Eine Fledermaus (Braunes Langohr) fliegt durch Nachtkerzenpflanzen.
Ein Braunes Langohr fliegt über eine Nachtkerzenpflanze hinweg. Diese Staude zieht viele Nachtfalter an und ist deshalb optimal für einen fledermausfreundlichen Garten. Bildrechte: NABU / Dietmar Nill

Tiere im Garten Ein Garten für Fledermäuse

Noch gibt es rund 25 Fledermausarten in Deutschland, doch ihr Bestand ist vielerorts bedroht. Wie Gärtner zum Schutz der schnellen Nachtjäger beitragen können, lesen Sie hier.

Eine Fledermaus (Braunes Langohr) fliegt durch Nachtkerzenpflanzen.
Ein Braunes Langohr fliegt über eine Nachtkerzenpflanze hinweg. Diese Staude zieht viele Nachtfalter an und ist deshalb optimal für einen fledermausfreundlichen Garten. Bildrechte: NABU / Dietmar Nill

Fledermäuse haben es in unserer zunehmend artenarmen Kulturlandschaft nicht leicht. Zum einen fehlen ihnen Verstecke, weil es zu wenig alte Baumbestände mit natürlichen Höhlen gibt, in denen sie ihr Quartier aufschlagen können. Auch moderne Häuser mit abgedichteten Dachböden und Fassaden bieten ihnen keinen Unterschlupf.

Neben der Wohnungsnot leiden die nachtaktiven Tiere auch unter Nahrungsmangel. Als Insektenfresser wirkt sich deren Rückgang direkt auf den Bestand der Fledermäuse aus. Ein insektenfreundlicher, naturnaher Garten ist also ein sehr wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um das Große Mausohr und Co. zu schützen. Schließlich leisten die Tiere einen großen Beitrag für das Ökosystem, indem sie Insekten vertilgen, Blüten bestäuben und Samen verbreiten.

Mit diesen Maßnahmen unterstützen Gärtner Fledermäuse:

  • Verzicht auf Einsatz von Pestiziden und Herbiziden
  • artenreiche Gartengestaltung mit vorwiegend heimischen Pflanzen
  • blühende Wiese statt eines englischen Rasens
  • alte Bäume stehen lassen, ihre Spalten und Öffnungen bieten ein ideales Quartier
  • Totholzstapel aufstellen
  • Teich anlegen, denn Wasser zieht Insekten an
  • Hecke aus heimischen Gehölzen statt Kirschlorbeer, Buchsbaum oder Thuja
  • Fledermauskästen aufhängen
  • "Fledermausbeet" anlegen
  • Förderung von Spechten, denn deren Höhlen sind für einige Fledermausarten das bevorzugte "Heim"

Diese Pflanzen sind gut für Fledermäuse

Nachtblühende Pflanzen mit viel Nektar ziehen Insekten an, die dann den Fledermäusen als Nahrung dienen. Sie jagen vor allem Motten und andere Nachtfalter.

Sommerblumen Stauden Gewürze Gehölze
Leimkrautarten Taglilie Borretsch Gemeiner Schneeball
Goldlack Nachtviole Minze Rote Heckenkirsche
Lichtnelke Nachtkerze Salbei Schwarzer Holunder
Wegwarte Bergflockenblume Schnittlauch Hasel
  Ziertabak Wilder Majoran Schlehe
  Phlox Zitronenmelisse Weißdorn

Artenschutz im Garten Futterpflanzen für Nachtfalter und andere Schmetterlinge

Bienenschmaus und Schmetterlingsglück: Mit diesen Pflanzen machen Sie Insekten eine Freude. Manche Blumen locken sogar gezielt Nachtfalter an. Wir zeigen eine Auswahl.

Ein kleiner Falter mit hellen, dunkel gefleckten Flügeln sitzt bei Nacht an den Blüten einer Katzenminze
Viele Falter sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Der Brennnesselzünsler zum Beispiel geht erst auf Nahrungssuche, wenn die Sonne untergegangen ist. Dieser Falter hat sich auf den Blüten einer Katzenminze niedergelassen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Blüten in kräftigem Gelb an einem Zweig mit dunklen dünnen Blättern und vielen Knospen.
Die Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis) blüht erst im Jahr nach der Aussaat: Wer sie im Sommer aussät, kann sich in der darauffolgenden Saison an ihren gelben Blüten erfreuen. Bienen, Hummeln und Nachtfalter mögen die Zierpflanze. Sie kommt auf Bahndämmen und Brachen vor, ziert aber auch wild-romantische Sommerwiesen und Bauerngärten. Der Boden sollte durchlässig und nicht zu nährstoffreich sein. Übrigens: Die Knospen sind essbar. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Ein kleiner Falter mit hellen, dunkel gefleckten Flügeln sitzt bei Nacht an den Blüten einer Katzenminze
Viele Falter sind vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. Der Brennnesselzünsler zum Beispiel geht erst auf Nahrungssuche, wenn die Sonne untergegangen ist. Dieser Falter hat sich auf den Blüten einer Katzenminze niedergelassen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
verschiedene Sorten Phlox
Stauden-Phlox (Phlox paniculata) zieht tag- und nachtaktive Falter an. Die lang blühende, farbenfrohe Beetstaude mag einen sonnigen Standort auf nährstoffreichem, tiefgründigem Boden. Ihre Blütezeit beginnt im Juni. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Eine Hand hält Stängel mit weißen Blüten einer Zweizahn-Pflanze der Sorte Bidens Sternmarie
Die Zweizähne (Bidens) haben meist gelbe Blüten, die Sorte ′Sternmarie′ jedoch blüht weiß. Sie gedeiht auch als Kübelpflanze auf Balkon und Terrasse und gilt als Futterpflanze für verschiedene Insekten. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 12. Mai 2019 | 08:30 Uhr

Futterpflanzen für Raupen

Fledermäuse der Gattung Großes Mausohr im Sommerquartier.
Fledermäuse der Gattung Großes Mausohr im Sommerquartier. Bildrechte: NABU / Karl Kugelschafter

Idealerweise sollten aber nicht nur Nährpflanzen für die Falter kultiviert werden, sondern auch Futterpflanzen für die Schmetterlingsraupen, die am liebsten die Blätter fressen statt sich am Nektar zu laben - denn ohne Raupen keine Schmetterlinge. Allerdings sind einzelne Raupenarten oft auf bestimmte Pflanzen spezialisiert.

Wichtige Raupenfutterpflanzen sind:

  • Brennnessel
  • Große Gräser
  • Klee
  • Skabiosen
  • Dost
  • Disteln

Fledermauskästen aufhängen

Fledermauskasten
Fledermauskästen können die Tiere bei der Quartierssuche unterstützen. Am wichtigsten jedoch ist eine naturnahe Gartengestaltung. Bildrechte: NABU / Torsten Porstmann

Um die Quartierssuche der Fledermäuse zu unterstützen, können Sie Fledermauskästen anbringen. Sie schützen die Tiere vor Wettereinflüssen und Räubern. Es gibt flache Kästen für spaltenbewohnende Arten und größere Raumkästen, die als Ersatz für Baumhöhlen dienen. Alle Kästen sollten aus rauem, unbehandeltem Holz gefertigt sein und mit der Einflugöffnung nach unten aufgehangen werden. Empfohlen wird eine Höhe von mindestens fünf Metern - entweder an der Hausfassade oder an einem Baumstamm.

Da sich nicht jede Art in jedem Kasten wohlfühlt, sollten Sie sich am besten vorher kundig machen, welche Arten in ihrem Gebiet vorrangig vertreten sind.  Auskünfte darüber können die lokalen Naturschutzbehörden geben oder auch Naturschutzvereine vor Ort.

Bauanleitungen für Fledermauskästen finden sich im Internet. Außerdem können Kästen verschiedener Bauart auch fertig im Fachhandel bezogen werden.

Quellen: NABU, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 07. September 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2019, 09:10 Uhr