Eine Fläche voller rotbrauner Pflanzen, die wie ein Haufen Steine aussehen. Dazwischen sind zahlreiche orange-weiße Blüten zu erkennen.
Lithops mit Blüte. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Überlebenskünstler Lithops – Acht Fragen und Antworten zu lebenden Steinen

Sie sehen aus wie Steine und doch steckt in ihnen ganz viel Leben: die Lithops. Im MDR Garten war Ulrich Haage von Kakteen Haage in Erfurt zu Gast und hat verraten, was lebende Steine so besonders macht. Das Wichtigste haben wir für Sie in acht Fragen und Antworten zusammengefasst.

Eine Fläche voller rotbrauner Pflanzen, die wie ein Haufen Steine aussehen. Dazwischen sind zahlreiche orange-weiße Blüten zu erkennen.
Lithops mit Blüte. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Was sind lebende Steine?

Obwohl es sich bei lebenden Steinen um sukkulente Pflanzen handelt, sind sie keine Kakteen. Sukkulente Pflanzen bestehen 'nur' aus einem Körper mit Speichermaterial und den Wurzeln. Durch ihren großen Wasserspeicher können sie gut an Extremstandorten wie sehr trockenen Gebieten überleben. Bei Ihnen sind die Schutzmechanismen in Exzellentqualität vorhanden, sagt der Experte.

Woher stammt ihr Name?

Zahlreiche, graue Pflanzen, die wie Steine aussehen.
Grauer Lithops. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Lebende Steine heißen wegen Ihres Aussehens so, denn oft sind sie auf den ersten Blick kaum von Kieselsteinen zu unterscheiden. Ihr Körper ist dabei an die Umgebungserde angepasst. Das zeigt auch ihre Färbung. Graue lebende Steine sind auf Kalkböden zu Hause, rot-braune in eisenhaltigem Substrat. Das hilft ihnen bei der Tarnung und schützt sie vor Fressfeinden. Ihr botanischer Gattungsname ist Lithops. Der griechische Begiff ist aus Lithos für Stein und Opsis für Aussehen zusammengesetzt.

Können lebende Steine auch blühen?

Ja, alle Lithops-Pflanzen können blühen. Ihre Blüte trägt sie von September bis November. Sie ist ein wahrer Morgenmuffel und blüht in ihrer Blühzeit jeden Tag erst ab Mittag, oft auch später. Deshalb gehört sie auch zu den Mittagblumen.

MDR Garten am 19.02.2017: Lebende Steine, Lithops - Wachstum, Blüte, Ruhezeit
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Was ist bei der Bewässerung zu beachten?

Lebende Steine mögen keine Staunässe. Damit das Wasser gut abfließen kann, ist ein durchlässiger Boden, wie beispielsweise mineralische Kakteenerde, und eine Drainageschicht zu empfehlen. Für die Drainage eignet sich unter anderem gebrochener Kies. Insgesamt sollten lebende Steine, wenn dann richtig gegossen werden. Anschließend sollte die Erde komplett abtrocknen. Eine solche Bewässerung entspricht ihren heimischen Bedingungen. Während der Ruhezeit brauchen Lithops nicht gegossen zu werden.

Welcher Standort ist bei Lithops der Richtige?

Außerhalb der Ruhezeit sollten lebende Steine an einem möglichst hellen Standort wie dem Fenster stehen. Sie mögen es warm. Wer die Möglichkeit hat, kann sie wegen der aufsteigenden Wärme auch gerne höher stellen. Wichtig ist dabei, dass die Luft zirkulieren kann. Stehende Wärme vertragen Lithops nicht.

Während der Ruhezeit können Lithops dann einfach mit Sand zugeschüttet und anschließend wieder abgefegt werden. So können sie sogar im Schrank gelagert werden.

Eine Frau und ein Mann stehen hinter einem silbernen Pflanztisch. Sie lächeln in die Kamera. Auf dem Tisch stehen viele, verschiedene Pflanzen.
MDR Garten-Moderatorin Diana Fritzsche-Grimmig und Lithops-Experte Ulrich Haage Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Brauchen lebende Steine Dünger?

Während der Wachstumsphase können lebende Steine zurückhalten mit stickstoffhaltigem Dünger genährt werden. Dafür eignet sich beispielsweise Kakteendünger. Eine zurückhaltende Düngung ist dahingehen wichtig, weil Lithops platzen können, wenn sie zu stark wachsen. Die Wachstumsphase ist von Mai bis August.

Sind Lithops winterhart?

Lebende Steine sind nicht winterhart und deshalb vor allem für den Zimmergarten geeignet.

Wie vermehren sich Lithops?

Zwischen zahlreichen Pflanzen, die wie Steine aussehen, erhebt sich ein Punkt, der aussieht wie Sternanis.
So sieht der Fruchtsand aus. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Lebende Steine vermehren sich sowohl über Teilung als auch über Samen. Wenn Lithops Fruchtstände ausbilden, werden diese richtig prall. Das dauert etwas. Aber dann genügt ein Wassertropfen, der auch die Fruchtstände trifft und sie zum Platzen bringt. Die Samen ‚schießen‘ dann aus den Fruchtständen und säen sich selber aus.

Bei der Teilung kommt aus dem Inneren einer Elternpflanze das Kind heraus. Dabei teilt sich die Elternpflanze in zwei Stücke und macht dem Nachwuchs Platz. Die Elternteile vertrocknen schließlich zu einer Papierhülle. Sie bilden aber so einen Schutz für ihr Kind.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 31. März 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Februar 2017, 08:25 Uhr