Verbraucherschutz E-Auto Ladesäule: Mehr Transparenz bei Preisen gefordert

Es gibt immer mehr Ladesäulen für E-Autos in Deutschland. Die Säulen kommen von unterschiedlichen Anbietern und damit variieren auch die Preise teilweise stark. Die Verbraucherschutzzentrale kritisiert, dass die Preise für die Verbraucher umständlich einsehbar seien.

Eine Ladesäule des Energiekonzerns EnBW steht in der Innenstadt an einer Straße.
Laut Bundesnetzagentur gab es Anfang Mai deutschlandweit etwa 60.000 öffentliche Ladepunkte, Anfang 2021 waren es noch 42.000. Bildrechte: dpa

Das E-Auto-Laden sei ein bisschen wie Telefonieren, erzählt Peter Krutsch, Sprecher der Stadtwerke in Leipzig. Denn auch beim Stromtanken gibt es Roaming: "Wenn man verschiedene Anbieter hat, bezahlt man verschiedene Preise. Wenn man in Leipzig nach Leipzig telefoniert, bezahlt man einen anderen Preis, als wenn man vom Ausland nach Leipzig telefoniert", sagt Krutsch.

E-Auto wird geladen 5 min
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Wie unterschiedlich die Kosten mit Roaming sein können, zeigt das Beispiel eines Fahrers, das MDR AKTUELL vorliegt. An einer Säule der Leipziger Stadtwerke hat er sein Auto geladen und hat mit einer Karte des Bezahldienstes Plugsurfing bezahlt: Mehr als drei Stunden laden kosteten rund vier Euro. An einem anderen Tag tankte er für zwei Stunden wieder an der gleichen Säule, bezahlte aber mit einer Karte von BMW. Auf der Rechnung standen am Ende 16 Euro, obwohl die Ladezeit viel kürzer war als mit der Plugsurfing-Karte.

Zu den höheren Gebühren teilt BMW mit: "Bei BMW Charging werden die Kunden im Flex-Tarif darauf hingewiesen, dass die Preise je nach Ladepunktbetreiber variieren können."

Verbraucherzentrale: Markt ist intransparent

Auch die Stadtwerke Leipzig sehen die Verantwortung beim Kunden: "Wenn ich mich für einen bestimmten Tarif entscheide, dann bezahle ich den. Ich kann vorher mal schauen, was vielleicht noch günstiger ist. Bei uns auf der Webseite ist das relativ einfach erklärt: Was ist L-Strom Drive, was steckt dahinter und was kostet das. Und was bezahle ich, wenn ich woanders tanke", beschreibt Krutsch.

Verbraucherschützer weisen das zurück. Die Marktsituation sei intransparent, sagt Lorenz Bücklein von der Verbraucherzentrale Sachsen. Es könne nicht sein, dass man unterwegs zunächst eine Homepage eines Anbieters ansteuern müsse, um die Preistabelle einzusehen. "Wenn ich eine bestimmte App nutze oder an der Ladesäule ankomme, muss mir klar angezeigt werden, was zahle ich jetzt gerade in dem Moment, wenn ich mein Auto dort an diese Ladesäule anschließe", findet Bücklein.

Deshalb fordert die Verbraucherzentrale, dass künftig europaweit ein einfaches Laden mit klaren Tarifen möglich ist. Nach Informationen der Verbraucherschützer arbeitet die EU-Kommission bereits an einem Vorschlag für grenzüberschreitendes Laden ohne Roaming-Gebühren.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Juni 2022 | 06:00 Uhr

2 Kommentare

C.T. vor 8 Wochen

Selbstverständlich möchte man mit E-Mobilität Geld verdienen. Was haben Sie denn gedacht? Das wir die "grünen Technologien" zum Wohl der Erde zum Selbstkostenpreis bekommen? Je mehr E-Autos und Wärmepumpen genutzt werden, desto höher werden die Strompreise steigen! Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche!

OOOO vor 8 Wochen

Marktwirtschaft nennt man das, artet dann ab u. an in Abzocke aus. Die Nachfrage bestimmt den Preis mit. Je mehr E Autos um so höher der Preis.
Auch wenn’s keiner wahr haben will, 1€ pro KW ist möglich.

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