Coronavirus - neue Studien Covid-19-Langzeitfolgen: Von Atemnot bis zu Schäden im Gehirn

Langfristige Schäden nach einer Covid-19-Erkrankung werden nicht ausgeschlossen – im Gegenteil: Studien zeigen, dass Patientinnen und Patienten auch nach einer Erholung Symptome zeigen, sowohl körperlich als auch nervlich.

Blick über die Schulter von hinten: bei einer Person wird im Ohr fieber gemessen, das Display des Thermometers zeigt die Normalkörpertemperatur 36,7 Grad. Hintergrund unscharf, im Vordergrund nur Hand, Thermometer Ohr und ein Teil des Kopfes zu sehen.
Covid-19-Patienten haben nach einer Genesung keine akuten Symptome wie Fieber. Allerdings können vorerst oder gar dauerhaft bleibende Symptome auch nach der Erkrankung vorkommen. Bildrechte: imago images/photothek

Dass mit einer Covid-19-Erkrankung bitte nicht zu spaßen ist, predigen Medizinerinnen und Mediziner bereits seit dem Frühjahr, wenige Wochen nach Ausbruch der Pandemie. Der notwendige erhobene Zeigefinger zielt dabei nicht nur auf die Gefahren einer akuten Erkrankung ab – insbesondere für ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen –, sondern auch auf mögliche Folgeschäden. Da Covid-19 eine neue Krankheit ist, ist ihr Ausmaß immer noch nicht absehbar.

Neue Erkenntnisse zu Folgeerscheinungen liefert jetzt eine aktuelle Studie aus Italien. Italien zählt zu den am schwersten von der Pandemie betroffenen Ländern, insbesondere in Europa. Die Medizinerinnen und Mediziner haben 143 Patientinnen und Patienten mit einem mittleren Alter von Mitte 50 untersucht. Sie waren im Schnitt dreizehneinhalb Tage im Krankenhaus, viele von ihnen hatten während der Erkrankung eine Lungenentzündung.

Atemnot und Müdigkeit auch nach Genesung

Durchschnittlich sechzig Tage nach der Entlassung aus dem Krankenhaus waren zwar alle der untersuchten Patientinnen und Patienten frei von Symptomen einer akuten Erkrankung wie z.B. Fieber, aber nur 18 zeigten gar keine Symptome. Mehr als die Hälfte berichtete von Müdigkeit, über vierzig Prozent von Atemnot. Auch von Gelenk- und Brustschmerzen wurde vermehrt berichtet. Folgestudien könnten zeigen, wie sich diese Symptome in ihrer Schwere unterscheiden und wie verlässlich sie auftreten.

Schon relativ früh wurde berichtet, dass eine Covid-19-Erkrankung auch zu neurologischen Komplikationen kommen kann, wie einer Entzündung des Nervensystems. Neurologische oder neuropsychatrische Komplikationen können nach Virusinfektionen auftreten, so war es auch bei Sars 2002/2003 und bei Mers gut zehn Jahre später. Britische Forscher liefern jetzt aktuelle Erkenntnisse, die sie im Fachmagazin Brain vorstellen.

Nervenentzündung und Halluzinationen möglich

Die Beobachtungen bestätigen z.B. die in früheren Studien bereits genannten Verwirrtheitszuständen und Desorientierung, die bei zehn von 43 untersuchten Patienten auftraten. Bei zwölf wurde eine Nervenentzündung festgestellt, acht erkrankten am Guillain-Barré-Syndrom, das im Zusammenhang mit Covid-19 bereits aus Italien berichtet wurde und zu Herzrhythmusstörungen sowie – unter Umständen bleibender – Lähmungen führen kann. Acht Menschen erlitten einen Schlaganfall. Bei einer Frau zeigte sich die Verwirrtheit in Halluzinationen – sie berichtete davon, Löwen und Affen in ihrem Haus gesehen zu haben.

Die Forschenden gehen allerdings davon aus, dass das Virus nicht direkt das Gehirn angreift, sondern sich vielmehr eine überhöhte Immunreaktion auf das Gehirn auswirkt. Gerade das Zytokinsturm genannte Syndrom sei im Zusammenhang mit Covid-19 beobachtet worden.

flo

Link zu den Studien

Die Studie Persistent Symptoms in Patients After Acute COVID-19 erschien am 9. Juli im Jama Network. DOI: 10.1001/jama.2020.12603

Die Studie The emerging spectrum of COVID-19 neurology: clinical, radiological and laboratory findings erschien am 8. Juli im Fachjournal Brain. DOI: 10.1093/brain/awaa240

4 Kommentare

MDR-Team vor 3 Wochen

Hallo Strafrechts-Profit-eur,
bei mehreren am Corona-Virus erkrankten Menschen wurden nach dem Tod Obduktionen durchgeführt, wie dies etwa in Hamburg häufig geschah. Ansonsten wurde auch extra von "im Zusammenhang mit Corona Gestorbenen" gesprochen, wenn die Todesursache nicht klar auf das Sars-CoV-2 zurückzuführen war.
LG, das MDR-Wissen-Team

MDR-Team vor 3 Wochen

Hallo Critica,
inwiefern werden denn "die Menschen klein gemacht und § 1 GG mit Füßen getreten"? Tatsächlich waren die einschränkenden Maßnahmen infolge der Corona-Pandemie in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen europäischen Ländern eher gering und auch erfolgreich. Zudem wurden sie gerade getroffen, um die Würde der Menschen weiter zu gewährleisten, wie es im 1. Artikel des Grundgesetzes verankert ist.
LG, das MDR-Wissen-Team

Strafrechts-Profit-eur vor 3 Wochen

Wenn Menschen sich im krankenhaus aufgehalten und oder ärztlich behandelt wurden, dann können die Gesundheitsschäden auch auf Krankenhauskeime und/oder auf ärztliche Behandlungen zurückzuführen sein.
Solange diese Dinge nicht sauber dokumentiert ist, ist es unzulässig, das auf ein Corona-Virus zu schieben.

Gleiches gilt für Todesfälle. Solange nicht durch Obduktion abgeklärt ist, woran die Leute wirklich gestorben sind, was die eigentliche Todesursache ist, solange ist es auch unzulässig, zu behaupten, dass die Menschen am Corona-Virus gestorben seien.