Covid-19 Konzert in Hannover: Erster Einsatz von Coronaspürhunden

Können Spürhunde eingesetzt werden, um ansteckende Covid-19 Erkrankte zu finden? Nachdem Experimente der Bundeswehr Erfolg hatten, folgt bei einem Konzert in Hannover am Sonntag (19.09.) nun der Test in der Praxis.

Nase eines Polizeihundes (Schäferhund)
Ein Polizeispürhund (Archivbild) Bildrechte: IMAGO / Steffen Schellhorn

In Hannover kommen an diesem Sonntag zum ersten Mal Corona-Spürhunde zum Einsatz. Fünf Tiere sollen Geruchsproben von rund 500 Besuchern eines Konzerts der Band "Fury in the Slaughterhouse" abschnüffeln und dabei möglicherweise mit Covid-19 infizierte Personen identifizieren. Die Besucher müssen dazu beim Einlass mit Wattepads in der Armbeuge abgestrichen werden. Die Hunde sollen die Proben dann am Rand der Veranstaltung untersuchen, damit verhindert wird, dass Besucher anfangen, die Tiere zu streicheln.

Vergleich: Hundenasen vs. PCR-Test

Der Einsatz ist Teil eines Experiments der Tierärztlichen Hochschule Hannover, Hannover Concerts und ProEvent Hannover und wird von der niedersächsischen Landesregierung mit 1,3 Millionen Euro gefördert. Erprobt werden soll, ob es den Hunden auch beim Einsatz in der Praxis gelingt, zuverlässig Infizierte aufzuspüren. Vorangegangene Experimente mit Spürhunden der Bundeswehr hatten gezeigt, dass die Tiere nach einigem Training etwa 94 Prozent von über 1.000 Proben korrekt zuordnen konnten.

Die 500 Besucher des Konzerts am Sonntag müssen zudem vor der Veranstaltungen Abstriche für einen Antigenschnelltest und einen PCR-Test machen, sowie eine weitere Geruchsprobe für die Hunde abgeben. Hinterher sollen die Ergebnisse miteinander verglichen werden, um zu prüfen, wie zuverlässig die Hunde beim Erkennen Infizierter waren.

Schrittweise Lockerung der Coronaregeln

Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe, bei der unter kontrollierten Bedingungen schrittweise die Besucherzahl auf 15.000 angehoben und immer mehr Hygieneregeln aufgehoben werden. Beim letzten Konzert am 9. Oktober müssen dann auch keine Masken mehr getragen werden.

(ens/dpa)

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