Sie mögen's feucht und warm Farne: Urzeitliche Waldbewohner für die Fensterbank

Blätter, die an Geweihe oder lange Zungen erinnern, Sprosse, die sich wie Hasenpfötchen anfühlen: Farne haben in ihrer langen Entstehungsgeschichte kuriose Formen entwickelt. Sie werden deshalb auch als Zimmerpflanzen geschätzt. Trockene Heizungsluft vertragen die Waldbewohner aber nicht. Sie mögen es feucht und warm.

Ein Farn mit glänzenden, hellgrünen, nach oben strebenden Blättern steht in einem grünen Topf auf einem schwarzen Tisch.
Als Zimmerpflanzen benötigen Farne eine gewisse Pflege. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Die Farne gehörten zu den ersten Pflanzen, die vor Millionen Jahren das Land eroberten. Ein Teil ihrer Merkmale ist daher noch ursprünglich. So zählen Farne zu den Sporenpflanzen, das heißt, sie verbreiten sich anders als die Samenpflanzen. Sie blühen nicht, sondern tragen Kapseln voller Sporen. Aus diesen winzigen Sporen entwickeln sich Vorkeime, die wiederum männliche und weibliche Keimzellen bilden. Wenn diese verschmelzen, entsteht eine neue Farnpflanze.

Ein Zimmerfarn mit behaarten, an die Beine einer Vogelspinne erinnernden Ausläufern in einem weißen Topf
Aus den pelzigen Erdsprossen des Hasenfußfarns, auch Spinnenfarn genannt, lassen sich Stecklinge gewinnen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Vermehren lassen sich Farne zu Hause jedoch am einfachsten über Stecklinge. So wachsen beim Hasenfußfarn aus den pelzigen Erdsprossen (Rhizomen) neue Blätter. Zur Vermehrung wird ein Rhizomsteckling abgeschnitten, der schon ein bis zwei junge Farnwedel hat und mindestens fünf Zentimeter lang ist. Das Rhizomstück wird mit gebogenem Draht oder einer Haarnadel auf frischer, feuchter Anzuchterde befestigt. Der Topf sollte abgedeckt werden, um für eine hohe Luftfeuchtigkeit zu sorgen. Sobald die Sprosse angewurzelt sind, kann die Abdeckung entfernt werden.

Ein Farn mit Blättern, die an ein Geweih oder Elchschaufeln erinnern, steht in einem Topf auf einem schwarzen Tisch
Der Geweihfarn bildet interessant geformte Blätter. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Als Waldbewohner schätzen die Zimmerpflanzen eine verhältnismäßig hohe Luftfeuchtigkeit. Sie können daher auch die Fensterbank im Badezimmer zieren. Die Farne, die für den Innenbereich verkauft werden, stammen aus tropischen und subtropischen Gegenden. Die Raumtemperatur sollte daher zwischen 20 und 25 Grad liegen. Trockenheit und Zugluft vertragen Farne nicht. Die Erde im Topf sollte regelmäßig feucht gehalten und gedüngt werden. Im Sommer werden Zimmerfarne alle zehn bis 14 Tage, im Winter einmal im Monat gedüngt. Dazu reicht schon ein Milliliter Flüssigdünger auf zwei Liter Gießwasser.

Farne können auch auf Hydrokultur umgestellt werden. Dazu eignet sich das Frühjahr am besten, weil die Pflanzen dann ihre Hauptwachstumszeit haben. Dabei sollte auf hygienisches Arbeiten und die richtige Nährlösung geachtet werden, sie darf zum Beispiel nicht zu viel Salz enthalten. Hat sich der Farn einmal auf die Hydrokultur eingestellt, gedeiht er oft besser als in Erde: Durch die spezielle Kultur erhält die Pflanze viel Luftfeuchtigkeit, was ihr gut tut.

Nahaufnahme eines Farnes mit glänzenden, hellgrünen, nach oben strebenden Blättern
Nestfarne schätzen ein warmes, feuchtes Raumklima. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 06. Oktober 2019 | 08:30 Uhr