JU-Jahrestreffen Laschet übernimmt volle Verantwortung für Wahlschlappe

Kanzlerkandidat Armin Laschet hat die Verantwortung für das Unions-Debakel bei der Bundestagswahl übernommen. Der CDU-Chef sagte beim Jahrestreffen der Jungen Union, die Wahlkampagne und Niederlage habe allein er zu verantworten. Er rief zum Neustart in der Union auf – auch bei der künftigen Kür eines Spitzenkandidaten.

Armin Laschet geht beim Deutschlandtag der Jungen Union vom Rednerpult weg.
Armin Laschet beim Deutschlandtag des Parteinachwuches von CDU und CSU in Münster. Bildrechte: dpa

Der Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet, hat die Verantwortung für die Niederlage bei der Bundestagswahl übernommen. Der CDU-Politiker sagte auf dem Jahrestreffen der Jungen Union in Münster, man habe ein bitteres Ergebnis erzielt. Wahlkampf und Kampagne habe er zu verantworten und sonst niemand.

CDU braucht wieder Denkmotor

Laschet widersprach aber der Einschätzung seines Parteikollegen Friedrich Merz, wonach die CDU ein "insolvenzgefährdeter schwerer Sanierungsfall" sei. Das teile er so nicht. Laschet bekräftigte seinen Vorschlag, dass sich die Parteizentrale nun neu aufstellen müsse. Das Konrad-Adenauer-Haus sollte wieder zum Denkmotor der CDU werden.

"Unionsrat" soll Kanzlerkanditur klären

Für die Zukunft schlug Laschet einen "Unionsrat" aus Vertretern von CDU und CSU vor, der einen gemeinsamen Unionskanzlerkandidaten benennen soll. Dabei müsse jedoch die größere CDU ein größeres Mitspracherecht behalten.

Spahn beklagt Zerrissenheit in der CDU

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Jens Spahn sieht seine Partei in einer tiefen Krise: "Es war ein beschissenes Wahlergebnis und die Lage ist es auch", sagte Spahn. Es gebe in der Partei "eine Zerrissenheit" und "ein Klima des Misstrauens".  Die CDU müsse mehr inhaltliche Debatten führen und die Mitglieder besser an der Parteiarbeit beteiligen.

Zugleich gab er sich optimistisch: "Wir rappeln uns wieder auf. Wir starten durch mit einem Projekt 2025." Er selbst wolle dabei eine Rolle spielen.

Junge Union offenbar nicht für Merz

JU-Chef Tilman Kuban deutete an, dass die Nachwuchsorganisation von CDU und CSU Friedrich Merz nicht als künftigen CDU-Chef ansieht. Kuban sagte den Sendern RTL/ntv: "Friedrich Merz ist ein kluger Kopf, der sicherlich auch als Berater und als Unterstützer mit dabei sein kann." Man brauche aber vor allem mehr junge, frische und unverbrauchte Köpfe in der Parteispitze, einen "gesunden Mix" aus Jung und Alt.

DPA, AFP, Reuters, (ans)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Oktober 2021 | 12:00 Uhr

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