Forschungsprojekt Magdeburg testet automatisierten Shuttle-Bus "Elbi"

Die Mobilität der Zukunft: In Magdeburg ist sie heute schon Realität. Die Otto-von-Guericke-Universität testet neue Möglichkeiten des öffentlichen Nahverkehrs – in Form eines elektrischen, automatisierten Shuttle-Busses. Unbemannt darf der Bus, Stand jetzt, trotzdem nicht fahren.

Der französische Kleinbus EZ10, ein autonom fahrender Shuttle-Bus, fährt durch die Altstadt von Magdeburg
Mit 15 Kilometern pro Stunde geht es für "Elbi" und seine Fahrgäste durch die Stadt. Bildrechte: dpa

In Magdeburg wird seit Freitag automatisierter öffentlicher Nahverkehr (ÖPNV) getestet. "Elbi" ist ein elektrischer Shuttle-Bus, der selbstständig mit einer Geschwindigkeit von bis zu 15 Kilometern pro Stunde fahren kann. Bis Ende 2021 soll der Kleinbus auf einer vorprogrammierten Strecke zwischen der Seumestraße in der Altstadt und dem Stadtpark pendeln.

Voll automatisiert und computergesteuert

Im Vorfeld sei eine Machbarkeitsanalyse für die Strecke gemacht worden, so Prof. Hartmut Zadek vom Institut für Logistik der Uni Magdeburg. "Man hat geschaut, was muss gemacht und angepasst werden. Wir mussten Lokalisierungspanele aufhängen sowie die Ampelsteuerung und Geschwindigkeit anpassen", so Zadek.

Der Bus fährt komplett computergesteuert, Hindernisse werden von Sensoren erkannt. Mithilfe von Lasertechnik erkenne der Bus die Umgebung, sagt Zadek. Obwohl der Shuttle gänzlich ohne menschliches Zutun fahren kann, ist ein Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe mit an Bord. Das hat unter anderem rechtliche Gründe.

Shuttlebus "Elbi" - Innenansicht
Im "Elbi" haben bis zu sechs Personen Platz. Bildrechte: dpa

Teil eines weltweiten Pilotprojektes

Der Testbetrieb ist Teil des Forschungsvorhabens "AS-Urban ÖPNV" der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Der Shuttle-Bus ist dafür ausgelegt, die Lücke im ÖPNV auf der "letzten Meile" zu schließen. Als "letzte Meile" wird der Abschnitt bezeichnet, der nicht mehr an den öffentlichen Verkehr angeschlossen ist. Der Bus kann im privaten oder öffentlichen Bereich eingesetzt werden und sowohl autonom als auch manuell bedient werden.

Der Shuttle des französischen Herstellers "Easy Mile" wurde extra an die Bedingungen der Magdeburger Straßen angepasst. Ein ähnlicher Pilotversuch mit einem intelligenten Shuttle läuft seit einigen Wochen auch in Stolberg im Landkreis Mansfeld-Südharz. Der Bus wird mit einer Vielzahl anderer Einsätze außerdem weltweit getestet.

Baldiger Einsatz noch Zukunftsmusik

Bis Busse wie "Elbi" tatsächlich in der Landeshauptstadt regulär zum Einsatz kommen, könnte es allerdings noch dauern. Peter Panitz von der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (Nasa) sagt dazu: "Weitere Schritte bräuchten auch weitere Innovationssprünge, nämlich eine höhere Geschwindigkeit und größere Kapazitäten."

Wer die Mobilität der Zukunft testen will, kann dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr halbstündlich mitfahren. "Elbi" hat Platz für sechs Fahrgäste. Die Fahrt ist kostenlos.

MDR/Olga Patlan, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 03. September 2021 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

ule vor 7 Wochen

Die Innung der Busfahrer und Taxifahrer freut sich schon auf diese Entwicklung.

Was ist eigentlich, wenn kein Mensch mehr gebraucht wird und sämtliche Geldströme aus der digitalen Dienstleistungsbranche nur noch einen einzigen Weg gehen.
Kommt dann das "Bedingungslose Grundgehalt" für alle Menschen, die zuviel sind und die nicht mehr gebraucht werden ? Haben wir dann Kommunismus ?

Realist62 vor 7 Wochen

Statt Busse sind Schienenfahrzeuge wie Loks eher dazu in der Lage, im automatisierten Betrieb, ohne den menschlichen Bediener auszukommen. Siehe U-Bahn Nürnberg.

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