FAQ Kakteen richtig pflegen

Wie kann ich meinen Kaktus umsetzen, ohne mich zu verletzen? Kann ich Kakteenerde selbst herstellen? Warum ist die Winterruhe so wichtig? Diese und weitere Fragen hat uns Kakteen-Experte Ulrich Haage aus Erfurt für unser Kakteen-FAQ beantwortet.

Kakteen im Gewächshaus
Kakteen sind Sukkulenten und als solche bei Hobby- und Profigärtnern beliebt. Bildrechte: MDR/Estha Taddigs

Was ist der Unterschied zwischen Sukkulenten und Kakteen?

Sukkulenten sind Pflanzen, die Speicherorgane haben, mit denen sie lange Zeit Wasser speichern können. Weil Kakteen ebenfalls über große Wasserspeicher verfügen, gehören sie auch zu den Sukkulenten. Somit sind Kakteen immer Sukkulenten, aber nicht alle Sukkulenten gehören zu den Kakteen.


Gibt es Pflegehinweise, die allgemein für Kakteen gelten?

Sie sollten hell stehen und erst gegossen werden, wenn der Boden wieder trocken ist. Außerdem müssen Kakteen kühl und trocken überwintert werden. Das gilt auch für alle anderen Sukkulenten.


Welche Fehler werden häufig gemacht?

Sukkulenten werden oft in Übertöpfe ohne Ablauf gestellt. Ist aber kein Loch im Topf vorhanden, kann das Wasser nicht abfließen und es kommt zu Staunässe. Durch diese faulen die Wurzeln und die Pflanzen sterben schließlich ab. Ebenfalls ist es ein ganz typischer Fehler, die Pflanzen zu viel zu gießen. Im Winter sollte beispielsweise gar nicht gegossen werden, denn dann gilt für Kakteen die Winterruhe. Häufig stehen Kakteen außerdem im Winter zu warm.


Winterruhe: Wie pflegt man Kakteen im Winter?

Sukkulenten halten Winterruhe. Diese können sie am besten halten, wenn sie kühler als sonst stehen, zum Beispiel im Schlafzimmer. Im Winter sollte das Gießen komplett eingestellt werden. Der Standort darf auch dunkler sein, wenn sie kalt stehen.


Wann muss ich meinen Kaktus umtopfen?

Wenn die Pflanze für den Topf zu groß geworden ist, sollte sie umgetopft werden.  Ein Anzeichen dafür ist, dass die Pflanze wackelt, da der Topf komplett durchwurzelt ist.

Auch wenn die Nährstoffe im Substrat verbraucht sind, ist es Zeit, den Kaktus in neue Erde zu setzen. Dass die Nährstoffe verbraucht sind, zeigt sich auch daran, dass die Erde weniger wird und etwas zusammen schrumpft. Allerdings muss in diesem Fall der Kaktus nicht zwingend in einen größeren Topf gepflanzt werden.


Wie fasse ich beim Umtopfen meinen Kaktus an?

Es gibt viele Möglichkeiten und verschiedene Geräte dafür. So können Kakteen unter anderem mit speziellen Handschuhen (Kakteen-Handschuhe) angefasst werden. Profis verwenden ein sogenanntes Kaktus-Lasso zum Anfassen und Umtopfen. Das sieht ein bisschen wie eine Bürste zur Reinigung von Heizungen aus und wird einfach um den Kaktus gewickelt. Mit den Enden des Lassos lässt sich der Kaktus dann anheben.

Alternativ kann auch eine große Zeitung dick zu einer Art Gürtel zusammengelegt werden. Dieser wird dann auf eine ähnliche Weise wie das Kaktus-Lasso genutzt. Für große Exemplare kann auch alte, zusammengerollte Auslegware (zum Beispiel Teppichbelag) verwendet werden.


Kann Kakteenerde selbst hergestellt werden?

Ja, aber bitte nicht aus Blumenerde und Sand. Das ist der am weitesten verbreitete Irrtum und funktioniert nicht. Steht Blumenerde im Winter trocken, zieht sie sich zusammen und verliert Feuchtigkeit. Deswegen wird alles, was im Topf ist (also auch der Wurzelballen der Pflanzen), kleiner und schrumpft. Im Frühjahr, wenn die Pflanze wieder gegossen wird, läuft das Wasser dann an der Wurzel vorbei, direkt wieder aus den Topf hinaus. Deswegen besteht Kakteenerde zu 50 bis 100 Prozent aus wasserspeichernden Mineralien wie Bims, gebrochenem Blähton oder anderen Mineralien. Kies kann dafür nicht verwendet werden, da er Wasser nicht speichert. Der zweite Bestandteil ist reifer Humus. Wenn Sie mindestens zur Hälfte wasserspeichernde Mineralien mit Humus mischen entsteht Kakteenerde.

Entscheiden Sie sich beim Mischen der Kakteenerde für ein Mischverhältnis. Denn, wenn für jeden Kaktus andere Erde verwendet wird, muss auch jeder Kaktus anders gepflegt und vor allem anders gegossen werden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 31. März 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. März 2019, 08:27 Uhr