Auch Ziegen und Rinder 169 Schafe bei Wolfsrissen getötet

Herdenschutz, Elektrozäune und Hunde: Für viele Landwirte in Sachsen-Anhalt ist das Alltag. Hintergrund sind Wolfsrisse, die über das Jahr verteilt immer wieder bekannt werden. In diesem Jahr sind dem Wolf mindestens rund 200 Nutztiere zum Opfer gefallen.

Ein Wolf läuft durch den Wald.
In Sachsen-Anhalt wurden im laufenden Jahr bislang 43 Wolfsrisse dokumentiert. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

In Sachsen-Anhalt sind bei Wolfsrissen in diesem Jahr mindestens 169 Schafe getötet worden. Das zeigen Zahlen, die das Wolfskompetenzzentrum des Landes in Iden veröffentlicht hat. Dokumentiert sind demnach 43 Wolfsrisse. Die Zahlen stammen von Mitte August.

Rinder und Ziegen von Wölfen gerissen

In den genannten Fällen sei der Wolf als Verursacher bestätigt oder könne als solcher nicht ausgeschlossen werden, hieß es. Bei den aufgeschlüsselten Fällen seien zudem 16 Ziegen und 13 Rinder getötet worden.

Ein stichhaltiger Vergleich zu den Vorjahren sei aktuell nicht möglich, sagte eine Sprecherin des Landesamtes für Umweltschutz. Wolfsrisse träten nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt auf, zudem hänge ihre Zahl von Maßnahmen beim Herdenschutz ab, sagte sie. Eine Beurteilung könne deshalb erst Ende des Jahres stattfinden. Im vergangenen Jahr waren insgesamt 70 Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere gezählt worden.

Unterdessen ist die Höhe ausgezahlter Fördermittel des Landes für mobile Elektrozäune zuletzt zurückgegangen. Während 2020 noch rund 450.000 Euro ausgezahlt wurden, waren es 2021 nur noch etwa 365.000 Euro. Im laufenden Jahr flossen den Angaben zufolge etwa 217.000 Euro in einen solchen Herdenschutz. Allerdings dürfen weitere Förderungen noch bis Mitte September beantragt werden. Hinzu kommen weitere Fördermaßnahmen für wolfsabweisende Zäune und zertifizierte Herdenschutzhunde. Die Maßnahmen haben festgesetzte Antragsfristen.

WWF: Fördermittel das ganze Jahr über beantragen

Es wäre sinnvoll, wenn die Beantragung der Förderanträge ganzjährig möglich sei, sagte Moritz Klose, Programmleiter für Wildtiere von der Umweltschutz-Organisation WWF. Tierhalter wüssten nicht immer, wann sie Bedarf hätten. Zudem brauche es eine stärkere Beratung für die Tierhalter. Die wüssten oft nicht, wie die Maßnahmen eingesetzt würden. Wichtig sei außerdem, dass die Förderung alle wolfsbezogenen Leistungen umfasse, so Klose. Das betreffe auch die Arbeitsleistungen – beispielsweise das Aufstellen der Zäune.

dpa, MDR (Luca Deutschländer)

26 Kommentare

Eulenspiegel vor 21 Wochen

Der Wolf hält immer Abstand zum Menschen. Und alle Fotos von Wölfen in Deutschland stammen fest installierten Kameras. Es hat bisher noch keinen direkten Kontakt zwischen Wolf und Mensch gegeben. Warum wohl? Sie werden das sowieso nicht verstehen. Der Mensch ist hier das Problem und nicht der Wolf.

Rotti vor 21 Wochen

Wie Sie richtig schreiben. Wölfe gab es dort schon immer. Hier eben in diesem Ausmaß nicht. Die Menschen sind dumm, wenn sie sich die Mär vom harmlosen und menschenscheuen Wolf einreden lassen.

Reuter4774 vor 21 Wochen

Wölfe haben jahrhundertelang, auch in Deutschland, mit Menschen gelebt. Wölfe sind keine Menschenfresser, auch wenn Ihnen Ihre Angst was anderes einredet. Bildung hilft da weiter.

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