Wohnen in Weimar Mit 120 Millionen vom "Schlachthofviertel" zum "Kirschbergquartier"

Autorenbild Conny (Cornelia) Mauroner
Bildrechte: MDR/Conny Mauroner

Auf dem Gelände des früheren Schlachthofs in Weimar soll ein neues Wohnquartier entstehen. Im Jahr 2022 sollen die ersten Familien ins "Kirschbergquartier" einziehen. Das Gelände wird bereits erschlossen, der Baubeginn für die ersten Häuser ist für Oktober geplant. Der niederländische Investor BPD investiert 120 Millionen Euro in das Areal. 500 Wohnungen sollen entstehen, darüber hinaus sind ein Nahversorger, ein Ärztehaus und eine Pflegeeinrichtung geplant.

Zu sehen sind die alten denkmalgerecht sanierten Hallen des Schlachthofes.
Hier im alten Schlachthof soll wieder Leben einziehen. Bildrechte: MDR/Cornelia Mauroner

Es ist fast eine kleine Stadt in der Stadt. "Kirschbergquartier" nennt sich das neue Viertel. "Schlachthofgelände" lässt sich vermutlich weniger gut vermarkten. Wobei die Weimarer damit allzu gut etwas anfangen können. Das Schlachthofviertel liegt keinen Kilometer vom Hauptbahnhof entfernt. Die alten Fabrikhallen sind inzwischen denkmalgerecht saniert. Doch seit Jahren stehen sie leer. Auch sie sollen ins neue "Kirschbergquartier" integriert werden.

Der Investor, die niederländische Firma BPD (Bouwfonds Property Developement), nimmt 120 Millionen Euro in die Hand. Es werden 500 Miet- und auch Eigentumswohnungen entstehen, dazu ein Nahversorger, ein Ärztehaus und eine Pflegeeinrichtung. Geplant sind außerdem eine Tiefgarage und ein Parkhaus, mit insgesamt etwa 800 Stellplätzen. Auch für Radfahrer wird gesorgt. 940 Fahrradstellplätze werden gebaut. Geplant sind Grünanlagen und ein Teich.

Preise stehen noch nicht fest

Die Bagger rollen bereits auf dem 60.000 Quadratmeter großen Gelände. Die Erschließung ist in vollem Gange. Leitungen und Straßen werden zuerst gebaut. Dann folgt der Rest. Das Ziel: im zweiten Halbjahr 2022 sollen die ersten Mieter einziehen können. Zu welchen Preisen sie wohnen werden, ist unklar und dann auch "Sache des Vermieters", sagt der Investor.

Das Schlachthof-Viertel verändert sich

Baugrund
60.000 Quadratmeter ist das Gelände groß. Bildrechte: MDR/Cornelia Mauroner
Baugrund
60.000 Quadratmeter ist das Gelände groß. Bildrechte: MDR/Cornelia Mauroner
die Hallen von innen
In dieser Halle sollen die Bewohner künftig einkaufen können. Bildrechte: MDR/Cornelia Mauroner
Bagger vor den Hallöen des ehemaligen Schlachthofs
Die Erdarbeiten haben bereits begonnen. Bildrechte: MDR/Cornelia Mauroner
Zu sehen sind die alten denkmalgerecht sanierten Hallen des Schlachthofes.
Die denkmalgerecht sanierten Hallen des Schlachthofes sollen endlich belebt werden. Bildrechte: MDR/Cornelia Mauroner
Neues Wohngebiet Kirschberg
So könnte das Wohngebiet später aussehen. Bildrechte: BPD Immobilienentwicklung GmbH
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Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) ist dankbar für so viel Investoren-Engagement. "Weimar kann Wohnungen mehr als gebrauchen. Der Bedarf ist enorm". Kleine ist sich sicher: "Die Wohnungen werden nicht lange leer stehen." Auch die Stadt hat noch Hausaufgaben zu erledigen.

Ist der große Hausbau erst einmal geschafft, muss die Kommune die Straßen im Umfeld sanieren. Hier reiht sich Schlagloch an Schlagloch, stellt auch der Oberbürgermeister fest. Den Rest der Infrastruktur hält Kleine für ideal. Der Bahnhof, nur wenige hundert Meter entfernt. Einen neugebauten Kindergarten gibt es bereits am Ort und die Schule ist auch nicht weit entfernt. Gerade Familien könnten sich im neuen "Kirschbergquartier" pudelwohl fühlen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 14. Juli 2020 | 17:00 Uhr

5 Kommentare

Paule vor 3 Wochen

Hallo Martin, bei 500 Wohneinheiten werden ca. 800 PKW-Stellplätze geschaffen. Das entspricht 1,6 Stellpätze / Wohnung und sollte reichen. Nicht jeder hat ein Auto und manche haben halt 2.
Bei der Nord-Ost-Umgehungsstraße gibt es zu viele Unwegbarkeiten. Die Streckenführung ist sehr problematisch. Entweder wird ein Park zerstört, oder aus topografischen Gründen Einfamilienhäuser überbrückt, oder die Strecke führt soweit an Weimar vorbei, dass es keine wirkliche Entlastung darstellt udn die Tunnelvariante wird zu teuer. Ich denke nicht, dass es hier irgendwann einmal eine Umgehungsstraße geben wird. Man braucht ja nur mal selbst auf der Karte malen und schauen wie weit man kommt. Das Kirschbergquartier ist fußläufig zur Innenstadt und zum Bahnhof. Möglicher Weise sollte man hier eher mit dem ÖPNV Anreize schaffen, um im Großen und Ganzen auf PKW´s verzichten können. Der OB spricht ja schon von einem Bahnhaltepunkt für dieses Gebiet RO70 / Kirschberquartier (was für ein besch.. Name)

Martin84 vor 3 Wochen

Es ist sehr erfreulich, dass Weimar als Lebensmittelpunkt für viele Menschen attraktiv ist.
Leider übersieht der Oberbürgermeister etwas sehr wichtiges, wenn er die Infrastruktur "für Ideal" hält. Im Zuge der Ansiedlung werden auch viele KfZ aller Art in diesem Quartier "angesiedelt". Im Artikel stehen ca. 800 Stellplätze. Der Osten Weimars, wo das Kirschbergquartier ligen wird, ist schon heute massiv vom Verkehr belastet. Diese Belastung nimmt weiter zu.
Mit Hilfe der Vollendung der Umgehungsstraße durch den fehlenden Teils im Osten wird ein großer Teil der Stadt entlastet. Die Gelder von 25 Millionen Euro stehen im Bundesverkehrswegeplan bereit, die Straße ist finanziert. Diese Diskussion muss endlich in Weimar geführt werden, diejenigen, die seit über zwei Jahrzehnten das Projekt zum Schaden des Allgemeinwohles verhindern, dürfen nicht zum Schaden Weimars erfolgreich bleiben. Weimar braucht diesen Lückenschluss um eine langfristige Verkehrs- und Stadtentwicklung möglich zu machen.

Paule vor 3 Wochen

ChristianeW: Wie komen Sie darauf? Es sind nicht 100% Eigentumswohnungen, denn fast 300 WEH (der Ringbau im Norden) wurden von einem Investor übernommen und werden zu 100% Mietwohnungen. Wir können froh sein, dass es in Zeiten von Mietpreisdeckeldiskussionen und Drangsalierung von Investoren überhaupt noch Investoren gibt, welche Geld in die Hand nehmen und Wohnungen bauen. Wir liegen in Weimar bereits beim Faktor 20. Das heißt, erst in frühestens 20 Jahren deckelt die Mieteinnahme die Investition (ohne Kaufnebenkosten wie 6,5% Grunderwerbsteuer, Notarkosten etc..) . Also eigentlich keine gute Investition mehr.

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