Elektromobilität Das Solar-Auto kommt 2023 auf den Markt

2023 soll der in München entwickelte "Sion" nach umfangreichen Tests in die Serienproduktion gehen. Das Start-Up "Sono Motors" hat damit einen PKW entwickelt, der sich selbst lädt. Statt Kraftstoff wird Sonnenenergie getankt. Der Hersteller plant, das Elektroauto nächstes Jahr für 28.500 Euro auf den Markt zu bringen. Es bietet Platz für die ganze Familie. Die Maße: 4,50 Meter lang, 2,10 breit, 1,70 hoch.

Solarauto
Im Solarauto "Sion" hat die ganze Familie Platz. Bildrechte: Sono Motors GmbH

Unsere Sonne ist eine unerschöpfliche Energiequelle. Seit der Entwicklung der Solarzelle im Jahr 1953 lässt sich ihre Energie nutzen: saubere Energie, die auch Elektrofahrzeuge antreiben kann.

"Sono Motors" setzt bei seinem Fahrzeug auf Alltagstauglichkeit, wie Geschäftsführer Jona Christians sagt: "Der Sion ist gemacht für die tägliche Fahrt. Er hat die Besonderheit mit der Solarintegration, dass er sich täglich auflädt. Das heißt, in den Sommermonaten habe ich bis zu 245 Kilometer in der Woche durch die Sonne. Diese Strecke entspricht ungefähr dem, was ein durchschnittlicher Pendler in Deutschland fährt."

Das heißt, in den Sommermonaten habe ich bis zu 245 Kilometer in der Woche durch die Sonne.

Jona Christians, Geschäftsführer der Sono Motors GmbH

Jona Christinas Sono Motors
Jona Christians leitet die Geschäfte der Sono Motors GmbH. Bildrechte: Jona Christians

Solarzellen statt Lack

Der Prototyp des ersten Sonomotors Auto
Der "Sion" steht für eine neue Ära von Solarfahrzeugen. Bildrechte: Sono Motors GmbH

In die Verbundstoff-Karosserie sind die Solarpanele nahtlos und fast unsichtbar integriert. Sie laden die Fahrzeugbatterie bei Bedarf wieder auf. Möglich machen das neuartige, flexible Photovoltaikmodule. Das Produktionsverfahren ist eine Eigenentwicklung der Münchner Firma. Die Formbarkeit der Module entsteht durch ein spezielles chemisches Verbindungsverfahren. Man setzt auf Polymer, wie Gründer und CEO Laurin Hahn erklärt: "Ein Spritzgussverfahren, wo wir die Solarzellen in ein Polymer einbetten und dadurch drei Eigenschaften erzielen: schnell produzierbar, sehr kostengünstig, und wiegt extrem wenig. Und zusätzlich kann sie noch in alle verschiedenen Formen integriert werden."

Insgesamt wurden 456 formbare Solarzellen nahtlos in die gesamte Karosserie eingearbeitet. Diese sorgen für eine hohe Sonnenenergie-Ausbeute, Solarpanel statt Lack also.

Man kann auch andere Geräte anschließen

Das Auto ist nicht nur selbstladend, der "Sion" kann auch Strom abgeben. An das Elektrofahrzeug können ganz normale Geräte angeschlossen werden. Jona Christians erläutert, wie das geht: "Ich habe einen Schuko-Stecker vorne bei der Ladestation und ich kann jegliches Gerät dort anschließen und benutzen. Wir wollen damit auch den Pufferspeicher für das Netz sicherstellen. Das heißt, wenn viele "Sions" angeschlossen sind, kann man sich das vorstellen wie ein virtuelles Kraftwerk. Sie können Strom aufnehmen, wenn viel Strom verfügbar ist und Strom wieder abgeben, wenn gerade Strom gebraucht wird."

Ich habe einen Schuko-Stecker vorne bei der Ladestation und ich kann jegliches Gerät dort anschließen und benutzen.

Jona Christians, Geschäftsführer der Sono Motors GmbH

Front vom Modell SION der Sono Motors GmbH, München
Der Anschluss zum Laden befindet sich Im Frontbereich des "Sion". Bildrechte: Sono Motors GmbH, München

Um die Herstellung nachhaltig zu gestalten, gibt es den "Sion" nur in schwarz und in einheitlicher Ausstattung. Managen lässt sich das Solarfahrzeug auch per Smartphone-App. Der Motor mit 120 Kilowatt Leistung sorgt für eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 140 km/h. Die Reichweite des Elektroautos soll bei 300 Kilometern liegen. Nach umfangreichen Tests in Finnland soll der "Sion" nächstes Jahr in die Serienproduktion gehen. Der geplante Preis liegt bei 28.500 Euro.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR UMSCHAU | 08. Juni 2022 | 20:15 Uhr

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