Jetzt in der Mediathek Gottesdienst zum Buß- und Bettag aus der Porzellankirche der Leuchtenburg

Am Rande des Thüringer Waldes im Saale-Holzland-Kreis thront sie über herbstlichen Wäldern: Die Leuchtenburg. Am Buß- und Bettag lädt die Porzellankapelle auf der Burg zur Einkehr ein, zum Nachdenken über die Zerbrechlichkeit des Lebens.

Pfarrer während des Gottesdienst. 58 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die thüringische Leuchtenburg thront eindrucksvoll über dem Saaletal. Bis zu Beginn des 13. Jahrhunderts reicht ihre Geschichte zurück. In den Anfängen war sie Verwaltungssitz der Wettiner. In Kriegszeiten ein Zufluchtsort. Im 18. Jahrhundert diente sie als Gefängnis und Verwahrungsort für verarmte und geisteskranke Menschen, aber auch als Zuchthaus. Heute beherbergt die renovierte Leuchtenburg die interaktive Ausstellung "Porzellanwelten". Schließlich liegt die Porzellanstadt Kahla ganz in der Nähe.

Erinnerung an die Zerbrechlichkeit

Porzellankapelle in der Leuchtenburg bei Kahla
Blick in die Porzellankapelle der Leuchtenburg Bildrechte: Stiftung Leuchtenburg

Und nicht nur das: Die alte Burgkapelle wurde vom Libeskind-Schüler David J. Brown zur ersten Porzellankirche gestaltet. Die wechselvolle Geschichte des Ortes spiegelt sich in der Gestaltung der Kapelle. 30 Porzellanlamellen reichen darin vom Boden bis zur Decke. Darauf projiziert sind 5.200 Sterne, die zusammen ein Bild der Leuchtenburg ergeben, aber auch an die rund 5.200 Häftlinge erinnern, die von 1746 bis zur Auflösung des Zuchthauses im Jahr 1871 auf der Leuchtenburg gefangen gehalten wurden. Der Kirchenraum wird so außerdem in ein Haupt- sowie Seitenschiffe gegliedert. In die Decke ist ein beleuchtetes Kreuz eingelassen. Die schlicht gehaltenen Sitzbänke und der Altar sind aus Holz gemacht.

So erinnert die Porzellankapelle an die Zerbrechlichkeit des menschlichen Lebens und gibt dem Gottesdienst zum Buß-und Bettag einen außergewöhnlichen Rahmen.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | Gottesdienst | 21. November 2018 | 10:00 Uhr