Direktkandidaten im Porträt Christian Schaft (Die Linke) | Wahlkreis 22 (Ilm-Kreis I)

Zur Landtagswahl 2019 in Thüringen haben wir den Direktkandidatinnen und -kandidaten Fragen zur Person sowie zu politischen Themen gestellt. Lesen Sie hier die Antworten von Christian Schaft.

Zur Person

Christian Schaft
Christian Schaft Bildrechte: MDR/Christian Schaft

  • 28 Jahre alt
  • Abitur am Dr. Sulzberger Gymnasium in Bad Salzungen
  • Studium mit Abschluss M.A. Kommunikationsforschung an der Uni Erfurt
  • ledig
  • Erfurt

Politischer Werdegang

  • Eingetreten in die Partei DIE LINKE 2008,
  • Gemeinderatsmitglied in Barchfeld-Immelborn 2010-2014,
  • MdL seit September 2014,
  • Mitglied im Bundesvorstand DIE LINKE seit 2016

Privates

Was ist Ihre größte Stärke?

Ich kann gut zwischen Gruppen, die sich uneinig sind, vermitteln, um gemeinsam nach Kompromissen zu suchen.

Was ist Ihre größte Schwäche?

Ich bin ein eher ungeduldiger Mensch.

Wo erholen Sie sich in Thüringen am liebsten?

Am liebsten bin ich zuhause bei meiner Familie und Freund*innen in Barchfeld-Immelborn und Umgebung oder beim ausgedehnten Spaziergang mit Hund im Erfurter Umland.

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Ein Tablet mit ausreichend gespeicherten Serien und E-Books, ein Mini-Solarpanel mit Akku zum Laden des Tablets und ein Multi-Tool.

Politisches

Warum haben Sie sich als Direktkandidat zur Wahl gestellt?

Ich kandiere direkt, um den Menschen im südlichen Ilmkreis ein konkretes und greifbares politisches Angebot mit meinen Ideen von einem solidarischen und vielfältigen Thüringen vor Ort zu machen und als Vertreter meiner Partei für eine starke LINKE im Thüringer Landtag zu kämpfen, damit Rot-Rot-Grün fortgesetzt werden kann.

Wenn Sie gewählt werden, was ist Ihr wichtigstes Ziel für die kommende Legislaturperiode?

Mein wichtigstes Ziel ist es, dass wir weiter vorankommen mit der Gebührenfreiheit der Bildung von der Kita bis zur Hochschule. Das bedeutet weitere Kitajahre beitragsfrei zu machen, das Schulgeld bei Ausbildungsberufen und auch die Langezeitstudiengebühren abzuschaffen und die Angebote der Erwachsenenbildung so finanziell auszustatten, dass alle Menschen die Angebote nutzen können, unabhängig von ihrem Geldbeutel.

Was wollen Sie für Thüringen erreichen…

… im Bereich Bildung:

Längeres gemeinsames Lernen muss weiter ausgebaut werden. Das bedeutet, mehr Schulen müssen auf dem Weg hin zur Gemeinschaftsschule unterstützt werden. Es gilt auch die Lehrer*innenaus- und -fortbildung zu reformieren, um künftige Lehrer*innen noch besser auf ihren Beruf vorbereiten zu können. Und ich will, dass wir weiter vorankommen mit der Gebührenfreiheit der Bildung von der Kita bis zur Hochschule.

… im Bereich Forschung und Entwicklung:

Forschung und Entwicklung wollen wir gezielt dabei unterstützen, die zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen wie den Klimawandel und den sozialen wie demografischen Wandel in den Blick zu nehmen und innovative Lösungen zu entwickeln. Ich will, dass wir dazu die notwendige Grundfinanzierung für Hochschulen und Forschungseinrichtungen weiter stärken, damit Beschäftigte weniger abhängig von Drittmitteln und zeitlich befristeten Projektmitteln sind. Gute Arbeitsbedingungen in Forschung und Wissenschaft sind dazu notwendig und müssen gestärkt werden, für eine innovative Entwicklung im Freistaat. 

… im Bereich Wirtschaft und Verkehr:

Staatliche Wirtschaftsförderung muss stärker auch die Förderung guter Arbeitsbedingungen in den Blick nehmen und an entsprechende Bedingungen geknüpft werden. Zudem will ich, dass wir mit dem Ausbau des Netzes von Bus, Bahn und Rad eine sozial-ökologische Wende auf den Straßen schaffen. Ein landesweites, kostengünstiges, perspektivisch sogar kostenfreies Mobilitätsticket muss das Ziel sein. Ein erster Schritt wäre ein kostenfreies, landesweites Ticket für Kinder- und Jugendliche.

… im Bereich Innere Sicherheit:

Innere Sicherheit wächst meines Erachtens vor allem durch soziale Sicherheit und Versorgungssicherheit. Denn soziale Ungleichheit fördert Gewalt und Kriminalität. Die Antwort darauf kann deshalb keine law-and-order-Politik sein, sondern muss die sozialen Ursachen in den Blick nehmen. Ich will daher, dass wir uns intensiv dafür einsetzen, dass ein wohnortnahes Gesundheitsangebot ebenso selbstverständlich wird wie bezahlbare Mieten oder eine soziale Grundsicherung für alle Menschen. Genossenschaftlich organisierte Dorfläden und Kulturräume gilt es zu unterstützen. Natürlich gehört aber auch die Unterstützung der vielen Ehrenamtlichen in Vereinen oder Feuerwehren dazu, die Räume schaffen für Begegnung und ein solidarisches Miteinander, das Sicherheit schafft. Und ich will, dass die Menschenwürde in Sicherheit ist. Das bedeutet den konsequenten Einsatz gegen Hass, Hetze und Rassismus zu unterstützen.

… im Bereich Umwelt/Klimaschutz?

Thüringen muss Vorbild sein in Sachen Klimaneutralität und Umweltschutz. Die Förderung erneuerbarer Energien, um zu 100 Prozent aus solchen Quellen versorgt zu werden, der Kampf gegen Landgrabbing, um regional und nachhaltig produzierende Landwirtschaft zu stärken und eine Mobilitäts- und Verkehrswende, um den CO2-Ausstoß zu senken, sind einige von vielen Projekten, die dazu beitragen können. 

Vervollständigen Sie bitte den Satz: In fünf Jahren sollte es in Thüringen…

... selbstverständlich sein, dass Mieten bezahlbar sind, der ÖPNV kostengünstig, das Dorf erreichbar, Bildung gebührenfrei ist und Hass und Hetze keinen Platz haben.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Fazit vom Tag | 27. Oktober 2019 | 18:00 Uhr