Halle-Neustadt Mieter beklagen extreme Mängel in Belvona-Wohnungen

Schimmel, Schaben, Schäden und Kälte: Die Liste der Vorwürfe der Südpark-Mieter gegen die Wohnungsbaugesellschaft Belvona ist lang. Die Bewohner fordern sofortige Lösungen. Nun soll ein Klärungsgespräch Besserung bringen, doch Belvona erschien nicht selbst. Die Mieter sind skeptisch.

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Halle-Neustadt von oben (Archivbild). Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Die Wut vieler Mieterinnen und Mieter im Südpark in Halle ist groß. Sie berichten von schlimmen Zuständen in Wohnungen der Wohnungsbaugesellschaft Belvona. "Schimmel, Schaben, Dreck, keine Heizung, kein Warmwasser, undichte Fenster, kaputte Rohre, Wasserschäden, undichte Dächer und Verwahrlosung überall führen im Südpark zu kranken Kindern und unwürdigen Verhältnissen", heißt es in einer E-Mail, die Bewohner des Südparks verschickt haben.

Die Probleme im Südpark sind nicht neu. In den letzten Monaten gab es immer wieder Berichte über die Not der Mieterinnen und Mieter im Südpark. Einzelne Mieter berichten, dass sie oder ihre Kinder durch Schwarzschimmel in den Wohnungen Lungenkrank geworden seien. Andere berichteten von abgestelltem Wasser oder stinkendem aufsteigenden Abwasser.

Abstellung der Heizung drohte

Auch vor dem Winter haben hier viele Sorge. Vor Kurzem erst drohten die Stadtwerke, die Heizung wegen ausstehender Zahlungen des Vermieters Belvona abzustellen.

Bewohner der Wohnungen forderten in einem Schreiben sofortige Lösungen und eine Kernsanierung der betroffenen Wohnungen. Doch laut ihren Angaben war Belvona nicht erreichbar. Sie schalteten den Mieterrat ein. Der versuchte, Lösungen zu erwirken.

Klärungsgespräch soll Lösungen bringen

Dem Mieterrat gelang es, einen Termin für ein Klärungsgespräch mit Mietern, Belvona und Halles Bürgermeister zu vereinbaren. Nachdem Belvona den Termin mehrmals verschoben hatte, schickte Belvona zum Klärungsgespräch am Mittwochmorgen eine Firma aus Northeim, die seit August die Verwaltung und Sanierung der Wohnungen übernommen hat. Sie versprach, sich um die Wohnungsprobleme der Mieter zu kümmern.

"Wir werden alles daran setzen, dass das in Ordnung kommt. Wir haben hier ja ein paar Schäden, die bekannt sind und wo wir auch schon vor Ort waren. Wird behoben. Wir sind dran", sagte David Bäumler, Regionaldirektor der Firma.

Die Mieter zeigen sich trotz des Gespräches skeptisch. Versprechungen hätte es in den vergangenen Jahren schon viele gegeben. Sie wollen, dass sich die Verhältnisse in den Wohnungen endlich verbessern.

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MDR (Leonard Schubert, Frank Nowak)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | MDR SACHSEN-ANHALT | 30. November 2022 | 09:30 Uhr

3 Kommentare

ich sage mal so vor 9 Wochen


Als Montagearbeiter bewunderten wir die Ypsilon Bauten. Die Wohnungen waren begehrt, wurden von Bonzen mit Vitamin B, heute Seilschaften genannt, vergeben und "normalen" Arbeitern vorenthalten.
Im mehrheitlich privat vermieteten demokratischen Ländern sind solche Problemchen eher selten.

Tiger im Schlamm vor 9 Wochen

Und das wird auch nicht besser werden, denn der Vermieter muss jetzt einen Teil der CO2 Abgabe der Mieter tragen und somit fehlt das Geld für Investitionen.

Haller vor 9 Wochen

Politische Absicht ist dringend anzunehmen.

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