Covid-19 Corona-Impfung für Schwangere: Sogar weniger Nebenwirkungen

Schwangere zeigen etwas seltener starke Reaktionen wie Fieber oder Abgeschlagenheit auf Covid-Impfstoffe. Die Vakzine seien für werdende und neue Mütter offenbar gut verträglich, so eine neue Studie aus den USA.

Schwangere bekommt eine Corona Impfung
Eine schwangere Frau wird geimpft (Symbolfoto): Covid-Impfstoffe sind offenbar laut Studiendaten aus den USA gut verträglich während der Schwangerschaft. Bildrechte: IMAGO / Panthermedia

Schwangere und stillende Mütter vertragen die Impfungen gegen das Sars-Coronavirus-2 offenbar sehr gut. Im Vergleich zu nicht schwangeren oder stillenden Frauen bekommen die Schwangeren nach einer Impfdosis sogar etwas seltener Fieber oder fühlen sich abgeschlagen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Beobachtungsstudie aus den USA, die zwischen Januar und März die Impfreaktionen bei über 17.000 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 33 Jahren beobachtet hat. Die Daten schließen eine Lücke bei der Beobachtung von Impfreaktionen, da Schwangere in den klinischen Zulassungsstudien nicht untersucht worden waren.

Schwangerschaft durch Covid-Impfung nicht beeinträchtigt - etwas weniger Milchproduktion

Die Untersuchungsteilnehmerinnen waren größtenteils im Gesundheitssystem beschäftigt und wurden deshalb früh geimpft. Allerdings seien dadurch Verzerrungen bei der Zahl der beobachteten Impfreaktionen möglich, schreibt das Team um Erstautorin Alisa Kachikis von der Universität Seattle im Fachmagazin JAMA Network Open.

Insgesamt werteten Kachikis und ihre Kollegen Antwortbögen von rund 7.800 Schwangeren, 6.800 Stillenden und 2.900 nicht schwangeren oder stillenden Frauen aus, die bis zum 16. März bereits mindestens eine Impfdosis erhalten hatten. Eine Mehrheit von rund 61,9 Prozent hatte den mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer erhalten, 37,8 waren mit Moderna und 0,3 Prozent mit dem Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson geimpft worden. "Schwangere vertragen die Impfstoffe gut", fasste Kachikis die Ergebnisse in einer Mitteilung zusammen.

Die Schwangerschaft wurde demnach nicht von der Impfung beeinträchtigt. Unter den Stillenden berichtete ein kleiner Teil von fünf Prozent nach der ersten und sieben Prozent nach der zweiten Impfdosis davon, dass die Milchproduktion zurückgegangen sei. In je zwei Prozent der Fälle musste die Brustfütterung der Babys einige Tage unterbrochen werden.

Schwangere haben seltener Fieber oder Kopfschmerzen nach der Impfung

Die gewöhnlichen Impfreaktionen – Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit und in selteneren Fällen Fieber – traten in etwa ähnlich häufig auf, wie bei den Teilnehmern der Zulassungsstudien. Demnach berichteten 91,4 Prozent der Geimpften von Schmerzen an der Einstichstelle und 31,3 Prozent von Abgeschlagenheit nach der ersten Dosis. Wie schon bei anderen vorangegangenen Studien stieg die Zahl der berichteten Reaktionen nach der zweiten Dosis. Hier fühlten sich 69,2 Prozent der befragten Frauen abgeschlagen und müde.

18,8 Prozent der Geimpften berichteten von Fieber nach der zweiten Impfdosis, höchster mitgeteilter Wert war 38,2 Grad Celsius. Auffällig sei hier aber gewesen, dass Schwangere von dieser und anderen starken Impfreaktionen deutlich seltener betroffen waren. Nur zehn Prozent von ihnen erlebten Fieber nach der zweiten Impfung, auch litten sie seltener unter Kopf- und Gliederschmerzen.

Daten sollen Befürchtungen dämpfen – Erkrankung deutlich gefährlicher

"Wir hoffen, dass unsere Daten dazu beitragen, Befürchtungen von Schwangeren zu beruhigen", sagte die Professorin für Frauen- und Geburtsmedizin Linda Eckert, die die Studie beaufsichtigt hatte. "Die Impfstoffe sind nicht nur sicher, unsere Forschung zeigt auch, wie gut sie von Schwangeren vertragen werden. Im völligen Gegensatz dazu stellen wir gerade immer häufiger fest, wie gefährlich eine Covid-19 in der Schwangerschaft sein kann."

2 Kommentare

Apo-Joerg vor 9 Wochen

Schon wieder die Lüge von den Notfallzulassungen.
Alle in Deutschland verwendeten Coronaimpfstoffe sind mit voller Haftung zugelassen, lediglich unterliegen sie einer verstärkten Überwachung und die Zulassung wird bei neuen Daten angepasst, eingeschränkt oder widerrufen.

Auf was für „Langzeitfolgen“ wollen wir denn warten? Und wie lange?
Ist es nicht einleuchtend, dass die möglichen Langzeitfolgen von COVID-19 viel gravierender sind als die möglichen, aber nach aller Erfahrung mit Impfstoffen sehr unwahrscheinlichen, Langzeitfolgen des Impfstoffs gegen COVID-19?

Impfkritiker tun immer so, als wenn die Impfung keinen Sinn hätte, während sich die Delta-Mutation ungebremst durch die ungeimpfte Bevölkerung frisst (siehe USA), während sie die Geimpften zwar nicht gänzlich in Ruhe lässt, aber immerhin körperlich weitgehend verschont.

ralf meier vor 10 Wochen

Da lese ich: die Daten schließen eine Lücke bei der Beobachtung von Impfreaktionen, da Schwangere in den klinischen Zulassungsstudien nicht untersucht worden waren.'

und trotzdem hat man zigtausende geimpft ? no comment !

Nun freut man sich, das die negativen Nebenwirkungen bei schwangeren Frauen geringer sind.

Man kann nur hoffen, das das auch für die negativen Langzeitfolgen gibt. Letzteres gilt übrigens für alle Geimpften. Zu keinem einzigen Impfstoff gibt es die sonst üblichen Langzeittests. Konnte es auch gar nicht geben. Deshalb haben bis jetzt alle Impfstoffe nur eine Notzulassung.

PS auch bei den Impfungen mit zwei verschiedenen Impfstoffen gab es vorab keine Untersuchungen.

Also ich finde das Alles alles andere als beruhigend !