Steilküste der Côte d'Azur am Mittelmeer in Südfrankreich mit mediterranen Häusern und einer rot blühenden Agave
Der Frühling ist eine günstige Zeit für Reisen an die Côte d'Azur, weil es dann noch nicht zu heißt ist und zahlreiche Pflanzen blühen. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel

Frankreich Traumhafte Gärten an der Côte d'Azur

Duftende Rosen, majestätische Palmen, blühende Agaven: Frankreichs Mittelmeerküste ist ein Paradies für alle, die üppige und exotische Gärten mögen. Der MDR Garten hat die Côte d'Azur im Frühling bereist und traumhafte Eindrücke mitgebracht.

Steilküste der Côte d'Azur am Mittelmeer in Südfrankreich mit mediterranen Häusern und einer rot blühenden Agave
Der Frühling ist eine günstige Zeit für Reisen an die Côte d'Azur, weil es dann noch nicht zu heißt ist und zahlreiche Pflanzen blühen. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel

Die Côte d'Azur, Frankreichs azurblaue Mittelmeerküste, ist nicht ohne Grund ein beliebtes Reiseziel in Europa. Die Sonne und das milde Klima laden das ganze Jahr dazu ein, das Leben zu genießen. Einheimische und Zugezogene haben an der Küste traumhafte Gärten angelegt, in denen exotische Pflanzen aus vielen Ländern der Welt gedeihen. Einige dieser artenreichen Parks stellen wir Ihnen in unserer Reisereportage vor. Entdeckt haben wir sie an der Grenze zwischen Frankreich und Italien, in der Gegend von Nizza.

Gartentraum einer Millionärstochter

Auf der Halbinsel Saint-Jean-Cap-Ferrat hat sich die Pariser Millionärstochter Béatrice de Rothschild (1864-1934) einst ihren Gartentraum erfüllt. Das Grundstück mit der Villa Ephrussi de Rothschild ist vom Meer eingerahmt. Ihren Garten hat die Kunstsammlerin deshalb in der Form eines Schiffes anlegen lassen. Béatrice de Rothschild, Ehefrau des russischen Bankiers Maurice Ephrussi, trug auf dem Gelände zahlreiche exotische Pflanzen zusammen. In der Anlage vereinte sie außerdem verschiedene Gartenstile. So entstanden auf der Halbinsel ein spanischer Garten, ein Steingarten sowie ein japanischer Garten. Heute sind Villa und Garten öffentlich zugänglich.

Nicht weit entfernt liegt das mittelalterliche Städtchen Èze auf einem Felsen an der Küste. In den engen, steilen Gassen herrscht meist entspannte Ruhe. Ganz oben erwartet die Besucher ein Kakteengarten, der seinesgleichen sucht. In der prallen Sonne, 400 Meter über dem Meeresspiegel, gedeihen auf den kargen Überresten einer Burgruine zahllose Sukkulenten. Der exotische Garten zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten an der Côte d'Azur.

Bergfestung mit formalen Gärten

Ebenfalls hoch oben auf einem Felsen liegt das Schloss Gourdon. Es wurde im Hinterland der Mittelmeerküste errichtet, in der Provence. Die wehrhafte Festung stammt aus dem Mittelalter und zeichnet sich unter anderem durch ihre formalen Gärten aus. In Form geschnittene Zypressen und Buchsbäume beherrschen das Bild, bunte Blüten entdecken wir dort kaum.

Im angrenzenden Bergdorf Gourdon, das mit dem Schloss Gourdon ein romantisches Ensemble bildet, finden sich gemütliche Cafés, kleine Geschäfte von Kunsthandwerkern und Parfümerien. Chantal Roux ist die Chefin eines dieser Läden. Sie verkauft dort Seifen, Düfte und andere Pflegeprodukte. Die Zutaten dafür, zum Beispiel frischen Lavendel, erntet und verarbeitet sie selbst. Die Herstellung wohlriechender Kosmetika liegt in ihrer Familie: Chantal Roux entstammt einer der einflussreichsten und bekanntesten Parfum-Dynastien der Region, der Familie Galimard aus Grasse. Der provenzalische Ort gilt als Hauptstadt des französischen Parfums. Umgeben ist Grasse von Blumenfelden, auf denen im Mai die Provencerose Rosa centifolia blüht. Dank ihres Duftes wurde sie zum Symbol der Stadt.

Rosa blühende Provencerose Rosa centifolia
Die Blüten der Provencerose Rosa centifolia duften intensiv. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel

Unerwünschter Gast im botanischen Garten

Zurück an der Küste, nah an der italienischen Grenze, besuchen wir die Kleinstadt Menton. Viele Franzosen schätzen an dem Ort, dass dort weniger Trubel herrscht als in den berühmten Nachbarstädten Monaco, Nizza oder Saint Tropez. In Menton gibt es außerdem zwei sehenswerte Gärten: den "Jardin Botanique Val Rahmeh" und den Privatgarten Clos du Peyronnet.

In Val Rahmeh gibt es von der üppigen Pampelmuse bis zur kleinen Kumquat zahlreiche Zitruspflanzen zu entdecken. Besucher erfahren außerdem Wissenswertes über die Pflanzenwelt in verschiedenen Klimazonen, die beispielhaft nachgebildet wurden. Ein weiteres Forschungsvorhaben ist der Kampf gegen einen exotischen Schädling, den roten Palmenkäfer. Die Larve des eingeschleppten Insekts frisst sich durch den Wachstumskegel in der Krone der Palme und bringt sie dadurch zum Absterben. In Val Rameh wurde aus der Not eine Tugend gemacht: Experten erforschen, wie sich die Ausbreitung des asiatischen Palmenkäfers eindämmen lässt.

Südfrankreich Der botanische Garten Val Rahmeh in Menton

Ein britischer General legte einst an der Côte d'Azur den Grundstein für den botanischen Garten Val Rahmeh. Seit 1967 ist die Anlage als Zweigstelle des Nationalen Museums für Naturkunde öffentlich zugänglich.

Villa im mediterranen Stil im Garten Jardin Val Rahmeh in der Stadt Menton in Südfrankreich
Der Garten Val Rahmeh gehört seit 1966 zum Nationalen Museum für Naturkunde. Er ist daher nicht nur der Schönheit der Natur, sondern auch der Bildung und Forschung gewidmet. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Villa im mediterranen Stil im Garten Jardin Val Rahmeh in der Stadt Menton in Südfrankreich
Der Garten Val Rahmeh gehört seit 1966 zum Nationalen Museum für Naturkunde. Er ist daher nicht nur der Schönheit der Natur, sondern auch der Bildung und Forschung gewidmet. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Blick in den mit exotischen Pflanzen gestalteten Garten Jardin Val Rahmeh in der Stadt Menton in Südfrankreich
Der britische General Sir Percy Radcliffe legte den Garten einst an und benannte ihn nach seiner Frau Rahmeh. Radcliffe brachte auch die ersten exotischen Gewächsen mit. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Weiß blühende Blutblattpflanze im Botanischen Garten Val Rahmeh in Menton an der Côte d'Azur.
Das Blutblatt bildet im Frühsommer weiße Blüten. Seine ursprüngliche Heimat sind die Tropen, doch auch in Val Rahmeh fühlt sich diese Pflanze sichtbar wohl. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
An eine orangefarbene Zitrone erinnernde Frucht einer Pflanzenzüchtung, die aus Orange und Pampelmuse entstanden ist.
Diese Zitrusfrucht sieht aus wie eine orangefarbene Zitrone, ist aber eine Züchtung aus Orange und Pampelmuse. Der botanische Garten zeichnet sich durch seine Vielfalt an Zitruspflanzen aus - von der kleinen Kumquat bis zur prächtigen Pampelmuse. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Schwarz und dunkelorange gestreifter Palmenkäfer auf einer Hand.
Kein gern gesehener Gast: Der Palmenkäfer ist ein eingeschleppter Schädling. Im Garten Val Rahmeh wurde ihm der Kampf angesagt, denn der Käfer frisst sich durch Palmenherzen und lässt die Pflanzen sterben. Ein wirksames Mittel gegen den Schädling sind winzige Fadenwürmer, die Nematoden. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Sträucher mit Kumquat-Früchten und ein mit pink blühenden Kletterpflanzen bewachsenes Gemäuer im Botanischen Garten Val Rahmeh in Menton an der Côte d'Azur.
Kumquats, auch Zwergorangen genannt, werden direkt mit Schale gegessen. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Orange-lila Blüte einer Strelitzie im Garten Jardin Val Rahmeh in der Stadt Menton in Südfrankreich
Die Papageienblume zeigt ihre extravaganten Blüten. Sie schätzt einen sonnigen, warmen Standort - die südfranzösische Mittelmeerküste bietet ihr da genau das richtige Klima. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 27. Januar 2019 | 08:30 Uhr

Der 5.000 Quadratmeter große Garten Clos du Peyronnet wurde kürzlich zum Nationalerbe Frankreichs erklärt. An der Côte d'Azur ist er der letzte Garten in Privatbesitz, der noch zur Zeit der Pflanzensammler um 1900 herum entstand. Seit drei Generationen bewahrt und pflegt die britische Familie Waterfield die Anlage. Auf Anfrage kann das Kleinod von William Waterfield ebenfalls besichtigt werden

Côte d'Azur Rundgang durch den Park Clos du Peyronnet

Der Clos du Peyronnet bei Menton ist der letzte Privatgarten aus der Zeit der Pflanzensammler um 1900 an der Côte d'Azur. Die britische Familie Waterfield kümmert sich seit Jahrzehnten um den Park.

Mehrstöckige Villa in der Gartenanlage Clos du Peyronnet in der Stadt Menton in Südfrankreich
Der 5.000 Quadratmeter große Garten Clos du Peyronnet wurde zum Nationalerbe Frankreichs erklärt. Er ist noch immer in Privatbesitz: Seit drei Generationen pflegt die britische Familie Waterfield den Park. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Mehrstöckige Villa in der Gartenanlage Clos du Peyronnet in der Stadt Menton in Südfrankreich
Der 5.000 Quadratmeter große Garten Clos du Peyronnet wurde zum Nationalerbe Frankreichs erklärt. Er ist noch immer in Privatbesitz: Seit drei Generationen pflegt die britische Familie Waterfield den Park. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Der Eigentümer des Gartens Clos du Peyronnet in der Stadt Menton in Südfrankreich, William Waterfield.
Der aktuelle Eigentümer des Gartens, William Waterfield, wünscht sich, dass der Garten möglichst unverändert erhalten bleibt. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Der MDR Garten-Redakteur Jörg Heiß bei einem Interview mit dem Eigentümer der Gartenanlage Clos du Peyronnet in der Stadt Menton in Südfrankreich, William Waterfield
MDR Garten-Redakteur Jörg Heiß, unser "Heiß auf Gemüse"-Mann, interviewt den Gartenbesitzer an einer der vielen Gartenteiche. Allein in der Sichtachse hinunter zum Mittelmeer gibt es sechs Becken. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Agaven und andere exotische Pflanzen in der Gartenanlage Clos du Peyronnet in der Stadt Menton in Südfrankreich
Schon Waterfields Ahnen waren begeisterte Pflanzensammler und haben diesen kleinen Urwald ab 1915 mit Agaven, Drachenpalmen,‎ Kakteen und allen möglichen anderen Pflanzen aus zahlreichen Ländern aufgebaut. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Wasserachsen in der Gartenanlage Clos du Peyronnet in der Stadt Menton in Südfrankreich mit Blick auf das Mittelmeer
Der Blick reicht vom Garten aus bis zum azurblauen Mittelmeer. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Der Gärtner der Gartenanlage Clos du Peyronnet in der Stadt Menton in Südfrankreich, Cedric Zembon, zeigt ein lila blühendes Geranium-Bäumchen der Sorte 'Madeira'
Auch wenn im Clos du Peyronnet alles etwas wild und naturbelassen aussehen mag, hat der Garten klare Strukturen. Gärtner Cedric Zambon zeigt einen Schatz aus dem Park: das Geranium-Bäumchen 'Madeira'. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Dunkellila blühender Salbei in der Gartenanlage Clos du Peyronnet in der Stadt Menton in Südfrankreich
Kurz hinter dem Eingangstor stehen Salbei-Pflanzen aus verschiedenen Ländern. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Eine Pflanze der Art Acacia baileyana mit gefiederten Blättern in der Gartenanlage Clos du Peyronnet in der Stadt Menton in Südfrankreich
Gleich daneben wachsen mehrere Mimosen, die zu den Akaziengewächsen gehören. Die Acacia baileyana ist in Australien zu Hause und hat Blätter, die mehr wie Gefieder aussehen. Die jungen Triebe sind fast lila und färben sich dann über ein helles Blau ins Grüne. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Lila Hibiskusblüte
Der Hibiskus Alyogyne huegelii zeigt wunderschön große Blüten, die je nach Lichteinfall blau bis hellviolett leuchten. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
Ein Geschäft mit Töpferwaren in verschiedenen Farben in der Altstadt des französischen Bergdorfes Gourdon an der Côte d'Azur.
Die gesamte Anlage basiert auf einem typisch englischen Gartenstil: wild und natürlich, scheinbar zufällig gewachsen und doch geordnet. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 27. Januar 2019 | 08:30 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR Garten | 27. Januar 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Juni 2017, 08:30 Uhr