Folgen der Infektion Erblindet nach Corona? Augenschäden durch Covid

Französische Mediziner finden mit Hilfe von MRT bei einigen Patienten Schäden an Augen und Netzhäuten nach dem Abklingen einer schweren Covid-19-Infektion. Diese Folge könne leicht übersehen werden, warnen sie.

Nahaufnahme eines menschlichen Auges mit Bindehautentzündung.
Corona kann auch Auslöser einer Bindehautentzündung sein. Bildrechte: imago/CHROMORANGE

Schon länger ist klar, dass das neue Coronavirus nicht nur die Atemwege angreift, sondern alle Organe in Mitleidenschaft ziehen kann. Französische Mediziner berichten jetzt im Fachblatt „Radiology“ von Schäden an Augen und Netzhäuten nach einem schweren Covid-Verlauf. Entdeckt hatten sie diese Folge mit Magnetresonanztomografie (MRT).

Für ihre Studie werteten die Forscher die MRT-Daten von insgesamt 129 Patienten aus, die eine schwere Covid-19-Erkrankung mit Aufenthalt auf der Intensivstation durchgemacht hatten. Neun dieser Patienten zeigten kleine Knötchen im hinteren Teil ihrer Augen, in der Makula-Region. Bei acht davon waren beide Augen betroffen.

Die Mediziner vermuten, dass die Knotenbildung eine Folge der Lagerung auf dem Bauch für die Beatmung ist. Dabei können die Augenvenen schlecht entlastet worden sein. Sie empfehlen, dass Patienten eine Behandlung zum Schutz ihrer Augen bekommen sollten und warnen, dass diese Schäden auf der Intensivstation schnell übersehen werden könnten. Sie empfehlen daher, alle Patienten mit MRT genau zu untersuchen.

Eine Folgestudie soll nun klären, ob die Knotenbildung zu langfristig irreparablen Schäden führt, also ob Patienten möglicherweise einen Großteil ihrer Sehrkraft verlieren oder sogar erblinden.

(ens)

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