Zwischenbilanz Knapp 1.700 Fälle von Afrikanischer Schweinepest in Sachsen

Ende Oktober 2020 wurde der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein in Sachsen nachgewiesen. Der Landkreis Görlitz war zuerst betroffen. Seitdem wurden Zäune gebaut, Sperrzonen errichtet, Prämien ausgelobt und zuletzt sind Drohnen gegen die Tierseuche zum Einsatz gekommen. Die ASP hat sich dennoch bis in den Landkreis Meißen ausgebreitet. In Wermsdorf auf Schloss Hubertusburg hat das Sozialministerium nun Zwischenbilanz gezogen.

Claudia Heinrich und Torsten Langner vom Krisenteam Afrikanische Schweinepest des Burgenlandkreises verladen während einer Übung in Possenhain einen Wildschweinkadaver.
Wie geht man mit Kadavern um, die mutmaßlich von Afrikanischer Schweinepest befallen sind? Wie hier im sachsen-anhaltischen Burgenlandkreis bei einer Übung sind auch die Jägerinnen und Jäger in Sachsen vor besondere Probleme gestellt. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

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Seit Ende Oktober 2020 hat es in Sachsen bisher 1.653 Nachweise der Afrikanischen Schweinepest gegeben. Betroffen sind aktuell die Landkreise Görlitz, Bautzen und Meißen. Das teilte das sächsische Sozialministerium mit. Dessen Ministerin Petra Köpping (SPD) eröffnete Sonnabend die Messe "Jagd & Angeln" auf Schloss Hubertusburg in Wermsdorf. Mit vereinten Kräften sei es bisher gelungen, Erkrankungen im Hausschweinebestand zu verhindern, sagte die Sozialministerin. Die Seuche ist laut Köpping für Schweine haltende Betriebe dennoch existenzbedrohend, weil die Lage in Sperrzonen etwa höhere Unkosten bedeute.

Projekte gegen ASP-Ausbreitung kosteten bislang 22 Millionen Euro

In Sachsen sind laut Ministerium bisher mehr als 600 Kilometer feste und Elektrozäune errichtet worden, um die ASP einzudämmen. Weitere fast 400 Kilometer seien geplant oder schon im Bau. Die Zäune sollen vor allem den Wildwechsel und damit eine Weiterverbreitung der Seuche aus den Sperrzonen heraus verhindern. Dort wird auch mit Kadaverspürhunden und Drohnen nach toten Tieren gesucht. "Wir brauchen alle gemeinsam einen langen Atem", hieß es aus dem Ministerium. Demnach reicht die Sperrzone aktuell über 5.136 Quadratkilometer plus 1.798 Quadratkilometer Puffer von der Elbe bis zur polnischen Grenze. Der Freistaat hat bereits 22 Millionen Euro für Projekte zum Eindämmen der Tierseuche ausgegeben.

Schwarzwildbestände sollen weiter reduziert werden

Die Ministerin dankte auf Schloss Hubertusburg der Jägerschaft für ihre Unterstützung. Die Schwarzwildbestände müssten noch stärker reduziert werden, um Infektionsketten zu unterbrechen, sagte Sebastian Vogel, Leiter des ASP-Krisenstabs. Ein kürzlich ins Leben gerufenes Projekt mit dem Landesjagdverband sei "ein Meilenstein" dafür. Dabei kommen auch Drohnen bei der Jagd zum Einsatz.

Afrikanische Schweinepest Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Viruserkrankung bei Haus- und Wildschweinen, die fast immer tödlich verläuft und unheilbar ist. Es gibt keine Möglichkeit, Tiere durch eine vorbeugende Impfung zu schützen.

Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände wie Kleidung und Schuhe sowie Futter in andere Gebiete durch den Menschen übertragen werden.

Für Menschen und andere Tierarten ist die ASP nicht ansteckend oder gefährlich. Der erste Fall in Deutschland war am 10. September 2020 bestätigt worden, bei einem Wildschwein in Brandenburg.

MDR (swi)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 01. Oktober 2022 | 15:00 Uhr

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