Schüler und Lehrerin mit offenen Büchern
Die Versorgung mit Lehrkräften soll nach Ansicht der Linken-Fraktion im Landtag mit einem Personalschlüssel für jede Schule geregelt werden. Bildrechte: picture alliance/dpa | Marijan Murat

Lehrerzahlen und Ausbildung Landtag lehnt neues Schulgesetz der Linken ab

25. April 2024, 16:40 Uhr

Die Linksfraktion in Sachsen-Anhalts Landtag hatte in der vergangenen Woche Pläne für ein neues Schulgesetz vorgestellt. Darin enthalten war ein festgelegter Personalschlüssel, der zeigen sollte, dass weit mehr Pädagoginnen und Pädagogen fehlen als vom Bildungsministerium angegeben. Außerdem sollte die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern im Land verändert werden. Der Entwurf ist vom Parlament abgelehnt worden.

Der von Sachsen-Anhalts Linken-Landtagsfraktion eingebrachte Entwurf für ein neues Schulgesetz ist im Parlament abgelehnt worden. Die Mitgleider der schwarz-rot-gelben Koalition und der AfD machten nicht einmal den Weg in den Bildungsausschuss frei. Mehrere Abgeordnete sagten, es handele sich um bekannte Ideen, die schon mehrfach diskutiert worden seien.

Der Entwurf sollte anderem einen Personalschlüssel für die Schulen vorschreiben. Thomas Lippmann, bildungspolitischer Sprecher der Fraktion, erklärte, dass in Kitas festgelegt sei, wie viele Erzieher tätig sein müssen. Diese Regelung sollte dem Entwurf zufolge auch für Lehrkräfte an den Schulen gelten.

Nur noch drei Ausbildungsrichtungen für Lehrkräfte

Bislang entscheide das Bildungsministerium, wie die Versorgung mit Lehrerinnen und Lehrer aussehe. An den Sekundarschulen habe es so immer wieder Veränderungen gegeben, weil Pädagoginnen und Pädagogen fehlten. Die Linke ging davon aus, dass der vorgeschlagene Personalschlüssel zeigen werde, dass im Land deutlich mehr Lehrkräfte fehlten als die 800 bis 1.000, die das Ministerium bislang angibt.

Der Gesetzentwurf sah zudem eine Reform der Lehrkräfteausbildung vor. Demnach sollten statt fünf künftig nur noch drei Ausbildungsrichtungen angeboten werden: für jüngere Schüler im Primarbereich, für ältere im Sekundarbereich und für Berufsschulen.

Ministerium: keine echten Lösungsvorschläge

Das Bildungsministerium in Magdeburg erklärte bereits in der vergangenen Woche, die vorgestellte Schulgesetznovelle spiegele inhaltlich "die üblichen und altbekannten Forderungen und Sichtweisen der Oppositionsfraktion wider, die an anderen Tagen in Form Kleiner Anfragen und/oder Pressemitteilungen ihren Weg an die Öffentlichkeit finden". Echte Lösungsvorschläge gebe es nicht. "Alle für Bildung zuständigen Landesbehörden sind sich der derzeitigen Herausforderungen bewusst und arbeiten nach Kräften und gewissenhaft im Sinne der Schülerinnen und Schüler Sachsen-Anhalts", so das Ministerium weiter.

Wanrstreiks in Belrin
Bildrechte: imago images / snapshot

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dpa, MDR (Felix Fahnert, Jochen Müller), zuerst veröffentlicht am 15.4.2024

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 25. April 2024 | 13:30 Uhr

6 Kommentare

hilflos vor 9 Wochen

Das Niveau Bremens ist doch schon nicht schlecht. Die Linke und Grüne werden das schon machen. Da bin ich zuversichtlich. Aber auch die CDU hat bislang mit Unfähigkeit geglänzt

Altlehrer vor 9 Wochen

Es gab viele Jahre lang nur eine einheitliche Lehrerausbildung für den Sek1 und Sek2- Bereich als Diplomlehrer oder Magister. D.h. jeder Fachlehrer konnte bis zum Abitur unterrichten. Und damals waren die fachl. Anforderungen noch wesentlich höher als heute. Erst der Bologna-Prozess brachte die Differenzierung.

C.T. vor 9 Wochen

Mitnichten sind Musik, Kunst und Bodenturnen überholt. Bieten diese Fächer doch eine willkommene Möglichkeit für Kinder sich in Kreativität und Bewegung zu üben. Ganz im Gegenteil zum monotonen Medienkonsum zu Hause in vielen Haushalten Deutschlands...

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