Sars-CoV-2 Milch geimpfter Mütter schützt Babys mit wirksamen Antikörper gegen Corona

Geimpfte Mütter geben über ihre Muttermilch wirksame Antikörper gegen Corona an ihre Babys weiter, wenn sie stillen. Eine neue Studie hat diese Antikörper nun auch im Stuhl der Kinder nachgewiesen.

Stillende Mutter mit Baby
Über ihre Muttermilch geben geimpfte Mütter Antikörper gegen Corona an ihre Babys weiter. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Cavan Images

Stillende Mütter, die sich nach der Geburt gegen Corona impfen lassen, geben einen Teil ihrer Antikörper über die Muttermilch an ihre Babys weiter. Forscher konnten diese Antikörper nun auch in Stuhlproben der Kleinkinder nachweisen und auf diese Weise zeigen: Die Antikörper überstehen den Verdauungstrakt und sind in Zellkulturen gegen das Virus wirksam. Darüber berichten Lauren Stewart Staffort und Kolleginnen von der University of Florida im Fachmagazin Journal of Perinatology.

Mütter und Babys wurden vor und mehrfach nach der Impfung untersucht

Die Untersuchung ist eine Folgestudie. In der ersten Veröffentlichung hatten die Forscherinnen und Forscher bereits gezeigt, dass die Muttermilch von geimpften Müttern Antikörper gegen Sars-CoV-2 enthält. Im jetzt veröffentlichten Aufsatz untersuchten sie zudem Stuhlproben von insgesamt 25 Babys und Muttermilch von 37 Müttern, von denen sich drei bereits während der Schwangerschaft impfen ließen, während die übrigen ihre Covid-Impfung erst nach der Geburt bekamen.

Die Mütter stellten zudem Blutplasma zur Verfügung. Bei allen Teilnehmenden wurden zu mehreren Zeitpunkten vor und nach der Impfung Proben genommen, die letzte im Abstand von sechs Monaten nach Abschluss der Grundimmunisierung. Die Untersuchung wurde zwischen Dezember 2020 und November 2021 durchgeführt. Verwendet wurden die Impfstoffe von Moderna, Biontech und Johnson & Johnson.

Antikörperspiegel sinken langsamer in der Muttermilch

Bei der Analyse testeten die Forschenden auf IgA und IgG Antikörper. Beide Typen fanden sich sowohl in Blutplasma und Milch der Mutter, sowie im Stuhl der Kinder. Dabei sind IgA Antikörper vor allem solche, die kurz nach einer Impfung oder Infektion gebildet werden und die oft auch auf den Schleimhäuten vorkommen. IgG-Antikörper wiederum werden erst später gebildet und bleiben oft am längsten erhalten.

Bei der Analyse stellten die Forschenden erwartungsgemäß fest, dass die Menge vorhandener Antikörper im Verlauf der sechs Monate nach der Impfung langsam weniger wurden, im Blutplasma jedoch stärker als in der Muttermilch. Zudem waren auch nach einem halben Jahr immer noch mehr Antikörper vorhanden als ohne Impfung.

Antikörper in der Muttermilch wurden weniger aber effektiver

Dass die Antikörper im Stuhl der Kinder nachweisbar waren, sehen die Forschenden sehr positiv. "Die durch die Milch aufgenommenen Antikörper stellen einen schützenden Mantel im Mund und im Verdauungstrakt der Kinder dar", sagt Vivian Valcarce Luaces, eine der Co-Autorinnen der Studie. Neutralisationstests in Zellkulturen bestätigten die Wirksamkeit dieser Antikörper gegen das Virus.

Dabei zeigte sich zudem ein interessanter Effekt: In der Muttermilch nahm die Menge der Antikörper zwar im Zeitverlauf ab, allerdings verbesserte sich zugleich ihre Neutralisationsfähigkeit. Es kam also zur Affinitätsreifung der vorhandenen Antikörper, die Kinder wurden so mit immer wirksameren Schutzmolekülen versorgt.

Keine Daten über den Schutz vor Ansteckungen erhoben

Einschränkend muss bei dieser Studie jedoch zum einen die kleine Zahl von untersuchten Müttern und Kindern festgehalten werden. Andererseits haben die Forschenden auch nicht erhoben, wie gut der Schutz vor einer Infektion war. Das sei eine Aufgabe für kommende Studien, so die Autorinnen und Autoren.

(ens)