Inobhutnahmen Jugendämter mussten 2021 seltener eingreifen

Sachsen-Anhalts Jugendämter haben im vergangenen Jahr rund 1.360 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Das sind knapp 40 weniger als 2020. Solche Maßnahmen werden eingeleitet, wenn eine dringende Gefahr besteht.

Mutter und Tochter sitzen einträchtig in einem Hängestuhl nebeneinander. 13 min
Mehr zu Sorgerechtsstreitigkeiten und die Rolle der Kinder können Sie im Video sehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In Sachsen-Anhalt haben die Jugendämter 2021 rund 1.360 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Das waren rund 40 weniger als 2020. Das Statistische Landesamt hat diese Zahlen am Freitag veröffentlicht. Eine Inobhutnahme kommt dann infrage, wenn eine dringende Gefahr für das Kind oder den Jugendlichen besteht. Dann sorgt das Jugendamt für eine vorläufige Unterbringung etwa in einer Einrichtung oder bei einer geeigneten Person.

Gründe: Überforderung und Vernachlässigung

Häufigster Grund für eine Inobhutnahme waren demnach die Überforderung der Eltern oder die Vernachlässigung der Kinder. Aufgrund des Verdachts auf Kindeswohlgefährdung wurden 323 Maßnahmen eingeleitet. Am Ende der vorläufigen Inobhutnahme konnten 482 Kinder zu ihren Sorgeberechtigten zurückkehren. In 556 Fällen wurde eine stationäre Hilfe außerhalb des Elternhauses eingeleitet.

In Sachsen-Anhalt fehlen nach Angaben des Landesverwaltungsamtes seit Jahren Pflegefamilien. Zwischen 2015 und 2020 gab es in Sachsen-Anhalt zwischen 2.400 und 2.700 Pflegekinder. Im Vergleich dazu zählte das Land zwischen 1.600 und 1.900 Pflegefamilien.

MDR (Mario Köhne), dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 24. Juni 2022 | 15:00 Uhr

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