Auszeichnung Innenminister Schuster will Waldbrand-Helfern Orden verleihen

Sachsens Innenminister Armin Schuster will für die Einsatzkräfte bei den Waldbränden der vergangenen Wochen eine besondere Anerkennung. Dabei denkt er aber nicht an eine Geldprämie - sondern an einen Orden.

Mitglieder der Feuerwehr pausieren bei einem Einsatz im Nationalpark Sächsische Schweiz
Die Männer und Frauen von Feuerwehren, THW, Bundeswehr und Bundespolizei sollen für ihren Einsatz bei Waldbränden mit einem Orden geehrt werden. Bildrechte: dpa

Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) will für die Einsatzkräfte bei den Waldbränden der vergangenen Wochen eine besondere Anerkennung. "Das steht definitiv auf unserer To-do-Liste", sagte er im Interview mit der "Leipziger Volkszeitung". "Es ist völlig klar, dass es so etwas geben muss."

Schuster will Orden statt Geldprämie

Armin Schuster (CDU), Innenminister Sachsen
Innenminister Armin Schuster (CDU) will die Helfer, die beim Waldbrand in der Sächsischen Schweiz im Einsatz waren, mit Orden auszeichnen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Einsatzkräfte von Freiwilligen Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr und Bundespolizei hätten geholfen, ein wertvolles Stück Sachsen zu retten. Schuster denkt bei allem Dank aber nicht an eine Geldprämie - sondern einen Orden. Der Flutorden an der Uniform, mit dem Brandenburg die Helfer der Oderflut ausgezeichnet hat, habe den Helfern mehr gegeben als Geld, so Schuster. Das könne er sich auch in Sachsen vorstellen. Der Ministerpräsident werde das Richtige tun.

Leiter der Feuerwehr Bad Schandau befürwortet den Orden

Der Stadtwehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Bad Schandau, Kai Bigge, hält einen Orden für die am Löscheinsatz beteiligten Feuerwehrleute für eine gute Idee. "Das würde ich befürworten", sagte Bigge. Er habe selbst so eine Auszeichnung vorschlagen wollen, berichtet der Wehrleiter. "Davon kann man sich nichts kaufen, aber es wäre eine Anerkennung der Leistung der Kameradinnen und Kameraden", betont Bigge.

MDR SACHSEN erreicht den Feuerwehrmann am Großen Winterberg. Seit Montagmittag ist Bigge dort unterwegs, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen. Mit dem Handy am Ohr steigt er schnaufend durch den Wald und berichtet davon, dass zwei Wochen Urlaub hinter ihm liegen. "Der Urlaub war für die Katz. Ich war in Gedanken beim Waldbrand zu Hause", erzählt Bigge. Die Lage im Waldbrandgebiet habe sich zwar entspannt. Doch noch immer seien Glutnester zu bekämpfen. Stadtwehrleiter Bigge geht davon aus, dass die Feuerwehrleute aus Bad Schandau die Ranger der Nationalparkverwaltung noch wochenlang bei Streifen durch den Nationalpark begleiten werden.

Orden in Sachsen schon für frühere Katastropheneinsätze

Wie Kai Bigge sieht auch der Landesfeuerwehrverband den Vorschlag des Innenministers positiv. "Wir halten den Orden für eine angemessene Würdigung", teilt Gunnar Ullmann aus dem Vorstand des Verbands auf Anfrage mit. Solche Auszeichnungen seien schon bei den Waldbränden 1992, beim Hochwasser 2002 und 2013 in Sachsen vergeben worden. Ein Orden sei eine geeignete Möglichkeit, die besonderen Leistungen in der Waldbrandbekämpfung hervorzuheben.

Ein Feuerwehrmann im Einsatz bei einem Waldbrand im Nationalpark Böhmische Schweiz.
Viele Feuerwehrleute gehen bei der Bekämpfung des Waldbrands im Nationalpark Sächsische Schweiz an die Grenzen des Machbaren. Das habe eine besondere Anerkennung verdient, sagt der Landesfeuerwehrverband. Bildrechte: dpa

Ullmann verweist darauf, wie langwierig und kräftezehrend der Einsatz ist. Das Besondere sei die einmalige Topografie des Waldbrandgebietes. Das Gelände bedeute einen "unwahrscheinlichen Materialaufwand, aber vor allem einen ungeheuren persönlichen Kraftaufwand", schätzt Gunnar Ullmann ein. "Viele führt der Einsatz an den Rand des Machbaren. Somit ist auch eine besondere Form der Würdigung für alle Beteiligten gerechtfertigt", sagt der Vertreter der sächsischen Feuerwehren.

Wunsch nach besserer technischer Ausstattung

Mit einem Orden an ihrer Uniform könnten die Einsatzkräfte über Jahre danach noch ihre besonderen Verdienste vorzeigen, sagt Gunnar Ullmann. Viele Feuerwehrleute wünschten sich aber auch, dass sie für zukünftige Einsätze dieser Art besser ausgestattet werden. "Auch dies ist eine Form der Anerkennung und Würdigung", bekräftigt Ullmann.

Innenminister Schuster hat angekündigt 30 Millionen Euro zusätzlich für den Doppelhaushalt 2023/24 einstellen zu wollen. Das Geld solle dazu dienen, sich technisch für ähnliche Lagen zu rüsten, sagte Armin Schuster der Sächsischen Zeitung. Er nannte die Anschaffung von drei weiteren Katastrophenlöschzügen für Waldbrände aber auch von Spezialfahrzeugen und Sonderausstattung als Beispiele für Investitionen. Bislang plant das Land für die kommenden zwei Jahre mit Ausgaben von 80 Millionen Euro im Bereich Brand- und Katastrophenschutz.

MDR (ali/mk)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 15. August 2022 | 10:00 Uhr

7 Kommentare

SGDHarzer66 vor 7 Wochen

Man wird den Eindruck nicht los, das Schuster die Feuerwehrleute verhöhnen will.
Nu Pagadi hat es sehr gut beschrieben. Was in dieser BRD derzeit läuft ist unbeschreiblich!
Diese Frauen und Männer setzen ihre Gesundheit aufs Spiel, während Schuster & Co. zeitgleich überlegen, diese Einsatzkräfte möglichst billig abzuspeisen.
Kein Schamgefühl, kein Gewissen, keine Reue - diese Politiker sind eine Schande für dieses Land und seine Menschen!

dimehl vor 7 Wochen

Vielleicht ist zum Blechorden ja noch ein Stück Blechkuchen drin...
Im Ernst: man könnte ja, wenn man keine Geldprämien vergeben möchte, die dafür nun nicht benötigten Mittel den Freiwilligen Feuerwehren der Region zur Verfügung stellen.
Ich denke, die können das Geld bestimmt gebrauchen.

Nu Pagadi vor 7 Wochen

Wie wäre es mit "Klatschen vom Balkon" ? Die Kameraden der FF erwarten für ihre Arbeit nichts weiter als etwas Wertschätzung und Anerkennung. Wenn allerdings wie hier, ganze Landstriche in Flammen stehen, die Einsätze über Tage gehen, ist das schon eine andere Hausnummer, die entsprechend auch gewürdigt werden sollte. Allerdings nicht mit einem Stück Blech, wie man es bei der Ehrung für treue Dienste verteilt. Was der Herr Schuster hier ablässt, ist einfach billig und durchschaubar. Es darf mal wieder nichts kosten, das ist er Punkt. Ich glaube auch nicht, dass die Mehrheit der Kameraden für einen Blechorden auf eine Prämie verzichtet. Aber so ist das in Schland, für die eigenen ist das Billigste gerade gut genug, dafür verteilt man Milliarden in die ganze Welt.

Mehr aus Sachsen

SSP_Henne-TALK 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK