Armin Willingmann steht im Chemiepark Leuna
Energieminister Armin Willingmann (SPD) sieht in Sachsen-Anhalt vielversprechende Ansätze für die Wasserstoff-Produktion – zum Beispiel hier im Chemiepark Leuna. Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Sebastian Willnow

Unabhängikeit von Gaslieferungen Energieminister Willingmann: Schnell Wasserstoffproduktion aufbauen

01. Januar 2023, 14:25 Uhr

Deutschland soll unabhängiger von Gaslieferungen aus dem Ausland werden. Der Vorsitzende der Energieministerkonferenz, Sachsen-Anhalts Ressortchef Armin Willingmann (SPD), plädiert deshalb für eine nachhaltige industrielle Herstellung von Wasserstoff.

Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann setzt bei der Energieversorgung der Wirtschaft in Zukunft vor allem auf Wasserstofftechnologien. "Wir müssen in Deutschland insgesamt einen sehr, sehr starken Fokus auf Wasserstoff legen", sagte der SPD-Politiker, der 2023 den Vorsitz der Energieministerkonferenz übernommen hat.

Je schneller wir eine nachhaltige industrielle Herstellung aufbauen, desto eher erreichen wir eine sichere, preisgünstige und damit auch wettbewerbsfähige Versorgung unserer energieintensiven Industrien im Lande.

Armin Willingmann (SPD), Energieminister von Sachsen-Anhalt

Forschung: Vielversprechende Ansätze in Leuna

Willingmann sieht dafür bereits vielversprechende Ansätze. "Wir sind dabei, beim Wasserstoff den Sprung in die industrielle Herstellung wie Nutzung zu schaffen, auch dank gemeinsamer Forschung etwa der Fraunhofer-Gesellschaft und Linde AG in Leuna. Unsere energieintensive Industrie wird grünen Wasserstoff in einem hohen Maße brauchen", sagte er. Sachsen-Anhalt nehme dabei eine führende Rolle ein. "Hier ist in der Forschung, aber auch im Aufbau entsprechender Infrastrukturen für die Nutzung von klimaneutralem, grünem Wasserstoff viel Dynamik."

Der Energieminister geht jedoch nicht davon aus, dass man mit der Produktion in Deutschland den gesamten Energiebedarf decken kann. Man werde in Zukunft "erhebliche Mengen" Wasserstoff importieren müssen, sagte er. "Auch dafür werden wir die Voraussetzungen schaffen."

Über die Energieministerkonferenz Armin Willingmann (SPD) ist in diesem Jahr Vorsitzender der Energieministerkonferenz. Im September hatten die Minister der Länder beschlossen, das bisherige Energieministertreffen zu einer Energieministerkonferenz umzuwandeln. Willingmann ist somit der erste Vorsitzende, das Amt soll jährlich wechseln.

2023 sind in Sachsen-Anhalt mindestens zwei Treffen geplant. Die erste Konferenz soll Ende März stattfinden. "Da wissen wir natürlich schon ein Stück weit besser, wie wir am Ende des Winters durch die Heizperiode gekommen sind und können Bedarfe und Optionen für den nächsten Winter besser einschätzen", so Willingmann.

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dpa, MDR (Johanna Daher)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 01. Januar 2023 | 15:00 Uhr

15 Kommentare

fritz deutsch am 03.01.2023

Wer käme wohl auf die Idee aus Gold Silber herzustellen ?
Ist aber, in etwa ,so effektiv wie die Produktion von Wasserstoff.
Von Lagerung und Transport gar nicht zu reden.

Eulenspiegel am 03.01.2023

"Je schneller wir eine nachhaltige industrielle Herstellung aufbauen, desto eher erreichen wir eine sichere, preisgünstige und damit auch wettbewerbsfähige Versorgung unserer energieintensiven Industrien im Lande."
Dem kann ich nur zustimmen, Denn alles andere würde unseren Industriestandort gefährden.

ElBuffo am 03.01.2023

Sämtliche Kosten werden auf den Endkunden abgewälzt. Auf wen sonst? Es stehen lediglich nicht alle auf der Rechnung. Dass man Versorgungssicherheit nicht allein durch Abhängigkeit von möglichst wenigen Lieferanten erreicht, wurde ja nun schon gezeigt.
Kann also ganz im Sinne der Effektivität gar nicht schaden, sich dort etwas breiter aufzustellen. Auch wenn das dem größten Befreier aller Zeiten nicht so recht ins Konzept passen mag.

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