Carl von Linné, 1707 bis 1778, schwedische Botaniker
Der schwedische Naturforscher Carl von Linné (1707-1778). Bildrechte: IMAGO

Schwedischer Naturforscher, Arzt und Botaniker Carl von Linné - Ordnung in der Natur

Carl von Linné ist bis heute über die Grenzen seines Heimatlandes Schweden dafür bekannt, Ordnung in die Natur gebracht zu haben - und zwar mit seiner Systema naturae und seiner binären Nomenklatur. Mit beidem schuf der schwedische Naturwissenschaftler im 18. Jahrhundert Grundlagen für die Biologie.

Carl von Linné, 1707 bis 1778, schwedische Botaniker
Der schwedische Naturforscher Carl von Linné (1707-1778). Bildrechte: IMAGO

Wer war Carl von Linné?

Carl von Linné war ein schwedischer Arzt und Naturwissenschaftler. Er widmete sich vor allem der Pflanzensystematik sowie Botanik und gilt als Begründer der Systema naturae, einer Systematik der Natur, sowie der binären Nomenklatur, nach der heute noch die Pflanzen, Tiere und Mineralien benannt werden.

Linné wurde 1707 in Rashult in der Provinz Smaland in Südschweden als ältester Sohn einer schwedischen Pfarrersfamilie geboren. Sein Interesse an Gärten, Pflanzen und der Natur entdeckte er bereits als Junge. Linné lernte früh vom Vater die Namen der Pflanzen im Garten. Obwohl ihm sein Gymnasiallehrer später bescheinigte, nicht für ein Studium geeignet zu sein, studierte Linné ab 1727 erst in Lund und später in Uppsala Medizin und Naturwissenschaften. Bei zahlreichen Auslandsaufenthalten erforschte er die Natur und bildete sich weiter. Er promovierte in den Niederlanden. Linné starb in Uppsala im Alter von 71 Jahren. Uppsala ist bis heute über die Grenzen Schwedens hinaus mit Linné verbunden.

Moosglöckchen mit weißen Blüten
In Schweden hat jede Landschaft ihre eigene Blume. Diese hier ist die Linnaea, auch Moosglöckchen genannt. Sie ist die Landschaftsblume Smalands und wurde nach Carl von Linné, der dort geboren wurde, benannt. Bildrechte: IMAGO

Was ist eine Systema naturae?

Die Systema naturae ist ein Ordnungssystem. Damit hat Linné versucht, die Natur zu katalogisieren. Dabei hat er Pflanzen, Tiere und Mineralien (Steine) in drei Bereiche eingeteilt. Bei der Erstveröffentlichung 1735 umfasste die Systematik 'nur' zwölf Buchseiten. Bis zur zwölften Auflage, die über 30 Jahre später erschien, wuchs sie auf etwa 15.000 katalogisierte Mineralien-, Pflanzen- und Tierarten an. Heute wird die Artenvielfalt auf bis zu 40 Millionen geschätzt.

Was ist die binäre Nomenklatur?

Rote Johannisbeeren
Ribes rubrum. Bildrechte: colourbox.com

Die binäre Nomenklatur ist ein lateinisches Namensgebungsverfahren, dass Linné entwickelte und heute noch verwendet wird. Mit der sogenannten binären Nomenklatur können Pflanzen, Tiere und Mineralien einheitlich bezeichnet werden.

In seiner Systema naturae unterteilte Linné beispielsweise die Pflanzen in 24 Klassen. Die Klassen wiederum gliederte er anhand der Anzahl der Griffel und Stempel in Ordnungen. Die Ordnungen unterteilte er in Gattungen, die Gattungen in Arten.

Für die binäre Nomenklatur sind die Gattungs- und Artenbezeichnungen wichtig. Die Pflanzen, Tiere und Mineralien werden nach den Arten und Gattungen benannt. Linnés binäre Nomenklatur orientiert sich dabei an den Vor- und Nachnamen der Menschen. So heißt die Rote Johannisbeere beispielsweise Ribes rubrum. Ribes ist dabei der Name der Gattung Johannisbeere. Rubrum bezeichnet die spezielle Art.

Grafik:  Einteilung der Natur nach Linné:  Klassen --> Ordnungen --> Gattungen --> Arten
Carl von Linné gliedert die Natur in Pflanzen, Tiere sowie Steine und anschließend in Klassen, Ordnungen, Gattungen und Arten. Bildrechte: Colourbox.de, MDR

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 13. Januar 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Januar 2019, 08:30 Uhr