Nach Parteitag in Erfurt Sachsen-Anhalts Linke sehen Etappenziel erreicht

Auf ihrem Bundesparteitag in Erfurt hat die Linkspartei den russischen Angriffskrieg in der Ukraine verurteilt. Die Delegierten nahmen dazu einen Leitantrag an. Sachsen-Anhalts Linke spricht von einem Etappenziel. Zudem freute sich die Landesvorsitzende Janine Böttger über die Wahl des Landtagsabgeordneten Wulf Gallert in den Parteivorstand.

Janina Böttger
Die Landeschefin der Linken in Sachsen-Anhalt, Janina Böttger, zeigte sich erfreut über die Beschlüsse auf dem Bundesparteitag in Erfurt. Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalts Linke sehen in den Ergebnissen des Bundesparteitags in Erfurt ein Etappenziel. Die Landesvorsitzende Janina Böttger sagte MDR SACHSEN-ANHALT, sie sei froh, dass in zentralen Themen Einigkeit herrsche. Ein wichtiges Thema sei es, für Entlastungen für die Bürger einzutreten.

Böttger sagte, es stünden massive Einschnitte für breite Schichten der Bevölkerung bevor. Sie kündigte Aktionen ihrer Partei gegen so wörtlich Preistreibereien und Abzocke an. Einig sei sich ihre Partei auch darin, den russischen Angriffskrieg in der Ukraine zu verurteilen. Andererseits dürften die Wirtschaftssanktionen nicht das eigene Volk treffen. Auch müsse alles dafür getan werden, Russland an den Verhandlungstisch zurückzuholen und einen baldigen Waffenstillstand zu erreichen.

Wissler und Schirdewan führen die Linke an, Gallert im Parteivorstand

Auf dem Bundesparteitag in Erfurt hat die Linke am Samstag eine neue Parteispitze gewählt. Künftig wird die Partei von Martin Schirdewan und Janine Wissler geführt. Der 46-jährige Europapolitiker erhielt 61,3 Prozent der Stimmen, die 41-jährige Hessin bei ihrer Wiederwahl 57 Prozent.

Linken-Politiker Wulf Gallert aus Sachsen-Anhalt hatte sich um einen Stellvertreterposten beworben. Er wurde nicht zum Stellvertreter, aber in den erweiterten Kreis des Parteivorstands gewählt. Der Vizepräsident des Landtages Sachsen-Anhalt hatte im Vorfeld des Parteitages seiner Partei einen falschen Umgang mit Russland vorgeworfen. Gallert sagte MDR AKTUELL, viele Mandatsträger und Mitglieder hätten einen sehr milden Blick auf Moskau. Das irritiere viele Menschen. Russlands Präsident Putin sei ein reaktionärer Autokrat, der sich zum Diktator wandele.

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MDR (Susanne Ahrens)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 26. Juni 2022 | 15:00 Uhr

8 Kommentare

hansfriederleistner vor 7 Wochen

Erst hat die AfD angefangen sich selbst infrage zu stellen. Jetzt folgt die Linke. Beide Parteien sind überflüssig. Sie sind nur noch fürs Gehalt ihrer Funktionäre zuständig.

Samowar66 vor 7 Wochen

Alles richtig! Es tut gut, solch Worte der Vernunft zu hören! Leider viel zu selten.
Da kann sich ein Herr W. Gallert an Ihnen ein Beispiel nehmen!
Es gibt sicher noch andere Möglichkeiten außer der "Linken".

pwsksk vor 7 Wochen

Sie haben Recht. Bei Gysi habe ich aber auch vernommen, das er die Fahne bzgl. Russland in den "Westwind" gedreht hat.
Wer die letzten gut 10 Jahre die Geopolitik der Nato verfolgt hat weiß, daß gegen Russland ein Krieg provoziert wurde.
Und die Linke wird in meinen Augen eher untergehen, als eine AfD.

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