In der Mediathek Festgottesdienst: EKM-Bischof Kramer ins Amt eingeführt

Mit einem Festgottesdienst im Magdeburger Dom St. Mauritius und Katharina ist der neue Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Friedrich Kramer, in sein Amt eingeführt worden. In seiner Predigt machte er sich für Toleranz stark. "Gedanken des Antisemitismus, des Nationalismus, des Rassismus – sie greifen um sich", sagte er. Christen seien aufgerufen, die Ausgegrenzten in die Gesellschaft hereinzuholen.

Der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Hannover, Ralf Meister, der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, Dr. Christian Schad, und die dänische Bischöfin Marianne Christiansen übernahmen die Einführung. Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Magdeburger Domchor und von den Posaunenchören der EKM gestaltet. Damit möglichst viele Pfarrerinnen und Pfarrer dabei sein konnten, fiel der Termin auf einen Samstag.

Vor dem Festgottesdienst sagte Kramer im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT, die Kirche werde sich auch weiter gegen Hartherzigkeit stellen und zu Fragen der sozialen Gerechtigkeit äußern.

"Kirche in die Gesellschaft hinein öffnen"

Blick in den Dom «Sankt Katharina und Mauritius» in Magdeburg.
Blick in den Dom Sankt Katharina und Mauritius in Magdeburg Bildrechte: dpa

Kramer war am 10. Mai von der EKM-Synode in Drübeck zum neuen Landesbischof gewählt worden. Anschließend erklärte der 54-Jährige, sein Ziel sei es, die Kirche wieder stärker in die Gesellschaft hinein zu öffnen. Vor dem Hintergrund der sinkenden Mitgliederzahlen riet er zur Gelassenheit. Nur weil man weniger werde, sei das noch keine Krise. Kirche habe den Menschen viel zu bieten: Tradition, Kunst, Musik und Orte, an denen man sich treffen und miteinander reden kann. Kirche biete 2.000 Jahre alte Texte, die trösten können und eine Perspektive bieten. Kirche sei eben nicht alt und verstaubt, sondern zukunftsgewandt. Manchen leuchte sicher nicht ein, was Kirche tut, da müsse sich die Sprache ändern, so Kramer. "Wir müssen verständlicher werden."

Pfarrerssohn aus dem Osten

Kramer wurde am 30. Oktober 1964 in Greifswald in eine Pfarrersfamilie geboren, wuchs in Lutherstadt Wittenberg auf und war dort zuletzt Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt. Nach seinem Studium der Theologie an der Humbold-Universität Berlin begann er seine Laufbahn als Gemeindepfarrer in Sachsen-Anhalt, von 1997 bis 2008 war er Studentenpfarrer in Halle. Kramer ist der zweite Bischof der EKM, die am 1. Januar 2009 aus dem Zusammenschluss der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen mit der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen entstand. Er ist der einzige Bischof der Evangelischen Kirche, der in der DDR geboren und aufgewachsen ist.

Der mitteldeutschen Kirche gehören etwa 700.000 evangelische Christen an; rund 450.000 davon in Thüringen und etwa 240.000 in Sachsen-Anhalt. Die übrigen Mitglieder kommen aus Gemeinden in den Randgebieten von Brandenburg und Sachsen.

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