Thomas Kemmerich, FDP-Landesvorsitzender, spricht bei einer Kundgebung zum Wahlkampfauftakt der FDP Thüringen.
Für Thomas Kemmerich und seine FDP ist die Thüringer Landtagswahl eine Zitterpartie. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Landtagswahl Knappes FDP-Ergebnis: Klare Tendenz nach Prüfung

Nach dem denkbar knappen Ergebnis der FDP bei der Landtagswahl wartet das politische Thüringen auf das amtliche Endergebnis. Für die Freien Demokraten zählt jede Stimme für den Einzug ins Parlament. Mittlerweile haben die Kreiswahlausschüsse ihre Prüfung abgeschlossen - und es deutet sich eine klare Tendenz an.

Thomas Kemmerich, FDP-Landesvorsitzender, spricht bei einer Kundgebung zum Wahlkampfauftakt der FDP Thüringen.
Für Thomas Kemmerich und seine FDP ist die Thüringer Landtagswahl eine Zitterpartie. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Die Thüringer FDP hat den Einzug in den neu gewählten Landtag sehr wahrscheinlich geschafft. Nach einer Umfrage von MDR THÜRINGEN unter den Kreiswahlleitern werden die Freien Demokraten voraussichtlich mit mehr als 40 Stimmen über der Fünf-Prozent-Hürde liegen. Eine abschließende Bestätigung steht allerdings noch aus.

Landtagswahl in Thüringen: Denkbar knappes Ergebnis der FDP

Das Ergebnis der FDP hatte in Thüringen für Aufsehen gesorgt. Noch am Wahlabend bescheinigte der Landeswahlleiter den Liberalen, die Fünf-Prozent-Hürde nur denkbar knapp genommen zu haben. Gerade einmal fünf Stimmen mehr als nötig standen für die Partei um Landeschef Thomas Kemmerich zu Buche. Weil im Anschluss mehrere Wahlkreisausschüsse ihre Zahlen noch korrigierten, wackelte der Parlamentseinzug bald wieder.

Korrekturen in den Wahlkreisen - FDP gewinnt hinzu

Seit Ende der vergangenen Woche deutet sich jedoch an, dass die Prüfungen in den Wahlkreisen eher zugunsten der FDP ausfallen. Am Montag schlossen die letzten Ausschüsse ihre Arbeit ab. Nach MDR THÜRINGEN-Informationen gab es hier erneut Korrekturen nach oben, weshalb die FDP den Abstand zur Fünf-Prozent-Hürde weiter vergrößern kann. Das amtliche Endergebnis liegt allerdings noch nicht vor, der Landeswahlleiter will es am Donnerstag vorstellen.

Wie kommt es zu den unterschiedlichen Zahlen?

Bei den Korrekturen in den Wahlkreisen handelte es sich nicht zwingend um eine Neuauszählung, auch wenn sie in begründeten Fällen vom jeweiligen Kreiswahlleiter angeordnet werden konnte. Die aktuellen Veränderungen im Ergebnis der FDP hängen etwa damit zusammen, dass es am Wahlabend Übermittlungsfehler bei der Schnellmeldung aus den Wahllokalen gegeben hat. Auch würden einige Stimmzettel erneut betrachtet, auf denen das Votum nicht zweifelsfrei zu erkennen gewesen sei, sagte der Landeswahlleiter.

Bei Wahlen ist durchaus üblich, dass sich das amtliche Endergebnis nach der mehrstufigen Prüfung geringfügig von den vorläufigen Zahlen unterscheidet. In der Regel hat dies aber kaum Auswirkungen auf die Sitzverteilung. Mit dem hauchdünnen Abstand der FDP zur Fünf-Prozent-Hürde können die Auswirkungen aber erheblich sein.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 04. November 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. November 2019, 16:32 Uhr

9 Kommentare

martin vor 7 Tagen

Die Speisung war doch am See. Und da Jesus bekanntlich auch aus Wasser Wein machen kann, wird es da wohl auch Wein zu trinken gegeben haben. So ungefähr würde ich die fürstliche Denkweise interpretieren ....

martin vor 7 Tagen

Das ist ja wieder ein fuerstlicher Kommentar von Ihnen. Danke dafür. So geht mein MDR-Leseabend vergnüglich zu Ende.

Und ja: Ich lebe lieber in einer Demokratie als unter einem Führer oder Fürsten. Und Ihre "noch länger nachgezählt"-Verschwörungstheorie passt eher in die erfreulicherweise vergangenen fürstlichen Zeiten als in das reale Thüringen im Jahr 2019.

martin vor 7 Tagen

Ich bezweifele, dass die von Ihnen genannten "Splitting-Stimmen" die einzigen "Leihstimmen" für die FDP sind. Direktkandidaten der Freien Wähler dürften wohl nur in sehr wenigen Wahlkreisen die Chance auf das Direktmandat haben, so dass es auch zum "umgekehrten" Splitting zu Gunsten der Freien Wähler und zu Lasten der FDP gekommen wäre, wie bspw. die Erststimme an den CDU Bewerber und die Zweitstimme an die Freien Wähler.

Ich vermute, dass die FDP die 5% Hürde nicht genommen hätte, wenn auch die Freien Wähler mit einer Landesliste angetreten wären. Ob das Kalkül, Dummheit oder Schusseligkeit war, kann ich natürlich nicht beantworten. Ein "Geschmäckle" hat die Nummer aber schon, denn die Freien Wähler sind ja keine Neulinge in dem Geschäft ....

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