Sukkulenten Caudex-Pflanzen – Das sollten Sie wissen

Caudex-Pflanzen muten zum Teil sehr kunstvoll an. Bei eingen erinnert nur wenig an eine lebendige Pflanze. Ulrich Haage von Kakteen-Haage in Erfurt war im MDR Garten zu Gast und hat verraten, warum diese Pflanzen so besonders sind und was sie so reizvoll macht.

auf einem schwarzen Tisch stehen verschiedene Blumentöpfe mit Caudex-Pflanzen
Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Was ist der Caudex?

Bei dem Caudex handelt es sich um eine Hypokotyl-Verdickung. Das Hypokotyl ist der Bereich einer Pflanze zwischen Wurzel und Stamm. Ist dieser Teil verdickt, handelt es sich um einen Caudex. Dieser kann auf verschiedenste Art und Weise geformt sein. In ihm speichert die Pflanze Wasser. Der Begriff "Caudex-Pflanze" wird mal etwas enger, mal etwas weiter gefasst. Es handelt sich dabei um keine Familie, sondern allein um eine Gruppierung von Pflanzen anhand des Merkmals des Speicherorgans.

Ist jede Caudex-Pflanze sukkulent?

Ja, Caudex-Pflanzen sind immer sukkulent, weil sie Wasser speichern. Doch nicht jede Sukkulente ist eine Caudex-Pflanze. Das entscheidende Merkmal von Sukkulenten ist, dass sie gut Wasser speichern können. Doch das muss nicht immer über den Caudex geschehen, sondern kann beispielsweise auch über dicke Blätter erfolgen.

Für welche Gärtner eignen sich Caudex-Pflanzen?

Caudex-Pflanzen sind bequeme Pflanzen. Sie brauchen nicht viel Pflege. Daher eignen sie sich besonders gut für Menschen, die viel unterwegs sind, aber trotzdem gern eine Pflanze zu Hause hätten. Nicht mal im Winter braucht sich der Pflanzenfreud Gedanken um die Gewächse machen: Im Gegensatz zu Kakteen benötigen sie dann keine Kälte und können im Wohnzimmer überwintern. Entspannter geht es gärtnerisch also wirklich kaum.

Was gibt es bei der Pflege zu beachten?

Eigentlich gibt es bei Pflege von Caudex-Pflanzen nicht viel zu beachten. Solange sie kein Laub tragen, brauchen sie gar nicht gegossen zu werden. Auch mit den ersten Blättern sollte der Pflanzenfreud noch nicht in Hektik geraden. Bei Caudex-Pflanzen hat das Gießen Zeit. Erst wenn wirklich viel Laub vorhanden ist, sollte die Gießkanne zum Einsatz kommen. Da bei dornigen, immergrünen Caudex-Pflanzen keine Unterschiede zu erkennen sind, sollte hier nach Jahreszeit gegossen werden - im Sommer darf gegossen werden, im Winter eher weniger.

Pflanzen von A bis Z | Zimmergarten Caudex-Pflanzen - eine Auswahl

Caudex-Pflanzen sind leicht zu pflegen und stehen im Raum für sich. Verschiedene Arten dieser Gewächse stellen wir Ihnen hier vor.

ein krum wachsender Baum in einem Topf mit kleinen, hellgrünen Blättern
Der Japanische Pfeffer wird häufig mit dem Chinesischen Pfeffer verwechselt. Im Gegensatz zu diesem hat er scharfe Dornen. Er gehört zur Familie der Rautengewächse und mag es sehr hell. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
ein krum wachsender Baum in einem Topf mit kleinen, hellgrünen Blättern
Der Japanische Pfeffer wird häufig mit dem Chinesischen Pfeffer verwechselt. Im Gegensatz zu diesem hat er scharfe Dornen. Er gehört zur Familie der Rautengewächse und mag es sehr hell. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
eine flach, aber in alle Himmelsrichtung wachsende Pflanze mit dichen, langen Blättern
Die Pachypodium - hier Pachypodium rosulatum - stammt hauptsächlich aus Madagaskar. Sie gehören zu den Hundsgiftgewächsen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
eine Pflanze, die aussieht wie eine Kugel auf der Zweige wachsen
Die Pachypodium bispinosum sollte wie die anderen Familienmitglieder nur gegossen werden, wenn sie auch Laub trägt. Solange keine Blätter vorhanden sind, braucht sie kein Wasser. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
eine flache Pflanze, die aussieht wie ein Stein, mit einem einzelnen Trieb
Die Pachypodium bispinosum sollte wie die anderen Familienmitglieder nur gegossen werden, wenn sie auch Laub trägt. Solange keine Blätter vorhanden sind, braucht sie kein Wasser. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
eine grüne Caudex-Pflanze mit Dornen, die an einen Kaktus erinnert
Auch die Adenia globosa ist sehr trockenresistent. Sie stammt aus Ostafrika und kommt dort in sehr trockenen Gegenden vor. Auch sie mag es gern sonnig. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
auf einem Tisch stehen verschiedene Töpfe mit Caudex-Gewächsen
DDie Jatropha podagrica – hier an ihrer Blüte zu erkennen – wird wegen ihrer Form auch Flaschenpflanze genannt. Vor allem im Sommer betören sie durch ihre Schönheit. Allerdings sollte beim Rückschnitt mit Vorsicht agiert werde: Der Milchsaft ist wie die Samen sehr giftig. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
mehrer Caudex-Pflanzen in verschiedenen Varianten stehen auf einem Tisch
Die Raphionacme erinnert mit ihrer Form an ein UFO. Normalerweise wäre der Caudex hier, wie auch bei allen anderen Caudex-Pflanzen, unter der Erde verborgen. Aus optischen Grünen, und weil es die Pflanzen in ihrer Kultivierung nicht beeinträchtig, wurden sie jedoch ‚freigelegt‘. In der Natur ist von derartigen Geschöpfen also häufig nichts zu sehen – es sei denn, ein Spross zeigt sich. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 25. November 2018 | 08:30 Uhr

Insgesamt sollten Caudex-Pflanzen so hell wie möglich stehen. Wächst die Pflanze sichtbar, darf mit Zurückhaltung gedüngt werden. Das Mittel der Wahl ist hier Kakteendünger, weil dieser nicht so viel Stickstoff enthält.

Was ist das Besondere an diesen Pflanzen?

Das besondere an Caudex-Pflanzen ist, dass sie für sich alleine stehen. Sie sind wahre Monolithen. Steht ein Caudex-Gewächs allein in einem Raum, reicht das völlig aus. Sie wirkt für sich.

Sind Caudex-Pflanzen essbar?

Caudex-Pflanzen sind teilweise essbar, teilweise aber auch giftig bis extrem giftig. Es sollte ich also jeder sehr genau vorher informieren. Zu den essbaren Caudex-Pflanzen gehört der Moringabaum. Er wird aktuell häufig als sogenanntes "Superfood" beispielsweise in Müsli beigegeben. Auch wird aus Moringa-Samen Öl gewonnen.

Haben Caudex-Pflanzen eine medizinische Wirkung?

Caudex-Pflanzen haben in vielerlei Hinsicht eine medizinische Wirkung. Die Pflanzengattung Tylecodon enthält beispielsweise ein Serum, das gegen Schlangengift eingesetzt wird. Beim sogenannten Schildkrötencaudex vermuteten Wissenschaftler einst Kortison - und fanden den ersten natürlichen Wirkstoff für die Verhütung. Es entstand die Pille. Erst später bemerkte die Pharmazie, dass sich der Wirkstoff im Labor günstiger produzieren lässt. Weiterhin fallen Alraunen unter das Betäubungsmittelgesetzt, da sie eine berauschende bzw. bewusstseinserweiternde Wirkung aufweisen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 25. November 2018 | 08:30 Uhr