14.06.2019 | 14:13 Uhr Sachsens Innenressort-Chef zum "Abschiebeminister 2019" gekürt

Die Initiative "Jugendliche ohne Grenzen" hat den sächsischen Innenminister Roland Wöller mit dem Negativpreis "Abschiebeminister 2019" ausgezeichnet. Bei einer Abstimmung auf einer Gala der Organisation am Donnerstagabend in Kiel erhielt der CDU-Politiker 40,8 Prozent der Stimmen und lag damit deutlich vor seinem Bayerischen CSU-Amtskollegen Joachim Herrmann und Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter von der SPD.

Ein Koffer für Wöller

Die Organisation verwies unter anderem darauf, dass Sachsen Flüchtlinge nach Afghanistan abschiebe und der CDU-Politiker angekündigt habe, baldmöglichst auch nach Syrien abzuschieben. Wöller fördere mit seiner Politik den Rassismus in Sachsen. Eine Delegation von "Jugend ohne Grenzen" wollte Wöller den Negativpreis am Freitag am Rande der Innenministerkonferenz in Kiel überreichen - einen Koffer mit einer Erklärung, wonach Sachsens Landesregierung ihre Abschiebepraxis überdenken solle. Der Minister nahm den Preis jedoch nicht selbst entgegen.

Mit eigener Stimme sprechen

"Jugend ohne Grenzen" ist bundesweiter Zusammenschluss von jugendlichen Flüchtlingen. Er wurde 2005 gegründet, weil die Betroffenen mit einer eigenen Stimme öffentlich auftreten wollten, anstatt Stellvertreter für sich sprechen zu lassen. Zu den Kernforderungen der Organisation zählen ein großzügiges Bleiberecht für Alle, die vorbehaltlose Umsetzung der Uno-Kinderrechte, die Gleichberechtigung von Flüchtlingen und Einheimischen und Chancengleichheit vor allem in den Bereichen Bildung und Arbeitsmarkt.

Quelle: MDR/stt/epd/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.06.2019 | 14:00 Uhr in den Nachrichten

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