lockte der Westteil der Stadt die Jugendlichen mit Bananen, Zigaretten und kostenlosen Kinobesuchen. Sogar Bürgermeister Ernst Reuter lud die Besucher ein, nach West-Berlin zu kommen. Daraufhin marschierte die FDJ mit 10.000 Mitgliedern nach West-Berlin, es kam zum Konflikt mit der Polizei. Die DDR-Regierung rügte den FDJ-Vorsitzenden Erich Honecker für diesen Zwischenfall, Bundeskanzler Konrad Adenauer bezeichnete die Veranstaltung gar als einen "kommunistischen Zwangsaufmarsch". Bis 1989 gab es noch 13 weitere Weltfestspiele, 1973 war Ost-Berlin noch einmal Austragungsort.

Einmarsch der sowjetischen Delegation 1951 im Walter-Ulbricht-Stadion.
Auch bei den Weltfestspielen zeigte sich der Stalinkult. Erich Honecker begrüßte die Teilnehmenden mit den Worten: "Es lebe der Führer und Bannerträger des Friedens in der Welt, der Lehrmeister der Jugend aller Länder, unser geliebter Josef Stalin." Bildrechte: dpa

1962: Nelson Mandela verhaftet

Während einer Autofahrt nahe Howick im östlichen Südafrika verhaftete die Polizei 1962 den Freiheitskämpfer Nelson Mandela. Die Behörden warfen ihm vor, den zuvor verbotenen Afrikanischen Nationalkongress (ANC) anzuführen. Seit Jahren setzte sich der 1918 geborene Mandela mit dieser Partei gegen die Apartheid in seinem Heimatland ein. Nach seiner Verhaftung wurde er 1964 wegen "Sabotage" und der "Planung des bewaffneten Kampfes" zu 27 Jahren Haft verurteilt. Diese verbrachte er auf der Gefängnisinsel Robben Island, wo er Zwangsarbeit im Steinbruch verrichten musste.

1990 kam Mandela frei. Drei Jahre später erhielt er den Friedensnobelpreis und 1994 wurde er zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt. 2016, drei Jahre nach Mandelas Tod, wurden die Umstände seiner Verhaftung bekannt: Weil die USA befürchteten, Mandela könnte mit Hilfe der Sowjetunion an die Macht gelangen, hatte der US-Geheimdienst CIA die südafrikanischen Behörden über Mandelas Aufenthaltsort informiert.

Nelson Mandela, 1961
Nelson Mandela 1961, ein Jahr vor seiner Verhaftung Bildrechte: dpa

1991: Eine Million Arbeitslose in Ostdeutschland

Die Abwicklung der ostdeutschen Betriebe war 1991 in vollem Gange, immer mehr frühere DDR-Bürger wurden arbeitslos. Am 5. August 1991 gab die Bundesanstalt für Arbeit bekannt, dass die Arbeitslosenzahl in Ostdeutschland im Juli sprunghaft um rund 226.000 angestiegen sei. Damit erreichte die Zahl erstmals eine Million. Nach der Wiedervereinigung mussten die volkseigenen Betriebe der DDR in die soziale Marktwirtschaft überführt werden. In der Folge kam es zu einem massiven Abbau von Stellen: Laut Bundesanstalt für Arbeit sank die Zahl der Beschäftigten in den östlichen Bundesländern von etwa 9,8 Millionen im Jahre 1989 auf nur noch 6,7 Millionen im Jahre 1997. Frühere DDR-Bürgerinnen und -Bürger sahen sich mit einem bisher unbekannten sozialen Problem konfrontiert: Weil in der DDR per Gesetz jeder erwerbstätig sein musste, hatte es dort offiziell keine Arbeitslosigkeit gegeben.