MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 17.05.2021 | 20:00 - 23:00 Uhr Aufgefallen - Das Kulturmagazin

DEFA-Logo-Schild (Deutsche Film A.G.) aus DDR-Zeiten hängt im Filmmuseum in Potsdam.
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Gratuliert: 75 Jahre DEFA - ein "Aufgefallen"-Spezial

Sie existierte länger als die DDR: die Deutsche Film AG, kurz DEFA. Am 17. Mai 1946 wurde sie in Potsdam-Babelsberg gegründet und bestand bis zu ihrer Auflösung 1990 knapp 45 Jahre lang. Manche der Literaturverfilmungen, Indianerfilme und Märchenfilme sind inzwischen Klassiker der Filmgeschichte. Es gab Filme, die wegen ihrer allzu kritischen Inhalte gleich ins Archivregal wanderten und es wurden linientreue Propagandafilme gedreht. Und schließlich sind es Filme wie "Die Legende von Paul und Paula", die für Generationen zum Kult geworden sind. Auch viele Schauspieler wie Manfred Krug, Armin Mueller-Stahl, Angelica Domröse und Jutta Hoffmann haben ihren Erfolg bekannten DEFA-Filmen zu verdanken.

Jaecki Schwarz, 2012 2 min
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Spur der Steine, Jakob der Lügner, die Legende von Paul und Paula - das sind alles DEFA-Filme, die im Osten wahrscheinlich jeder kennt. Zu den meistbeschäftigten Darstellern der DEFA zählt Jaecki Schwarz.

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Mo 17.05.2021 08:20Uhr 02:26 min

https://www.mdr.de/sachsenradio/audio-defa-jubilaeum-gespraech-jaecki-schwarz-100.html

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Rund 700 Spielfilme, darunter 150 Kinderfilme, 750 Animationsfilme sowie 2.250 Dokumentar- und Kurzfilme wurden über fast fünf Jahrzehnte hinweg von der DEFA produziert. Viele davon gehören in die deutsche Filmgeschichte. Vor allem aber können Interessierte über das Medium Film in die Geschichte und die Veränderungen des Landes DDR eintauchen. Nach dem Ende der DDR bedurfte es einer Institution, der die Rechte an den Filmen der DEFA übertragen werden konnten.

1998 entstand eine Stiftung, die sich nur um DDR-Filme kümmert. Die Medienwissenschaftlerin Stefanie Eckert arbeitet seit 2001 für diese DEFA-Stiftung und ist seit Juli 2020 ihre Vorsitzende. Mit ihr und dem Filmjournalisten Knut Elstermann gehen wir in einem "Aufgefallen"-Spezial auf Entdeckungsreise durch "75 Jahre Deutsche Film AG".

Gelesen: Friederike Mayröcker "da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete"

Friederike Mayröcker, Schriftstellerin aus Österreich, gehört zu den Gästen des Literaturfestivals «O-Töne» im Museumsquartier.
Friederike Mayröcker, Schriftstellerin aus Österreich, gehört zu den Nominierten in der Kategorie Belletristik für den Leipziger Buchpreis. Bildrechte: dpa

Der Leipziger Buchpreis ist in den Kategorien Belletristik, Übersetzung und Sachbuch mit einer Dotierung von 60.000 Euro einer der wichtigsten Literaturpreise im deutschsprachigen Raum. Nach der erneuten Absage der Leipziger Buchmesse wegen der Corona-Pandemie ist zur Preisverleihung ein Festakt am 28. Mai in der Kongresshalle Leipzig geplant. "Aufgefallen" stellt Ihnen wieder die Nominierten in der Kategorie Belletristik vor.

Auch die österreichische Autorin Friederike Mayröcker ist unter ihnen. Die inzwischen 96-jährige österreichische Autorin wurde für ihren Lyrikband "da ich morgens und moosgrün. Ans Fenster trete" nominiert. Sie greift in ihrem gesamten Spätwerk das Altern als Teil der Identität auf. In ihrem Lyrikband verbindet Friederike Mayröcker Naturbeobachtung, Erinnerung an Weggefährten mit Reflexionen über das Dichten.

Beobachtet: Leipzig und der Umgang mit dem Wagner-Denkmal

Nur wenige Passagiere verlieren sich in Zeiten der Coronakrise an einem Check-in des Flughafen Berlin-Brandenburg International BER.
Im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig ist eine Ausstellung zum Thema "Musikstadt Leipzig in der NS-Zeit" geplant. Bildrechte: dpa

Seit dem Tod Richard Wagners 1883 hatte es in Leipzig die Idee gegeben, ihm in seiner Geburtsstadt ein Denkmal zu setzen. Die Form des Erinnerns an den Komponisten polarisiert die Richard-Wagner-Verehrer, die Leipziger und die Kunstwelt noch immer. Einerseits steht in der Stadt ein unvollendetes Postament, "Klingerwürfel" genannt. Für die Errichtung dieses Wagner-Denkmals fand 1913 eine feierliche Grundsteinlegung statt. Der Bildhauer Klinger konnte oder wollte dieses Denkmal nicht vollenden.

Anlässlich des 50. Todestages von Richard Wagner 1933 gab es den zweiten Anlauf mit einem internationalen Ideenwettbewerb. Die Entscheidung fiel zu Gunsten des Entwurfs des Bildhauers Emil Hipp, der auch von Hitler gefördert wurde. Es sollte einmal das weltweit größte Monument für Richard Wagner werden. Aufgestellt wurde das Wagner-Nationaldenkmal in Leipzig nie.

Nach 1945 verzichtete die Stadt Leipzig darauf, Teile des so belasteten Denkmals zu übernehmen - der vorhandene zentrale Denkmalblock wurde zwangsversteigert. Bestandteile des Richard-Wagner-Denkmals von Emil Hipp sind nun vom Stadtgeschichtliche Museum Leipzig und dem Richard-Wagner-Verband angekauft worden. Im Stadtgeschichtlichen Museum plant man in zwei Jahren eine Ausstellung zum Thema "Musikstadt Leipzig in der NS-Zeit“, in der die Steinreliefs in ihrem historischen Kontext ausführlich beleuchtet werden sollen.

Ein von Hitler befeuertes Projekt umzusetzen, finden die Einen unbedacht. Für Helmut Loos, Musikwissenschaftler und Vorsitzender des Leipziger Richard-Wagner-Verbands, ist es ein großes Anliegen, die besondere Geschichte der Wagner-Rezeption in Leipzig zu dokumentieren. Die Stadt Leipzig tut sich bis heute schwer mit dem Erbe Richard Wagners. Ein Grund ist, neben dem offensichtlichen Antisemitismus des Komponisten, eben auch die zwiespältige Rezeptionsgeschichte. Über diese Steine des Anstoßes hörten Sie anlässlich des Geburtstages von Richard Wagner am 22. Mai mehr in "Aufgefallen".

Weitere Themen der Sendung:

  • Gratuliert: Udo Lindenberg - 75. Geburtstag - Mit neuer Platte und neuen Plänen will Rockmusiker Udo Lindenberg am Montag seinen 75. Geburtstag feiern. Seit über 40 Jahren beleuchtet der Musiker und Maler das Weltgeschehen - politisch, sozialkritisch und religiös. "Aufgefallen" gratuliert ihm.

  • Gesucht: Sächsische Wörter - Weil wir in den letzten Monaten auch von unserer Reisefreiheit Abstand nehmen mussten, sucht die Jury für das "Sächsische Wort des Jahres" in diesem Jahr nicht nur das bedrohte, schönste und das beliebteste sächsische Wort des Jahres, sondern auch spezielle Wörter, die das Reisen beschreiben. MDR SACHSEN, die Sächsische Zeitung und die Ilse-Bähnert-Stiftung haben wieder die Suche danach gestartet. Bis 9. Juli läuft die Aktion, und am 3. Oktober werden die Siegerwörter verkündet.

  • Aufgefallen: Wie ein Chemnitzer die Pandemie seziert - Der Chemnitzer Philosoph Wolfram Ette und die französische Germanistin Anne Peiter analysieren und kommentieren Corona und die Folgen seit Monaten in einem Blog - ihre Erkenntnisse haben sie in ihrem gerade erschienenen Buch "Der Ausnahmezustand ist der Normalzustand ..." zusammengefasst. Wie ihnen das gelungen ist, hören Sie im Gespräch mit Wolfram Ette.

Programmablauf unter Vorbehalt, Änderungen sind möglich.

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Stefanie Eckert, Leiterin der DEFA-Stiftung
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Vor 75 Jahren wurde die DEFA gegründet, die es allerdings schon 20 Jahre nicht mehr gibt. Nur noch die DEFA-Filme. Im Gespräch mit der Chefin der DEFA-Stiftung, Stefanie Eckert, erinnern wir uns.

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Mo 17.05.2021 20:12Uhr 08:35 min

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Zwiebelzöpfe hängen an einem Stand.
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Peter Ufer fabuliert über die Sachsen im Urlaub, wenn sie loofen, biddeln oder einfach schlendern, gern ziellos. Manchmal schlurfen sie auch nur zeitlupenartig vor sich hin, mit hörbaren Schlurf-Geräuschen.

MDR SACHSEN - Das Sachsenradio Mo 17.05.2021 22:30Uhr 02:55 min

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