Trinkschale und Gartenteich So finden Insekten genug Wasser zum Trinken

Insekten sind für den Garten wichtig. Damit sie sich im Sommer wohl fühlen, brauchen sie Wasser. Ob Trinkschale oder Gartenteich: MDR Garten-Expertin Brigitte Goss erklärt, wie und wo Bienen und andere Insekten am besten Wasser zum Trinken finden.

Insektentränke in Zinkwanne
Eine Zinkwanne kann gut aus Insektentränke genutzt werden (im Bild). Es eignen sich aber auch mit Wasser gefüllte Tonuntersetzer dafür. Wichtig ist, dass für die Insekten beispielsweise mit Steinen oder Hölzern Start- und Landemöglichkeiten geschaffen werden. Bildrechte: Thea Lang

  • Honigbienen fliegen zwar kilometerweit, um Wasser zu holen. Eine Wasserstelle in der Nähe des Bienenstocks hilft ihnen trotzdem.
  • Ob Trinkschale, Mini- oder Gartenteich: Insekten brauchen ein flaches Ufer als Landeplatz, um trinken zu können.
  • Das Wasser in den Trinkschalen sollte regelmäßig gewechselt werden.

Honigbienen: Wasser für Nachwuchs und zur Kühlung des Bienenstocks

Für Honigbienen gibt es generell nur in sehr trockenen Jahren ein Wasserproblem, dennoch kann Wasser in unmittelbarer Nähe des Bienenstockes sich stressmildernd auswirken. Honigbienen fliegen bis zu fünf Kilometer und können sich so auch Wasserquellen erschließen. Dafür sind in dem jeweiligen Bienenvolk spezialisierte "Wasserholerinnen" zuständig. Sie versorgen Bienen, die den Stock nicht verlassen und auf zugeführtes Wasser angewiesen sind. Bienen, die im Stock bleiben, kümmern sich um die Brut, also den Bienennachwuchs. Die Ammen benötigen das (durchaus durch Schmutz mit Mineralien angereicherte) Wasser für die Aufzucht der Larven.

Honigbienen im Anflug auf ihren Bienenstock
Bienen kommen von ihrem "Ausflug" zurück. Bildrechte: imago images / Frank Sorge

Außerdem wird das Wasser zur Kühlung des Bienenstocks im Sommer genutzt. Der Bienenstock sollte immer eine Temperatur von 35°C haben. Bei höheren Außentemperaturen muss gekühlt werden. Dazu verteilen die Bienen Wasser im Bienenstock, fächeln und nutzen so die Verdunstungskälte, um den Stock zu klimatisieren. In Trockenjahren werden Honigbienen deshalb vom Imker mit einem in Wasser getränkten Schwamm im Stock versorgt. Doch es gibt auch andere Insekten, die Wasser benötigen.

Eine Spinne läuft über einen Schmetterling. 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zugang zum Wasser muss für Insekten flach sein

Generell ist für Bienen und andere Insekten ein flaches Ufer wichtig. In Regentonnen können sie nicht emporklettern und ertrinken. Den Zutritt zum Wasser erleichtern Sie den Insekten durch ein Bett mit Kieselsteinen, Moos oder Holzstücken. In einer offenen Wassertonne kann ein Brett gute Dienste leisten. Allerdings ist generell von offenen Wassertonnen oder Wasserbehältern abzuraten. Sie sind die Kinderstube der Stechmücken.

Spezielle Wassertränken sind für Insekten nicht zwingend notwendig. Es reicht, in Untersetzern oder anderen flachen Schalen etwas Wasser stehen zu lassen. Hilfreich ist es die Schalen mit Kieselsteinen, Murmeln oder mit Moos zu füllen. So trinken die Insekten leichter und können auch nicht ertrinken. Ideal ist es, wenn das Wasser nicht höher als ein bis zwei Zentimeter ist. Insekten nehmen auch Gartenteiche mit flachem Ufer und schwimmenden Pflanzen sowie Mini-Teiche auf dem Balkon an, die leichten Zugang zum Wasser bieten.

Wasser für Insekten häufig wechseln

Das Wasser sollte mindestens zweimal die Woche gewechselt werden, damit sich darin keine Stechmücken ansiedeln. Dabei lohnt es sich mal auszuprobieren, ob die Insekten auch leicht gesalzenes Wasser annehmen. Werden Bienen verschiedene Flüssigkeiten zur Verfügung gestellt, entscheiden sie sich tatsächlich für Salzwasser. Das haben wissenschaftliche Beobachtungen ergeben. Kalkwasser, Kamillentee oder Torfmullwasser sind für Bienen demnach weniger interessant. Bienen nehmen vermutlich mit dem Wasser auch Mineralien auf. Sie trinken "Schmutzwasser" oder an der Erde frisch gegossener Pflanzen. Bei Schmetterlingen kann das gut beobachtet werden. Honigbienen mögen vor allem leicht rinnendes Wasser.

Honigbienen sammeln an warmen Tagen besonders gerne am Morgen aus Tau- und Guttationswasser ihren Wasservorrat. Guttationswasser sind Wassertropfen, die von den Pflanzen selbstständig ausgeschieden werden, wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist und die Pflanze überschüssiges Wasser loswerden möchte. Das lässt sich gut bei Gräsern oder am Frauenmantel beobachten. Gerne nehmen die Bienen das Wasser dann auf.

Auch Wespen und Hornissen sind im Garten wichtig

Sicher: Wer will sich schon Wespen in den Garten locken? Doch Wespen und vor allem Hornissen sind wichtige Regulatoren im Ökosystem Garten. Nicht zu vergessen, dass gerade Feldwespen, die kein Interesse an unserem Essen haben, durchaus unterstützt werden sollten. Sie brauchen alle Wasser für ihre papierähnlichen Nester.

Wespe trinkt an einer Wasserstelle.
Auch Wespen (im Bild) sind wichtig für das Ökosystem Garten. Sie freuen sich ebenfalls über Wasserstellen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 13. August 2022 | 09:15 Uhr