CureVac Zulassung für zweite Corona-Impfstoffstudie in Deutschland

Das Pharmaunternehmen CureVac (Tübingen) darf mit der klinischen Prüfung seines Impfstoffkandidaten gegen Corona beginnen. Das gab das für die Zulassung zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, bekannt.

Mitarbeiter des Biotechnologie-Unternehmens CureVac arbeiten in einem Labor.
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"Die Genehmigung ist das Ergebnis einer sorgfältigen Bewertung des potenziellen Nutzen-Risiko-Profils des Impfstoffkandidaten", schreibt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in seiner Mitteilung.

Bei dem Impfstoffkandidaten des Tübinger Biotechnologieunternehmens CureVac handelt es sich um einen RNA-Impfstoff, der die genetische Information für den Bau des sogenannten Spikeproteins des SARS-CoV-2-Erregers in Form der Ribonukleinsäure (RNA) enthält. Die menschlichen Zellen bilden nach der Impfung dieses Protein, was der Körper als fremd erkennt. Er bildet Antikörper und andere Abwehrzellen dagegen. "Die Immunantwort, die wir auslösen wollen, ist sehr ähnlich der natürlichen Immunantwort", erläuterte Mariola Fotin-Mleczek, für Technologie zuständiges Vorstandsmitglied des Unternehmens gegenüber dpa.

Phase-1-Prüfung mit 168 Probanden

An der sogenannten Phase-1-Prüfung werden 168 Probanden teilnehmen, von denen 144 geimpft werden. Phase-1 bedeutet, dass der Impfstoff auf Sicherheit und Verträglichkeit getestet wird und auf die Höhe der Dosierung. Laut PEI ist es die 11. weltweit genehmigte klinische Prüfung (Stand 09.06.2020) eines präventiven, spezifischen COVID-19-Impfstoffkandidaten am Menschen und die zweite genehmigte klinische Prüfung eines solchen Impfstoffkandidaten in Deutschland. 

Impfstoffentwicklung
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Seit dieser Woche ist der Bund Miteigentümer des Pharmaunternehmens CureVac. Dafür investierte das Bundeswirtschaftsministerium 300 Millionen Euro und übernahm rund 23 Prozent der Anteile. Man wolle es damit auch gegen eine mögliche Übernahme aus dem Ausland absichern, so die Begründung. Auf Geschäftsentscheidungen wolle der Staat keinen Einfluss nehmen.

gp

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