Ein Baum mit Ansprüchen Einen Pfirsichbaum in den Garten pflanzen

Prunus persica

Pfirsiche sind köstlich, besonders wenn sie aus dem eigenen Garten stammen. Dabei sind die Bäume bei weitem nicht so frostempfindlich wie weithin angenommen wird. Ob ein Pfirsichbaum gedeiht, hängt in erster Linie vom jeweiligen Standort ab. Doch auch ein regelmäßiger Pflanzschnitt und die Bekämpfung der Kräuselkrankheit sind wichtige Faktoren.

Pfirsich - Red Haven
Sie sehen wahrlich zum Anbeißen aus: Pfirsiche der Sorte 'Red Haven'. Bildrechte: MDR / David Dienemann

In Deutschland angebaute Pfirsiche zählen zu den Exoten unter den Steinobstsorten. Die Meinung, Pfirsiche könnten nur im warmen Süden gedeihen, ist weit verbreitet, doch das stimmt nur bedingt.

Der richtige Standort für Pfirsichbäume

Lage, Lage, Lage... was für Immobilien wichtig ist, gilt für Pfirsichbäume erst recht. Denn um in unserem Klima zu gedeihen und Früchte zu tragen, brauchen die ursprünglich aus China stammenden Gehölze einen vollsonnigen und geschützten Standort. Günstig ist zum Beispiel, den Baum mit ausreichend Abstand vor eine nach Süden ausgerichtete Mauer zu pflanzen. Diese speichert tagsüber Wärme und gibt sie nachts wieder ab.

Wichtig ist auch, den Baum vor dem kalten Ostwind zu schützen, aber trotzdem für eine gute Belüftung zu sorgen. Pfirsichbäume sind anfällig für Pilze, die sich schnell auf feuchtem Laub bilden. Ein frisches, aber eben nicht kaltes Lüftchen sorgt für ein schnelles Abtrocknen der Blätter.

Pfirsiche in Höhenlagen pflanzen

Sollten also alle, die keinen Garten in einer klimabegünstigten Region wie etwa dem Elbtal haben, von vornherein auf das Pfirsichexperiment verzichten? Und schließen Höhenlagen einen Pfirsichanbau automatisch aus? "Die Höhenlage ist natürlich ein Risiko, aber kein Ausschlussfaktor", sagt Andrea Moritz von der Baumschule Freiberg in Sachsen. Das Unternehmen liegt selbst auf etwa 400 Meter Höhe und kultiviert erfolgreich etliche Pfirsichsorten. "Eine geschützte Lage, zum Beispiel in einem geschlossenen Hof, kann den Höhennachteil unter Umständen ausgleichen", sagt die erfahrene Gärtnerin. Wichtig sei auch die Sortenauswahl, so toleriere beispielsweise die Sorte 'Kernechter vom Vorgebirge' auch Randlagen des Pfirsichanbaus.

Trotzdem gilt: Für raue Lagen mit tendenziell kalten und nassen Wintern ist ein Pfirsich definitiv nichts. Zwar erfrieren die Bäume selten direkt - je älter ein Pfirsichbaum wird, umso mehr Kälte verträgt er - aber die Aussicht auf eine gute Ernte ist dann entsprechend gering.

Gefährdung durch Spätfröste

Pfirsichbäume treiben wunderschöne rosafarbene Blüten aus und dies schon sehr zeitig: Im März, spätestens im April stehen die Bäume in voller Blüte. Das macht sie sehr anfällig für Spätfröste. Wenn nach einem warmen März im April der Frost zurückkommt, rettet auch die beste Lage die Pfirsichernte nicht. Mit diesen Unsicherheiten müssen Pfirsichbauern hierzulande leben.

Blüte an einem Pfirsichbaum
Leider sind die Pfirsichblüten anfällig für Spätfröste. Bildrechte: imago images/Petra Schneider

Tipp Da die meisten Pfirsichsorten selbstbefruchtbar sind, braucht es nur einen Baum im Garten. Auch wenn es natürlich gern mehr sein dürfen.

Bodenansprüche von Pfirsichbäumen

Locker, humus- und nährstoffreich sollte der Boden für Pfirsiche sein und sich schnell erwärmen. Nasse und schwere Böden sind ungünstig. Mulchen und regelmäßiges Gießen in den heißen Monaten unterstützen die Fruchtbildung.

Kronenaufbau bei Pfirsichbäumen

Im Gegensatz zu den meisten Obstbäumen kann man bei Pfirsichbäumen den Mitteltrieb nach etwa drei Jahren entfernen. Die so gebildete Hohlkrone lässt viel Licht ins Bauminnere kommen und die Früchte gut reifen. Andrea Moritz hingegen hat gute Erfahrungen mit dem klassischen pyramidalen Kronenaufbau bei Pfirsichen gemacht: "Da gehen die Meinungen der Gärtner einfach auseinander. Wichtig ist in jedem Fall, dass alle Triebe viel Licht abbekommen." - Informieren Sie sich also genau über die jeweiligen Vor- und Nachteile, bevor Sie die Schere ansetzen.

Pfirsichbäume am besten zwei Mal im Jahr schneiden

Der jährliche Schnitt von Pfirsichbäumen ist keine Option sondern ein Muss. Die Früchte bilden sich nämlich nur am einjährigen Holz. Ungeschnitten verkahlen Pfirsichbäume schnell und der Ertrag lässt nach.

Pfirsichschnitt 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Pfirsichbäume müssen unbedingt geschnitten werden, wenn sie gut tragen sollen. Wir zeigen, woran Sie echte und falsche Fruchttriebe sowie Holztriebe unterscheiden können und wie sie geschnitten werden müssen.

MDR FERNSEHEN So 18.04.2021 08:30Uhr 02:57 min

https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/pfirsichbaum-schneiden-pfirsichschnitt-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Etwa drei Viertel der alten, ehemals tragenden Triebe können sie jedes Jahr gleich nach der Ernte entfernen. Die übrigen Triebe kürzen Sie dann auf drei Knospen ein - für neue Triebe im kommenden Jahr. Der Nach-Ernteschnitt hat den Vorteil, dass man gut erkennt, wo das Laub zu dicht ist und man Luft in die Krone bekommen sollte.

Mindestens ebenso wichtig ist der Frühjahrsschnitt. Nimmt man ihn während der Blüte vor, kann man leicht die verschiedenen Triebarten unterschieden: Echte Fruchttriebe, Buketttriebe, falsche Fruchttriebe und Holztriebe. Bei echten Fruchttrieben ist jede Knospe oder Blüte von ein bis zwei Blattknospen umgeben.  Die Früchte werden also wohlgenährt sein und kräftig gedeihen. Gleiches gilt auch für die kurzen, sogenannten Buketttriebe.

Hingegen besitzen falsche Fruchttriebe nur Blüten, jedoch keine oder kaum Blattknospen. Diese Früchte reifen nie aus, da sie nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Entfernen Sie diese Triebe am besten direkt an der Basis oder kürzen Sie sie auf kurze Stummel ein. - So könnten daraus irgendwann echte Fruchttriebe entstehen.      

Holztriebe sind vergreist und besitzen keine oder kaum Blütenknospen, tragen also auch keine Früchte. Holztriebe können Sie an der Basis entfernen, um einen neuen Austrieb anzuregen und so den Baum zu verjüngen.

Befall mit der Kräuselkankheit bekämpfen

Die wohl häufigste Erkrankung von Pfirsichbäumen ist durch einen Pilz verursachte Kräuselkrankheit. Die Blätter rollen sich besonders in nass-kalten Frühjahren ein, werden blasig und sterben schließlich ab. Zwar treiben die Blätter meist wieder aus, aber die Krankheit schwächt den Baum und mindert so den Ertrag. Schauen Sie im Frühjahr regelmäßig nach den Blättern und zupfen Sie sich kräuselnde Blätter sofort aus. Entsorgen Sie die Blätter im Hausmüll, keinesfalls auf dem Kompost.

Die beste Vorsichtsmaßnahme ist ein gut versorgter, gesunder Baum. Schon bei der Sortenauswahl sollte man auf eine gegen die Kräuselkrankheit robuste Sorte setzen. Generell sind weißfleischige Sorten weniger anfällig als gelbfleischige.

Unterscheidungsmerkmale von Pfirsichsorten

Generell unterscheidet man zwischen weiß- und gelbfleischigen Sorten sowie zwischen solchen, deren Stein sich leicht vom Fruchtfleisch löst (steinlösend) und solchen, bei denen er das nicht tut (nichtsteinlösend). Auch der Erntezeitpunkt unterscheidet sich je nach Sorte: Frühe Sorten werden schon im Juli reif, späte Sorten erst im September oder gar Oktober. Letztere eignen sich nur für sehr warme Gegenden mit einer langen Vegetationsphase, um die Früchte auch wirklich ausreifen zu lassen.

"Den perfekten Pfirsich gibt es nicht", sagt Andrea Moritz von der Baumschule Freiberg. Versuchen Sie am besten ihre Wünsche an den Baum mit den jeweiligen Standortbedingungen vor Ort abzugleichen.

Pfirsiche in einer Holzkiste.
Bei der Auswahl der richtigen Sorte kommt es nicht nur auf den Geschmack an. Bildrechte: Colourbox.de

Pfirsiche und Nektarinen Nektarinen (Prunus persica var. nucipersica) sind durch eine Mutation des Pfirsich entstanden. Wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist ihre glatte Schale.

Auf einen Blick
Heimat China
Pflanzenfamilie Rosengewächse (Rosaceae)
Wuchs zwischen zwei und sechs Meter
Blüte rosa
Früchte ja
Standort warm und sonnig, geschützte, gut belüftete Lagen
Boden locker, humusreich
Winterhart bedingt
Mehrjährig ja
Lebensdauer 25 bis 40 Jahre
Besonderheiten Die meisten Sorten sind selbstfruchtbar.

Quellen: Andrea Moritz (Baumschule Freiberg), MDR, dg

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 18. April 2021 | 08:30 Uhr