Polnische Veterinärbehörden trainieren bei einer Notfallübung für das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest.
Polnische Veterinärbehörden trainieren im November bei einer Notfallübung für das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest. Bildrechte: dpa

Polen Schweinepest fast an deutscher Grenze angelangt

Die Afrikanische Schweinepest nähert sich unaufhaltsam der deutschen Grenze. Während Mitte November noch in 80 Kilometer Entfernung mit der Pest infizierte Tiere gefunden wurden, sind nun im nur 50 Kilometer entfernten Zielona Góra Kadaver aufgetaucht. Als Gegenmaßnahme haben die Behörden die Wälder rund um die Fundstelle gesperrt. Zudem wurde ein Krisenstab einberufen, der die Ausbreitung der Seuche verhindern soll.

Polnische Veterinärbehörden trainieren bei einer Notfallübung für das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest.
Polnische Veterinärbehörden trainieren im November bei einer Notfallübung für das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest. Bildrechte: dpa

Das Betreten der Wälder um die 50 Kilometer von der deutschen Grenze entfernte Stadt Zielona Góra ist verboten. Der Grund dafür: In den letzten Tagen wurden vier mit Schweinepest infizierte tote Wildschweine gefunden. Der Bürgermeister der Stadt, Janusz Kubicki, bestätigte auf Facebook, dass die Stadt und der dazugehörige Landkreis zur Sperrzone der Schweinepest gehören.

Entfernung zu Deutschland schrumpft

Erst Mitte November waren im Kreis Wschowski, der sich circa 80 Kilometer von der Grenze entfernt befindet, 22 tote infizierte Wildschweine gefunden worden. Polnische Soldaten und Freiwillige durchkämmten die Wälder, um weitere Kadaver ausfindig zu machen. Zudem wurde ein 40 Kilometer langer Zaun um den kontaminierten Bereich gezogen, der die weitere Ausbreitung der Seuche verhindern soll. Doch diese Maßnahmen haben scheinbar nichts gebracht. Als Reaktion haben die polnischen Behörden nun einen Krisenstab eingerichtet.

Zahl der infizierten Schweine steigt

Bis vor wenigen Jahren grassierte die Afrikanische Schweinegrippe nur in Ostpolen, wo sie im Jahr 2014 erstmals aufgetreten war. Ende 2017 wurden jedoch auch verendete Tiere in der Umgebung von Warschau gemeldet, über 200 Kilometer weiter westlich. Seitdem wandert die Seuche immer weiter gen Westen. Doch nicht nur das Gebiet, in dem die Fälle auftauchen, wird größer, sondern auch die Anzahl der Fälle. Während laut polnischem Veterinäramt 2014 nur 30 Fälle bei Wildschweinen registriert wurden, waren es 2018 bereits 2443. Bei den Hausschweinen wurden 2014 zwei Ausbrüche in Herden gezählt, 2018 waren es 109. Auch in diesem Jahr bewegen sich die Zahlen auf hohem Niveau. Bis zum 1. Oktober wurden 1748 infizierte Wildschweine und 46 Ausbrüche bei Hausschweinen gemeldet.

Notfallübung in Sachsen

In Sachsen bereitet sich man derzeit auf die Schweinegrippe vor. In einer vier Tage dauernden Großübung trainieren Einsatzkräfte für den Notfall. Als Vorbild dient das tschechische Modell. Dort konnte man bereits erfolgreich gegen die Schweinegrippe vorgehen. Dabei wurden die Fundstelle zunächst eingezäunt und in ein Kerngebiet und weniger stark gefährdete Bereiche unterteilt. Dann wurden in allen Bereichen tote Tiere entfernt und noch lebende erlegt. In Sachsen sollen Drohnen zudem dabei helfen, die Tiere aufzuspüren.

(TVN24/facebook/TVP/adg/man)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. November 2019 | 11:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Dezember 2019, 12:01 Uhr