Nachwuchsforscher Bundessieger bei "Jugend forscht": Wie der Leipziger Nikola Ristic die Jury überzeugte

Mit seinem optimierten Computerprogramm zur Berechnung und Sichtbarmachung von Dichte und innerer Struktur von Molekülen und deren Hohlräumen hat der Leipziger Schüler Nikola Ristic die Jury überzeugt und den ersten Platz belegt. Wir haben mit ihm über sein Projekt gesprochen.

Ein junger Mann blickt in die Kamera. Hinter und vor ihm sind in grafischen Symbolen Moleküle abgebildet, die das Fach Chemnie berdeutlichen sollen. Der Schüler heißt Nikola Ristic (18), lernt (Stand: 05/2021) in Leipzig an der Wilhelm-Ostwald-Schule und hat den Bundessieg 1. Preis Chemiebeim Wettbewerb Jugend forscht gewonnen. 3 min
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MDR KULTUR - Das Radio Di 01.06.2021 13:28Uhr 03:03 min

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Der Leipziger Abiturient Nikola Ristic hat mit seinem optimierten Computerprogramm bei der "Jugend forscht"-Jury gepunktet und den Sieg geholt. Mit seinem Webtool analysierte er rund 160.000 Proteine und RNA-Moleküle, untersuchte ihre Dichte und innere Struktur, berechnete deren Hohlräume und machte sie sichtbar. Wir haben mit ihm über sein Projekt und über seine Zukunft gesprochen.

Was genau hast Du da entwickelt und was kann man damit machen?

Nikola Ristic: "Ich habe ein Webtool entwickelt, das die Dichte und Hohlräume von Makromolekülen wie zum Beispiel Proteinen untersucht. Anhand dieser Hohlräume, die darin auftreten, kann man versuchen deren Bewegungen und somit auch deren Funktionen nachzuvollziehen."

Das ist ja nun nichts, was man alltäglich braucht. Würde man das der Grundlagenforschung zurechnen?

"Ja schon, wobei man sagen muss, dass das schon sehr direkte Anwendungen haben kann. Medizinisch kann man das Tool verwenden, um neue Medikamente zu entwickeln."

Wie bist du denn darauf gekommen, in diesem Bereich zu forschen und dieses Computerprogramm zu optimieren?

"Ich habe das Projekt angefangen im Rahmen der besonderen Lernleistungen Wilhelm-Ostwald-Gymnasium. Und ich hatte einfach ein Interesse an Biochemie, war aber auch begeistert vom Programmieren. Da wollte ich einfach eine interdisziplinäre Arbeit haben. Ich habe dann einfach an der Universität Leipzig geschaut, welche Arbeitsgruppen es gibt, die vielleicht etwas in diese Richtung machen. Da bin ich auf die Arbeitsgruppe von Dr. Peter Hildebrand gestoßen. Und dort wurde mir das Programm dann als Thema vorgeschlagen."

Wie viel Zeit hat dich diese Arbeit gekostet, wann hast du daran gearbeitet?

"Ich habe das nicht in der Schulzeit gemacht. Wir haben am Wilhelm-Ostwald-Gymnasium in der elften Klasse einen Tag in zwei Wochen, den wir freigestellt bekommen, um für unsere besondere Lernleistung arbeiten zu können. Aber der Hauptteil der Arbeit wurde am Nachmittag oder in den Ferien erledigt. Es ist schwer abzuschätzen, aber ich würde schon sagen, dass es 500 Arbeitsstunden waren. Ich habe über zwei Jahre daran gearbeitet."

Du bist gerade in der Prüfungszeit. Wie geht es denn danach weiter. Hast du vor, ein Chemiestudium aufzunehmen oder etwas in dem Bereich zu machen?

"Forscher an der Universität wäre schon sehr interessant, einfach weil die Themen, die man da behandeln kann, sind ja wirklich sehr interessant. Und man hat auch viel Freiheit, was man macht. Aber das liegt ja alles für mich noch in ferner Zukunft."

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