04.04.2020 | 16:39 Uhr Kretschmer: Tracking-App gehört in absehbarer Zeit zum Alltag

Menschen tragen Mundschutz
Bildrechte: dpa

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer geht davon aus, dass eine Corona-Tracking-App schon bald zum Alltag gehört. "Wir werden solche Apps in absehbarer Zeit alle nutzen, und zwar freiwillig", sagte der CDU-Politiker dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". "Auf diese Weise können wir die Einschränkungen reduzieren, die wir brauchen, bis Impfstoffe und Medikamente da sind."

Beispiel Gesundheitskarte

Die Akzeptanz für eine solche App werde es geben, wenn sie nicht vom Staat vorgeschrieben werde, sondern die Möglichkeit einfach technisch da sei. "Wir haben das bei der Gesundheitskarte erlebt: Als der Staat darauf Gesundheitsdaten speichern wollte, war der Aufschrei der Datenschützer groß. Kurze Zeit später gab es einen großen Run auf entsprechende Anwendungen bei Google und Facebook", sagte Kretschmer.

Bei einer nicht repräsentativen Umfrage des MDR bei Facebook lehnt ein Großteil so eine App ab. Unter den rund 2.000 abgegebenen Stimmen votierten 64 Prozent mit Nein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder wollen nach Ostern beraten, ob und wie die Einschränkungen wegen der Corona-Krise fortgesetzt werden. Dabei ist auch eine Smartphone-App im Gespräch.

Wie soll die Tracking-App funktionieren? Über die App sollen mit Hilfe von Standort- und Kontaktdaten Infektionswege des Coronavirus aufgespürt werden. Geht es nach dem Willen der Experten, sollen sich möglichst alle Bürger die App auf ihre Handys laden, um gewarnt werden zu können, wenn man nahen und längeren Kontakt zu einer später coronapositiv getesteten Person hatte. Die App dürfte bei der Vorbereitung von Lockerungen der Ausgangssperren in Deutschland eine zentrale Rolle spielen. Aber klar scheint auch: Wegen strenger Datenschutzvorschriften geht das nur über Freiwilligkeit.

Quelle: MDR/dk/Reuters/epd

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.04.2020 | 16:00 Uhr in den Nachrichten

Mehr aus der Landespolitik

Mehr aus Sachsen