Ostball | Folge 8 "Wahnsinn, was hier passiert!" – über den steilen Aufstieg der Rostock Seawolves

07. November 2022, 16:00 Uhr

Von der Regionalliga an die Spitze der Bundesliga – und das innerhalb von acht Jahren: Die Rostock Seawolves haben sich nach oben gearbeitet. Wie der Aufschwung gelingen konnte? Eine Geschichte über Glauben, Vertrauen und Kontinuität. Folge 8 von "Ostball", dem Podcast über erstklassigen Basketball aus dem Osten.

Daniel George
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Ostball – der Basketball-Podcast aus dem Osten

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Das Gewusel ist groß. Auf dem Flur erklärt ein Nachwuchstrainer einem anderen gerade am eigenen Leib, wie am besten verteidigt wird. Manche Mitarbeiter laufen mit dem Telefon am Ohr durch die Gänge, andere sitzen in den Büroräumen beschäftigt vor dem Bildschirm.

Ein ganz normaler Vormittag in der Geschäftsstelle der Rostock Seawolves, dem Überraschungsteam der bisherigen Bundesliga-Saison. Es ist zu spüren: Hier passiert gerade etwas. Basketball in Rostock lebt – und wie!

Folge 8 von "Ostball" in der Übersicht:

Das Thema

Vier Siege aus vier Spielen – so starteten die Rostock Seawolves als Aufsteiger in die neue Bundesliga-Saison und überraschten damit ganz Basketball-Deutschland. Zwischenzeitlich stand Rostock sogar an der Spitze der BBL.

Noch beeindruckender als der aktuelle Erfolg ist aber der Blick zurück: Innerhalb von acht Jahren hat sich der Verein von der 1. Regionalliga, der vierten Liga also, in die höchste deutsche Spielklasse gearbeitet.

Wie konnte das gelingen? Wer war daran maßgeblich beteiligt? Nach welchen Prinzipien wird bei den Seawolves gearbeitet? Und wie hoch hinaus kann es für Rostock in Zukunft noch gehen? Antworten gibt es im Podcast.

Siegerehrung Das Team von Rostock Seawolves feiert die Meisterschaft, Chris Carter Mitte vorn mit Meisterpokal
Kapitän mit Meisterschale: Chris Carter und seine Teamkollegen bejubeln den BBL-Aufstieg 2022 und die Meisterschaft in der Pro A. Bildrechte: IMAGO/ULMER Pressebildagentur

Die Gäste

André Jürgens steht seit 2013 als Vorstandsvorsitzender an der Spitze des Klubs. Zuvor arbeitete der 45-Jährige bereits als Jugendtrainer, Schiedsrichter, Herren- sowie Damentrainer in Rostock. Sein Name ist wie kein zweiter mit dem Rostocker Aufschwung der vergangenen Jahren verbunden.

Jens Hakanowitz war früher dänischer Nationalspieler. 2012 wechselte der 42-Jährige nach Rostock, stieg mit dem Team zwei Jahre später in die Pro B auf. Seit 2016 arbeitet Hakanowitz als Sportlicher Leiter bei den Seawolves.

Die Spieler der Rostock Seawolves bilden einen Mannschaftskreis zum Schulterschluss.
Glaube an die Aufstiegshelden: Acht Spieler der letztjährigen Mannschaft gehören auch in dieser Saison zum Rostocker Aufgebot. Bildrechte: IMAGO/Fotostand

Christian Held wechselte im Sommer 2020 als Assistenztrainer von Dirk Bauermann nach Rostock. Als Bauermann ein Jahr später gehen musste, übernahm Held seine Nachfolge – und stieg mit den Seawolves direkt in seiner ersten Saison als Chefcoach in die Bundesliga auf. Besonderheit: Sein Vater Ralph Held, 64 Jahre alt, ist sein Co-Trainer.

Sid-Marlon Theis wechselte vor seinem Engagement in Rostock von Spielzeit zu Spielzeit den Verein. Nun geht der 29-Jährige bereits in seine dritte Saison bei den Seawolves. Mit seinen Leistungen hatte der Flügelspieler erheblichen Anteil am Aufstieg.

Michael Bösener verliebte sich 2013 in den Basketballsport. Der Grund: Seine Tochter spielte in der Rostocker Grundschulliga. Seitdem hat Bösener den Weg nach oben der Rostock Seawolves eng begleitet, war mit seiner Trommel auswärts und daheim meist dabei. Mittlerweile ist er Vorsitzender des Fan-Klubs "Baltic Pirates".

Die spannendsten Aussagen

André Jürgens sagt: "Diese Vision des Bundesliga-Aufstiegs 2013 laut herauszuschreien war das Wichtigste. Dann gab es kein Zurück mehr. Dann haben wir diese Vision immer weiter verfolgt und haben immer daran geglaubt. Trotzdem ist es wahnsinnig. Manchmal sage ich mir: 'Hoffentlich wache ich nicht gleich auf und alles war nur ein unheimlich schöner Traum.'" (ab Minute 03:30)

Rostock Seawolves, André Jürgens, Vorstandsvorsitzender der Rostock Seawolves
Macher und Menschenfänger: Der Aufstieg der Seawolves ist eng mit dem Vorstandsvorsitzenden André Jürgens (am Mikrofon) verknüpft. Bildrechte: MDR/Stefan Junghanns

Jens Hakanowitz sagt: "Rostock ist auf der Basketball-Landkarte. Wir waren in den vergangenen Jahren in Summe gesehen einfach verdammt erfolgreich." (ab Minute 12:00)

Rostock Seawolves, Jens Hakanowitz, Sportlicher Leiter
War erst Spieler bei den Seawolves und ist nun bereits seit sechs Jahren der Sportliche Leiter des Klubs: Jens Hakanowitz. Bildrechte: MDR/Stefan Junghanns

Christian Held sagt: "Der Weg, der hier eingeschlagen wurde, ist der richtige. Der Verein musste erstmal in der Region verwurzelt sein. Erst dann konnte und kann daraus der Leistungssport entstehen." (ab Minute 22:40)

Trainer Christian Held (Rostock)
Mit 34 Jahren der aktuell jüngste Coach der Bundesliga: Rostocks Cheftrainer Christian Held. Bildrechte: IMAGO / Christoph Worsch

Sid-Marlon Theis sagt: "Wir sind in der Mannschaft einfach eine sehr tolle Gruppe von Menschen. Bei uns kann sich jeder authentisch ausleben. Jeder kann er selbst sein. Das ist eine tolle Sache. Und du merkst im Umfeld den Stolz der Stadt auf die Seawolves. Da ist man dann auch selbst stolz, ein Teil davon zu sein." (ab Minute 42:30 )

Zweikampf Johannes Thiemann Alba Berlin und Sid-Marlon Theis Rostock Seawolves
Gegen Alba Berlin am Ball: Sid-Marlon Theis war ein wichtiger Teil der Aufstiegsmannschaft – und überzeugt mit Rostock nun auch in der Bundesliga. Bildrechte: IMAGO/Fotostand

Michael Bösener sagt: "Rostock hat es leider sehr schwer. Die Fußballfans von Hansa Rostock sind in der Vergangenheit nicht immer positiv aufgefallen. Das ist zum Teil auch heute noch so. Aber wir wollen ein positives Bild der Stadt nach außen tragen. Denn diese familiäre Atmosphäre, wie wir sie in der Halle haben, sucht seinesgleichen. Auch dadurch konnte der Verein so wachsen." (ab Minute 53:20)

Michael Bösener, Vorsitzender des Fan-Klubs der Rostock Seawolves
Fast immer mit seiner Trommel dabei: Michael Bösener, Vorstandsvorsitzender der Baltic Pirates, dem Fan-Klub der Rostock Seawolves. Bildrechte: MDR/Daniel George

Über den Podcast "Ostball" – das ist der Podcast über erstklassigen Basketball aus dem Osten. Alle zwei Wochen erzählt Moderator Daniel George in einer neuen Folge die besten Geschichten des ostdeutschen Basketballs.

Mit Chemnitz und Weißenfels bei den Männern sowie Halle bei den Frauen gibt es schließlich drei Erstliga-Standorte im Osten. Aber auch viele Protagonisten wie Spieler, Trainer und Verantwortliche, die mittlerweile anderswo tätig sind, haben dort ihre Wurzeln.

Wo der Podcast zu hören ist

Podcasts FCM und HFC
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Daniel George
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Über den Moderator Daniel George wurde 1992 in Magdeburg geboren. Er erkannte schnell, dass es auf dem Parkett für mehr als eine stabile Landesliga-Karriere beim großartigsten Dorfverein der Welt, dem TSV Niederndodeleben, nicht reicht.

Also begann der Zwei-Meter-Center mit dem Schreiben über Basketball. Zunächst für die Mitteldeutsche Zeitung über den Oberligisten BC Anhalt aus Dessau, dann über den Regionalligisten Aschersleben und schließlich über den Bundesligisten Weißenfels.

Inzwischen hat er für den MDR mehrere Dokumentationen über Basketball produziert: unter anderem "Plan A" über Nationalspieler Andreas Obst und "Built to win" über die SBB Baskets Wolmirstedt. Außerdem schreibt er für das Fachmagazin "BIG" über Basketball im Osten. Im Podcast "Ostball" spricht er nun auch regelmäßig über den Sport seines Herzens.

MDR (Daniel George)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. November 2022 | 07:30 Uhr

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