Magdeburg Demo vor dem Landtag: Grundschullehrer fordern mehr Geld

In Sachsen-Anhalt verdienen Grundschullehrer beträchtlich weniger als ihre Kollegen in anderen Bundesländern. Es drohen Abwanderungen, die den Lehrermangel hierzulande noch verschärfen würden. Das Bildungsministerium unterstützt die Forderungen der Demonstranten daher.

 Demonstrierende auf dem Domplatz vor dem Landtag in Magdeburg
Berlin, Brandenburg, Sachsen und Thüringen bezahlen Grundschullehrer bereits besser als in Sachsen-Anhalt. Bildrechte: MDR/Julien Bremer

Grundschullehrer aus Sachsen-Anhalt haben am Donnerstagnachmittag vor dem Landtag in Magdeburg für mehr Geld demonstriert. Nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist ihr Einkommen zu niedrig. Hierzulande verdienten die Lehrkräfte teils bis zu 500 Euro weniger als ihre Kollegen in anderen Schulformen.

Und auch in anderen Bundesländern wie Berlin, Brandenburg, Sachsen und Thüringen würden Grundschullehrer besser bezahlt als in Sachsen-Anhalt. Für viele sei das ein Grund, in diese Länder abzuwandern.

Unterstützung kommt aus dem Bildungsministerium

Dunkelhaarige Frau mit Brille vor einem bunten Gemälde
Auch Sachsen-Anhalts Bildungsministerin Eva Feußner will Grundschullehrer besser bezahlen. Bildrechte: MDR/Uli Wittstock

Sachsen-Anhalts Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) unterstützt die Forderung. Nach einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung (MZ) vom Wochenende will Feußner, dass Grundschullehrer genauso viel verdienen wie Lehrer an Gymnasien und anderen Schulformen. Alle Nachbarbundesländer hätten die Anhebung im Grundschullehramt entweder bereits umgesetzt oder angekündigt, hieß es vom Bildungsministerium. Auch die Ministerin sprach von drohender Abwanderung.

"Wenn sowohl für regulär ausgebildete Lehrkräfte als auch für Seiteneinsteigende keine konkurrenzfähigen Angebote unterbreitet werden können, werden Einstellungen im Bereich des Lehramtes an Grundschulen zurückgehen", wird Feußner in der MZ zitiert.

 Demonstrierende auf dem Domplatz vor dem Landtag in Magdeburg
Die Demonstrierenden auf dem Domplatz vor dem Landtag in Magdeburg. Bildrechte: MDR/Julien Bremer

MDR (Dagmar Borchert, Daniel Salpius)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. Oktober 2022 | 15:00 Uhr

3 Kommentare

GS-Lehrerin vor 7 Wochen

Sehr geehrter Herr Wagner,

aus Ihrem Kommentar spricht sehr viel Missachtung gegenüber dem Lehrerberuf. Seit Anfang der 90er Jahre haben alle ausgebildeten Grundschullehrer Abitur und ein Erstes und Zweites Staatsexamen. Da stellt sich Absolventen die Frage, warum sie so viel weniger verdienen sollen, als etwa Gymnasiallehrer. Viele Bundesländer (Thüringen, Sachsen, Brandenburg, Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern sowie bald auch NRW und Bayern) zahlen A13. Und wo gehen die jungen Absolventen dann hin? Genau! Sie wandern dorthin ab, wo sie entsprechend ihrer Ausbildung bezahlt werden. Dieser Wettbewerb unter den Bundesländern um junge Grundschullehrer ist schon seit Jahren im Gange. Frau Feußner fordert folgerichtig, dass gehandelt werden muss! Sonst bildet Sachsen-Anhalt nämlich Grundschullehrer für andere Bundesländer aus.

R.Wagner vor 7 Wochen

Noch ein Grund mehr, dieses fürchterliche Bildungssystem der 16 Länder in ein Gemeinsames System zu überführen. Folglich daraus auch das BBesG zur Anwendung zu bringen. Als Einstiegsbesoldung im Grundschullehramt schlage ich einfach mal A9 (Ohne Z) vor. Für Menschen. die ich beruflicher Sicherheit suchen ist das Motivierung genug. (Ich nutze bewußt den Ausdruck Motivierung)

GS-Lehrerin vor 7 Wochen

Die Angleichung der Grundschullehrer-Gehälter auf A13/ E13 ist ein dringend notwendiger Schritt gegen die Abwanderung unserer Absolventen und Junglehrer in andere Bundesländer. Eine solche Abwanderung können wir uns nicht mehr leisten! Hier muss schnellstmöglich gehandelt werden! Ansonsten laufen wir Gefahr, dass die Grundschulen den Unterricht und selbst die Betreuung nicht mehr abdecken können.

Mehr aus Magdeburg, Börde, Salzland und Harz

Zwei Personen spielen an zwei Klavieren in einem Raum. 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mehr aus Sachsen-Anhalt

Eine Collage aus Wölfen und einer Pflanzenschutzfolie 1 min
Bildrechte: MDR/picture alliance
1 min 05.12.2022 | 18:00 Uhr

Wölfe, Ehrenamt und ein Designpreis – die drei wichtigsten Themen vom 5. Dezember aus Sachsen-Anhalt kurz und knapp in nur 60 Sekunden. Präsentiert von MDR-Redakteur Daniel Tautz.

MDR S-ANHALT Mo 05.12.2022 18:00Uhr 01:29 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/video-nachrichten-aktuell-fuenfter-dezember100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video