MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.08.2018 | 20-23 Uhr Aufgefallen - das Kulturmagazin

Gespannt: Einstand des neuen Chefdirigenten des Leipziger Symphonieorchesters Nicolas Krüger

Der Franzose war der eindeutige Wunschkandidat der Orchestermusiker des Leipziger Symphonieorchesters: Nicolas Krüger. Der neue Chefdirigent, geboren 1972, ist Nachfolger von Wolfgang Rögner und hat erst einmal für drei Jahre die künstlerische Verantwortung für das LSO übernommen. Krüger gilt als international gefragter Künstler im Opern- und Konzertfach. Er kann auf eine beachtliche Laufbahn zurückblicken. So arbeitete er mit Pult-Legenden wie Lorin Maazel, Christoph Eschenbach, Franz Brüggen und Pierre Boulez zusammen. Von 2005 bis jetzt lehrte er am Conservatoire National Supérior de Musique in Paris. Als Chefdirigent des LSO will Krüger seinen Lebensmittelpunkt nach Sachsen verlegen, hieß es bei Vertragsunterzeichnung im Frühjahr. Krüger hatte sich zuvor bravourös gegen 100 Mitbewerber durchgesetzt. Er ist, je nach Zählweise, der zehnte bzw. elfte Chefdirigent des Orchesters, das unter verschiedenen Namen mittlerweile seit 55 Jahren besteht.

Gratuliert: Reiner Kunze feiert am Donnerstag 85. Geburtstag

Interviews möchte der im erzgebirgischen Oelsnitz geborene Schriftsteller nicht mehr geben, aber zu Lesungen läßt er sich noch einladen. Seit über 40 Jahren lebt der Büchnerpreisträger in Erlau bei Passau. Er konnte nicht anders als die DDR zu verlassen. 1976 wurde sein Prosaband "Die wunderbaren Jahre" in der Bundesrepublik veröffentlicht. Darin kritisierte er das DDR-System scharf. Das Manuskript war heimlich in den Westen gebracht worden. Daraufhin wurde er aus dem DDR-Schriftstellerverband ausgeschlossen, was einem Berufsverbot gleichkam. Am 7. April 1977 stellte Kunze wegen einer drohenden mehrjährigen Haftstrafe für sich und seine Frau einen Antrag auf Ausbürgerung aus der DDR. Der Antrag wurde innerhalb von drei Tagen genehmigt.

Reiner Kunze, 2013
Bildrechte: dpa

In Kunzes Leben sehen viele literarische Beobachter den Ernstfall des deutsch-deutschen Dichters: Im Osten verfolgt, im linksliberalen Westen bis nach 1990 geschmäht, obwohl er sich immer einer großen Leserschaft in Ost und West sicher sein konnte. Für sein umfassendes lyrisches, essayistisches und erzählendes Werk erhielt er zahlreiche deutsche und internationale Literaturpreise, darunter den Georg-Büchner-Preis, den Georg-Trakl-Preis und den Friedrich-Hölderlin-Preis. Seine Lyrik und Prosa wurden in dreißig Sprachen übersetzt.

Erkundigt: Ist 2018 ein gutes Kunst- und Kulturjahr für Sachsen?

Eva-Maria Stange, Kandidatin OB-Wahl Dresden
Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst im Freistaat Sachsen: Eva-Maria Stange Bildrechte: Eva-Maria Stange

Wie zufrieden ist die sächsische Kunst- und Wissenschaftsministerin, Eva-Maria Stange, in ihrem 7. Amtsjahr? Im Bundesvergleich kann sich die 61-jährige Sozialdemokratin zurücklehnen. Der Freistaat gilt in der Kulturfinanzierung als deutscher Meister. Noch vor ihrem gerade zu Ende gegangenem Urlaub wurden die Eckwerte für den "Kulturhaushalt" 2019/2020 bestimmt und vor allem beschlossen, dass die Kulturräume mehr Geld bekommen, damit die kommunalen Theater ab 1. Januar 2019 ihrem Personal möglichst wieder Tarif bezahlen. Und trotzdem scheint es so zu sein, dass bis zur sächsischen Landtagswahl im nächsten Jahr noch viele Probleme im Kunst- und Kulturbetrieb auf eine Lösung warten. Eine entscheidende Frage ist, wie dem Niveaugefälle in Sachen Kulturangebote zwischen ländlichem Raum und Großstädten beizukommen ist.

Weitere Themen:

  • Gesehen: "Geniale Göttin - Die Geschichte von Hedy Lamarr"
  • Getroffen: Der japanische Komponist Dai Fujikura ist Composer in Residence beim Moritzburg Festival
  • Gelesen: "Sechs Koffer" von Maxim Biller

Programmablauf unter Vorbehalt, Änderungen sind möglich.

     

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