Mann mit verschränkten Armen: Denis Kuhne, Kripo-Chef Dresden
Denis Kuhne übernimmt die Staatsschutzabteilung beim LKA Sachsen, die die politisch motivierte Kriminalität in Sachsen im Blick hat. Bildrechte: Matthias Rietschel

Personalwechsel Dresdner Kripo-Chef soll Staatsschutz im LKA Sachsen leiten

17. Januar 2024, 13:36 Uhr

Die politisch motivierten Straftaten haben laut Bundeskriminalamt in den letzten Jahren stetig zugenommen. Ob Corona-Proteste, Delikte aus der rechtsextremen oder linksextremen Szene - zuständig für die Aufklärung ist in Sachsen der Staatsschutz beim Landeskriminalamt. Doch dort gibt es seit Längerem eine Hängepartie bei der Besetzung des Chef-Postens. Nun ist eine Entscheidung gefallen. Nach Informationen von MDR SACHSEN übernimmt der Dresdner Kripo-Chef Denis Kuhne den Posten.

Aktuelle Nachrichten des Mitteldeutschen Rundfunks finden Sie jederzeit bei mdr.de und in der MDR Aktuell App.

Mehr als zwei Jahre lang hat Denis Kuhne als Chef der Dresdner Kripo mit zwei Sonderkommissionen Verbrecher gejagt oder gegen Dynamo-Schläger ermittelt. Jetzt kehrt Kuhne wieder in seine ehemalige LKA-Abteilung zurück, in der er bis September 2021 Dezernatsleiter war. Doch nun übernimmt er die Leitung der gesamten Staatsschutzabteilung und des "Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrums" (PTAZ). Dazu gehören beispielsweise die SOKO Rex und die SOKO LinX für Straftaten im Bereich des Rechts- bzw. Linksextremismus.

Die Ermittler sind aber auch für andere Delikte mit mutmaßlichem, extremistischem Hintergrund zuständig – von Straftaten mit einer möglicherweise islamistischen Motivation bis zu jenen aus der Reichsbürgerszene.

Zuletzt war Kuhne Leiter der Kriminalpolizeiinspektion der Polizeidirektion Dresden, zu deren Zuständigkeitsbereich neben der Landeshauptstadt Dresden auch die Landkreise Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gehören.

Beförderung nach langer Hängepartie

Denis Kuhne löst im Landeskriminalamt den bisherigen Abteilungsleiter Dirk Münster ab, der ins Innenministerium wechselt, um den Verfassungsschutz zu beaufsichtigen. Dessen geplante Beförderung war seit Langem bekannt. Es gab jedoch zunächst Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieser Personalie. Ein Mitbewerber um die Stelle klagte gegen die Stellenbesetzung.

Das Besetzungsverfahren war daraufhin vom Verwaltungsgericht Dresden gestoppt worden. Das Oberverwaltungsgericht hob diesen Beschluss jedoch im Herbst vergangenen Jahres wieder auf. Somit kann Münster nun als Wunschkandidat des Innenministers Armin Schuster (CDU) die Referatsleiterstelle "Verfassungsschutz/Geheimschutz" antreten, die dreieinhalb Jahre unbesetzt war. Als erster Nicht-Jurist überhaupt, wie es heißt.

Mehr zum Thema

Nachrichten

Podcast MDR Investigativ - Hinter der recherche Lina E, zu sehne sind Autonome 42 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR (kbe)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 16. Januar 2024 | 17:30 Uhr

Mehr aus Sachsen