MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.10.2020 | 20:00 - 23:00 Uhr Aufgefallen - Das Kulturmagazin

"Aufgefallen" hat dieses Mal auf die DOK Leipzig geschaut, den Choreograf Wagner Moreira getroffen und die Ausstellung "Shunk-Kender. Kunst durch die Kamera" gesehen.

Dok Leipzig 2020
Bildrechte: DOK Leipzig

Eingeladen: Heute beginnt das DOK Leipzig 

Auch das diesjährige Dokumentarfilmfestival DOK Leipzig wird durch die Corona-Pandemie beeinflusst. Und das in doppelter Hinsicht. Erste Filme, die sich mit Corona und den Auswirkungen beschäftigen, haben das Festival erreicht.

Das Festival findet in diesem Jahr in hybrider Form statt: analog und digital. Optimal sind die Zeiten für ein Publikumsfestival, wie das DOK Leipzig, also nicht – aber in diesem Jahr können auch Menschen, die nicht nach Leipzig reisen, in den Genuss des Filmprogramms kommen. Zwar sind die Kinosäle für den neuen Intendanten Christoph Terhechte noch immer die primäre Spielstätte, aber nahezu alle Festival-Filme werden auch online per Stream deutschlandweit verfügbar sein.

Vom 26. Oktober bis zum 1. November werden beim DOK Leipzig 43 Weltpremieren, elf internationale, sieben europäische und 36 deutsche Premieren zu sehen sein. Auch der MDR unterstützt in diesem Jahr den Dokumentarfilm als besondere Filmgattung. Unter anderem sendet er vom 25. bis zum 29. Oktober eine DOKWoche im MDR-Fernsehen. Für "Aufgefallen" haben wir alles Wissenswerte zum DOK Leipzig 2020 zusammengetragen.

Getroffen: Choreograf Wagner Moreira

Seit der neuen Spielzeit ist ein Brasilianer Chef der Tanz-Compagnie der Landesbühnen Sachsen. Wagner Moreira ist Nachfolger von Carlos Matos, der seit 2013 Leiter des Tanzensembles war. Bezug zum Haus hatte Moreira bereits als freischaffender Künstler und Tanzmacher seit den letzten fünf Jahren. Nun will er nicht nur mit anderen Sparten im Haus arbeiten, sondern auch mit dem Publikum.

Bereits Ende September traten die Tänzer der Landesbühnen Sachsen an ungewöhnlichen Orten auf. Anlässlich des 250. Geburtstags von Beethoven gestaltete Wagner Moreira gemeinsam mit ihnen Tanz-Performances an außergewöhnlichen Orten wie Bahnhöfen, Brücken, Kirchen, Straßenbahnen und im Internet. Der vielseitig erfahrene Tänzer Moreira lebt seit 2003 in Deutschland und arbeitete bereits als Pädagoge, Performer und Choreograf. 2012 absolvierte er den Master of Arts in Choreografie an der Palucca Hochschule für Tanz Dresden.

Gesehen: "Shunk-Kender. Kunst durch die Kamera" - neue Ausstellung in Leipzig

Eigentlich hieß er Harry Alexandre Schunke, wurde 1924 in Leipzig geboren und Ende der 1960er-Jahre gemeinsam mit dem Ungaren János Kender Teil der experimentellen Kunstszene in New York. Warhol, Christo und Jeanne-Claude, Baldessarri, Yves Klein, Niki de Saint Phalle und viele andere nutzten ihre Aufnahmen zur Dokumentation ihrer Performances und privaten Anlässe. An diese künstlerischen Projekte erinnert man sich heute nur dank dieser beiden Fotografen.

Aus Harry Alexandre Schunke wurde Harry Shunk – und gemeinsam wurden Shunk und Kender zu Zeugen einer Zeit, die die Kunstszene zwischen Ende der 1950er- und Anfang der 1970er-Jahre dokumentierte. Ein eigenständiges fotografisches Werk, das Einblick in die Welt der Avantgardekunst dieser Zeit gibt, ist damit entstanden. Die beiden Fotografen selbst sind weitgehend unbekannt geblieben. Eine Ausstellung mit Leihgaben aus dem Pariser Centre Pompidou stellt ihre Arbeiten seit letzter Woche nun erstmals in Deutschland vor.

Weitere Themen:

  • Zurückgeschaut: Weihe Frauenkirche vor 15 Jahren - Interview Organist Samuel Kummer
  • Vorgestellt: "Ich habe das Paradies gesehen" - Autobiografie Achim Reichelt
  • Bewertet: Hörerkritik zu "Wunderblock" am Staatsschauspiel Dresden
  • Gelesen: "Der Heimweg" von Sebastian Fitzek

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