Covid-19 Astrazeneca-Impfstoff als Nasenspray besteht Tierversuche

Hamster und Makaken, die den Uni Oxford/Astrazeneca Impfstoff als Nasenspray bekamen, wurden immun gegen Covid-19 – und hatten auch bei absichtlicher Neuinfektion mit Sars-CoV-2 kein oder nur wenig Virus in den Atemwegen.

Eine Hand betätigt ein Nasenspray. Vor einem dunklen Hintergrund ist ein Sprühnebel zu sehen.
Nasenspray (Symbolfoto). Bildrechte: IMAGO / photothek

Die aktuell verfügbaren, als Spritze in den Muskel verabreichten Impfstoffe gegen Sars-CoV-2 liefern einen hohen Schutz vor einer Ansteckung mit Corona. Allerding schützen sie vor allem die Zellen in Organen wie der Lunge. In den Atemwegen können sich die Viren dagegen in seltenen Fällen für kurze Zeit einnisten. Dann können Geimpfte das Virus vermehren und weitergeben. Mehrere Forscherteams arbeiten daher an Impfungen, die als Nasenspray verabreicht werden. Das Team der Uni Oxford hat dieses Prinzip nun erfolgreich an Tiermodellen demonstriert.

Mit Nasenspray geimpfte Tiere: Signifikant weniger Virus

Die Forscher haben ihren Vektor-Impfstoff ChAdOx1, der aktuell von Astrazeneca produziert und vertrieben wird, in ein Nasenspray umgewandelt. Dann testeten sie den Impfstoff an syrischen Hamstern und Makaken und verglichen die Ergebnisse mit denen klassisch intramuskulär Geimpfter Tiere und einer Placebokontrollgruppe. Die Forscher infizierten jeweils drei Gruppen von Tieren, also mit Nasenspray oder Spritze geimpfte und ungeimpfte Versuchstiere. Dabei wurden Viren verwendet, die die D614G Mutation enthielten. Das ist die erste starke Veränderung des Spikeproteins, die Corona in Europa im Sommer 2020 viel ansteckender gemacht hatte, als das Ursprungsvirus in China.

Mit dem Nasenspray geimpfte Tiere hatten zwar noch geringe Viruslasten in den Atemwegen. Diese waren allerdings deutlich niedriger, als bei den klassisch intramuskulär geimpften Vergleichstieren oder bei der Placebogruppe. Zugleich hätten die mit dem Nasenspray geimpften Tiere auch in den Serumproben höhere Niveaus von neutralisierenden Antikörpern gezeigt. Wurden die mit Nasenspray geimpften Tiere in einen Käfig mit infizierten Tieren gesteckt, waren sie zu 100 Prozent vor einer Ansteckung geschützt.

Klinische Versuche an Menschen bereits gestartet

Ihre Ergebnisse seien ermutigend, schreiben die Forscher um Neeltje van Doremalen im Fachblatt Science Translational Medicine, auch wenn die Zahl der Tiere begrenzt war und nicht alle denkbaren Impfregime miteinander verglichen wurden. Eine klinische Phase-1 Studie mit 54 gesunden erwachsenen Versuchsteilnehmern soll jetzt Hinweise auf die Verträglichkeit und Effektivität der Nasenspray-Impfung bei Menschen liefern.

(ens)

Quelle

3 Kommentare

part vor 8 Wochen

Gegen jedes Zipperlein oder jede Erkrankung ist ein Kraut gewachsen, mit der Christianisierung des Abendlandes ging dieses Wissen verloren auf dem Scheiterhaufen oder der Tonne im Fluss. Heute zählt Naturmedizin nur noch in asiatischen Ländern bei einer Tradition von über 4000 Jahren, wobei die Schulmedizin auch hier immer mehr an Einfluss gewinnt. In Europa seit 1990 undenkbar, da sich auf die Natur bisher noch keine Patente anmelden lassen und mit natürlichen Mitteln keine Milliarden verdient werden können, wobei es noch an der Zulassung als Arzneimittel hapert durch die lobbyierte Legislative.

AlexLeipzig vor 8 Wochen

Ich denke, das wäre ein weiterer Durchbruch, nicht nur, was die Effektivitätssteigerung des Impfstoffs angeht, sondern vor allem auch die Akzeptanz in der Bevölkerung nochmal erhöhen könnte.

MDR-Team vor 8 Wochen

@part,
was genau kritisieren bzw. fordern Sie? Homöopathische Mittel sind nahezu überall erhältlich.