Symbolfoto eine Hundpfote wird verbunden
Schnittverletzungen oder abgerissene Krallen werden Tierärzten sehr häufig behandelt. Bildrechte: IMAGO / Panthermedia

Tiere Erste Hilfe beim Hund - was im Notfall zu tun ist!

20. April 2023, 18:53 Uhr

Die Möglichkeiten der tierärztlichen Notversorgung in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sind begrenzt. Es gibt kaum noch Kliniken, die eine 24/7 Versorgung anbieten. Doch was, wenn der Hund am Sonntagabend zu einem Notfall wird? Tierärztin Nane Schomburg und unsere Autorin und Hundetrainerin Estha Taddigs erklären, wie Erste Hilfe geleistet werden kann und wie vorbeugende Maßnahmen funktionieren.

Pfotenverletzungen

Laut Tierärztin Nane Schomburg aus Erfurt gehören Verletzungen an den Pfoten zu den häufigsten Fällen im Tierarztalltag. Schnittverletzungen oder abgerissene Krallen können ganz schön stark bluten. Um die Blutung zu stillen, sollte ein Pfotenverband angelegt werden. Wie das funktioniert, kann in Erste-Hilfe-am-Hund-Kursen zum Beispiel an Volkshochschulen gelernt werden.

Wichtig sei, dass die Wunde sauber und trocken bleibt. Im Zweifel reiche dafür zum Beispiel eine Socke, die mit einem Gummiband fixiert und eine Plastiktüte, die als Schutz vor Nässe über der Socke befestigt wird.

Giftköder

Viele Hundehalter haben Angst davor, dass der Hund einen Giftköder aufnimmt. Zunächst ist es daher gut, wenn der Hund lernt, Fressbares liegen zu lassen, oder ein gutes Abbruchsignal zu beherrschen, weiß auch unsere Autorin Estha Taddigs. "Das lernen die Hunde am besten in einer Hundeschule." Auch ein Maulkorb helfe, wenn es eine Warnung vor Giftködern in der Umgebung gibt.

Wenn es doch passiert ist, dass der Hund etwas Gefährliches aufgenommen haben könnte, sei zunächst wichtig herauszufinden, ob es sich dabei um Gift oder um spitze Gegenstände handelt, mit denen der Köder gespickt wurde.

Bei beidem ist es essenziell, direkt zum Notdienst zu fahren. Welcher Notdienst in Thüringen erreichbar ist, ist über den zentralen tierärztlichen Notdienst zu erfragen.

Grundsätzlich sind folgende Schritte ratsam:

  1. Ruhe bewahren
  2. Gegebenenfalls Überreste untersuchen und aufsammeln, damit sie beim Tierarzt untersucht werden können
  3. Den Hund beobachten und Vitalwerte im Blick behalten
  4. Dem Notdienst Informationen über Giftköder und Zustand des Hundes mitteilen

Vor allem die kapilläre Füllungszeit kann laut Schomburg schnell untersucht werden, um den Kreislauf des Hundes zu überprüfen. Dazu wird mit dem Finger leichter Druck auf das Zahnfleisch ausgeübt. Sobald der Finger weggenommen wird, sollte das Zahnfleisch innerhalb von maximal drei Sekunden wieder Rosa sein.

Auto- oder Wildunfall

Auch bei einem Auto- oder Wildunfall ist es wie bei Giftködern ratsam, zum Tierarzt zu fahren. Dabei sei es gut, wenn der Halter so viele Informationen über den Zustand des Hundes wie möglich per Telefon an die Praxis durchgeben kann. So weiß der Tierarzt, auf was er sich vorbereiten muss und die Behandlung kann so schnell wie möglich durchgeführt werden, sagt die Tierärztin.

Dabei ist wichtig:

  • Art des Unfalls
  • Größe und Tiefe der Wunde
  • Vitalwerte des Hundes (Kapillare Füllzeit und Puls)
  • Allgemeiner Zustand des Hundes (Steht oder liegt er, Regelmäßigkeit der Atmung, etc.)

Mehr zum Thema Haustiere

MDR (jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 18. April 2023 | 16:40 Uhr

0 Kommentare

Mehr aus Thüringen