Raumsonde DART soll Asteroiden umleiten

Am 24. November soll die DART-Mission der NASA ins Weltall aufbrechen. Ziel der Mission ist die Abwehr eines Asteroiden mittels Einschlag. Bei der Mission handelt es sich um eine Technologiedemonstration. Mehr dazu:

Die Raumsonde DART mit ihren Solarflügeln in der Nähe eines großen Asteroidenbrockens. Im Hintergrund ist der Weltraum zu erkennen sowie ein weiterer kleinerer Asteroid – insgesamt eine sehr dunkele künstlerische Darstellung.
Abbildung der NASA-Raumsonde DART und des LICIACube der italienischen Raumfahrtagentur (ASI) vor dem Einschlag im Didymos-Binärsystem Bildrechte: Steve Gribben, Johns Hopkins APL, NASA

Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA will eine Raumsonde zu einem Asteroiden schicken, um diesen umzulenken. Damit soll der erste aktive Schritt zur Planetenverteidigung beginnen. Dieser soll mittels eines kinetischen Einschlags auf einem für die Erde gefährlichen Asteroiden erfolgen. Die Raumsonde DART soll am 24. November mit dem privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX in den Weltraum aufbrechen.

Die Abkürzung DART steht für "Double Asteroid Redirection Test" (engl. Doppelter Asteroidenumlenkungstest). Als Zielort der Mission habe man sich bei der NASA für das binäre Asteroidensystem Didymos entschieden. DART soll auf dem kleineren Asteroiden (Dimorphos) des Systems einschlagen, um dessen Umlaufgeschwindigkeit zu verändern. 

Bei der Mission handelt es sich um eine erste Technologie-Demonstration. Außerdem sei das Zielobjekt keine Bedrohung für die Erde, verdeutlicht die Raumfahrtbehörde: "Dieses Asteroidensystem ist ein perfektes Testgelände, um zu sehen, ob der absichtliche Einschlag eines Raumfahrzeugs in einen Asteroiden ein wirksames Mittel ist, um dessen Kurs zu ändern, falls in der Zukunft ein die Erde bedrohender Asteroid entdeckt wird."

Starttermin war lange Zeit nicht genau klar

Ursprünglich bestanden zwei Startfenster. Das primäre Startfenster erstreckte sich vom 21. Juli bis zum 24. August 2021. Der Launch war in diesem Zeitfenster aber nicht realisierbar, weshalb man den Start auf das sekundäre Startfenster verschoben hat. Dieses öffnet sich laut einem Beitrag der NASA am 24. November 2021 und soll sich am 15. Februar 2022 wieder schließen.

"Bei der NASA sind Missionserfolg und Sicherheit von größter Bedeutung und nach einer sorgfältigen Risikobewertung wurde klar, dass DART nicht innerhalb des primären Startfensters durchführbar und sicher gestartet werden kann", so Thomas Zurbuchen von der NASA.

Nun habe die NASA das DART-Team angewiesen, "die frühestmögliche Startgelegenheit im sekundären Startfenster anzustreben" – somit am 24. November 2021. Trotz der Startverzögerung sei man sich bei der Behörde sicher, dass man den kinetischen Einschlagstest auf dem kleinen Mond Dimorphos wie geplant durchführen kann. Der ursprünglich geplante Einschlagstermin am 30. September 2022 würde sich nur um wenige Tage nach hinten verschieben. 

Die Gefahr aus dem All: Nicht in den nächsten 100 Jahren

Die Gefahr, dass ein gefährlicher Asteroid in naher Zukunft auf die Erde einschlägt sei aber gering, erklärt Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg gegenüber golem.de. Sie und andere Astronomen können sich nicht vorstellen, dass in den nächsten 100 Jahren ein solcher Asteroid auf die Erde einschlagen würde. Unter Astronominnen und Astronomen wundere man sich auch, warum es manche Asteroiden in die Medien schaffen und andere wiederum nicht. 

Angestellte der NASA sind derselben Meinung: "Kein bekannter Asteroid, der größer als 140 Meter ist, hat eine signifikante Chance, die Erde in den nächsten 100 Jahren zu treffen." Jedoch wurden bisher nur circa vierzig Prozent solcher Asteroiden entdeckt.

(PK)