Covid-19 Johnson & Johnson: Vierter Corona-Impfstoff zugelassen - nur eine Impfung nötig

Die EU-Kommission hat den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson zugelassen. Er benötigt nur eine Impfdosis, kann von Hausärzten gespritzt werden und wurde bereits an Mutationen getestet.

Symbolbild Coronaserum-Impfstoffdose mit Spritze
Bildrechte: IMAGO / Martin Wagner

In Europa kann der vierte Corona-Impfstoff eingesetzt werden. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hatte heute empfohlen, das Vakzin von Johnson & Johnson zuzulassen. Die EU-Kommission hat die Empfehlung am Nachmittag angenommen. In den USA wird er bereits seit Ende Februar eingesetzt.

Bei dem Impfstoff (offizieller Name "Janssen Ad26.COV2.S", Janssen ist der pharmazeutische Bereich von Johnson & Johnson) handelt es sich wie bei dem von Astrazeneca und dem russischen Sputnik V um einen sogenannten Vektorimpfstoff. Dabei werden Erkältungsviren gentechnisch so verändert, dass sie sich selbst nicht mehr vermehren können im Körper. Stattdessen bereiten sie das Immunsystem auf das Corona-Spikeprotein vor, in dem sie die Bildung von Antikörpern dagegen auslösen. Dieses Spikeprotein ist der Schlüssel, mit dem Coronaviren an menschliche Zellen andocken und in sie eindringen. Hat ein Mensch bereits Antikörper dagegen, kann er eine Infektion verhindern.

Das besondere am Impfstoff von Johnson & Johnson: Er benötigt nur eine Impfdosis. Bei den klinischen Tests in den USA, Brasilien und Südafrika hat er dennoch eine sehr gute Wirkung gezeigt. Er schützte zu insgesamt 66 Prozent vor milden, symptomatischen Corona-Infektionen und zu 85,9 Prozent vor schweren Covid-19-Verläufen. Dabei wird der Impfschutz offenbar besser, je länger die Impfung zurückliegt. Der erste Schutz stellt sich demnach etwa 14 Tage nach der Impfung ein. Bei denjenigen Teilnehmern, bei denen die Impfung länger als 49 Tage zurück lag, gab es gar keine schweren Verläufe mehr.

Allerdings schränken die neuen Virusvarianten den Schutz vor moderaten Infektionen wohl etwas ein. In der Südafrika Testgruppe habe sich ein nur 57 prozentiger Schutz gegen eine symptomatische Covid-19-Erkrankung gezeigt, alle trotz Impfung infizierten waren dort an der B.1.351 Variante erkrankt, die der menschlichen Immunantwort teilweise ausweichen kann.

Ähnlich wie bei Astrazeneca und Sputnik V kann auch Johnson & Johnson bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden. Er eignet sich damit auch für die Auslieferung an Hausarztpraxen. Die europäische Kommission hat 200 Millionen Impfdosen bestellt, davon soll Deutschland 36,7 Millionen erhalten. Das Unternehmen hat angekündigt, ab April zu liefern.

(ens/dpa)

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