eine Orchidee mit vielen weißen Blüten
Bildrechte: Teresa Herlitzius

Zimmergarten Orchideenpflege - Die fünf größten Irrtümer

Orchideen sollten einmal pro Woche mit einem Glas Wasser gegossen werden, glauben viele. Doch das ist ein Irrtum. Marei Karge-Liphard vom Orchideengarten Karge in Dahlenburg war beim MDR Garten zu Gast und hat erklärt, was es mit diesem und weiteren Irrtümern auf sich hat.

eine Orchidee mit vielen weißen Blüten
Bildrechte: Teresa Herlitzius

Irrtum 1: Alle Orchideen sollten warm stehen.

Nicht alle Orchideen müssen warm stehen. Je nach Herkunft mögen sie es auch "nur" temperiert oder sogar kalt. Cymbidien kommen beispielsweise vom Himalaya und mögen es gerne so wie in ihrer Heimat, nämlich kalt. Aber auch die Orchideenarten Dendrobien nobile und kingianum mögen es eher kühl. Sie stehen bei sechs bis zwölf Grad gut. Als Standort eignen sich hier Flure oder Windfänge. Im sogenannten temperierten Bereich fühlen sich unter anderem die Miltonia und Paphiopedilum Pinocchio wohl. Sie können bei 16 bis 18 Grad beispielsweise ins Schlafzimmer gestellt werden. Im Wohnzimmer hingegen mag es die Phalaenopsis, die in Deutschland meistgekaufte, blühende Zimmerpflanze. Der warme Bereich sollte eine Temperatur von 20 bis 22 Grad haben.

Irrtum 2: Der Standort von Orchideen sollte nicht geändert werden.

Auch diese Annahme stimmt nicht. Orchideen sind nicht so empfindlich, wie häufig vermutet. Ein Standortwechsel begünstigt sogar die Blütenfähigkeit der schönen Exoten. Allerdings sollte auf die Lichtverhältnisse geachtet werden. Sie mögen es hell.

Irrtum 3: Orchideen brauchen ein Schnapsglas voll Wasser pro Woche.

Ein Schnapsglas voll Wasser pro Woche reicht Orchideen nicht aus. Sie sind so genügsam, dass sie das eine Zeit lang erdulden, dann wachsen sie rückwärts. Orchideen sollten einmal die Woche im Topf richtig nass gemacht werden. Am besten sie werden einfach großzügig gegossen. Allerdings sollte anschließend unbedingt das überschüssige Wasser abgegossen werden, damit Staunässe vermieden wird. Vom Tränken der Pflanze in einer Badewanne oder Spüle rät die Expertin ab: Krankheiten könnten so zwischen den Pflanzen leichter übertragen werden.

verschiedene Orchideen mit bunten Blüten
Bildrechte: Teresa Herlitzius

Irrtum 4: Orchideen müssen gedüngt werden, wenn sie blühen.

Orchideen müssen nicht gedüngt werden, wenn, sondern damit sie gut blühen. Es sollte spezieller Orchideendünger verwendet werden, da hier die Salzkonzentration nicht zu hoch ist. Düngezeit ist bei Orchideen von März bis Oktober. Im Winter kann dann auf die Düngung verzichtet werden.

Irrtum 5: Beim Rückschnitt sollte ein Drittel der Orchidee stehen gelassen werden.

Diese Aussage stimmt nur teilweise. Auf Phalaenopsis beispielsweise trifft sie zu. Allerdings sollten Orchideen mit langen, schmalen Blätter und Bulben ganz unten zurückgeschnitten werden. Außerdem gibt es so genannte Revolverblüher, die gar nicht nachgeschnitten werden müssen. Sie "laden" ihre Blüten von alleine nach. Zu den Revolverblühern gehört beispielsweise die Paphiopedilum Pinocchio.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 03. Februar 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. Februar 2019, 14:26 Uhr