Covid-19 Corona Impfung: Wie gut schützt sie Kinder und Jugendliche vor Folgekrankheit PIMS

Kinder und Jugendliche können nach einer Corona-Infektion die schwere Entzündungskrankheit PIMS entwickeln. Daten aus Frankreich legen nahe: Die vollständige Impfung gegen Sars-CoV-2 schützt wahrscheinlich auch vor PIMS.

Impfung eines Jungen
Impfung eines Teenagers in Österreich: In Frankreich war kein einziger geimpfter Jugendlicher von der gefährlichen Covid-Folgeerkrankung PIMS betroffen. Bildrechte: imago images/Rudolf Gigler

Es ist zwar eine seltene, dafür aber sehr dramatische Folge: Etwa eines von 1.500 Kindern, das eine Covid-19 durchgemacht hat, erkrankt danach am sogenannten Pediatrischen Inflammatorischen Multisystem Syndrom (PIMS, alternativ auch Multisystem Inflammatory Syndrome in Children, MIS-C). Bei dieser Krankheit entwickelt das Immunsystem eine Überreaktion. Es kommt zu zahlreichen, mitunter lebensbedrohlichen Entzündungen im Körper. In Frankreich haben Forscher nun erste Hinweise darauf gefunden, dass die Covid-19-Impfung möglicherweise vor dieser schweren Folge schützt.

Kein PIMS-Fall bei vollständig geimpften Jugendlichen

Am 15. Juni begann dort die Impfkampagne für alle Jugendlichen ab 12 Jahren. Rund viereinhalb Monate später, am 31. Oktober, waren bereits 72,5 Prozent aller französischen Teenager vollständig geimpft, über 95 Prozent davon mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer. Kein einziger davon erkrankte im September oder Oktober an PIMS, so die in JAMA erschienene Studie eines französischen Forscherteams.

Die Wissenschaftler analysierten dazu die Daten aller 107 erfassten Kinder und Jugendlichen, die im September und Oktober mit PIMS in französischen Kliniken behandelt wurden oder bei denen die behandelnden Ärzte die Diagnose gemeldet hatten. 33 betroffene Jugendliche waren bereits über 12 Jahre alt und hätten geimpft sein können. Allerdings hatten lediglich sieben davon höchstens eine Impfdosis erhalten und diese war im Schnitt erst 25 Tage vor der PIMS Diagnose verabreicht worden, also zu spät, um noch wirklich wirksam zu sein gegen die Infektion mit Sars-CoV-2.

Kommende Monate zeigen ob Impfung auch junge Kinder schützt

Zwar sei die Zahl von 107 Patienten noch sehr gering, aber die vollständige Abwesenheit von vollständig geimpften in der Gruppe der Betroffenen lege laut den Autoren nahe, dass eine Covid-Impfung Jugendliche vor PIMS schützt. Mit der Zulassung des Impfstoffs für die Fünf- bis Elfjährigen könne nun in den kommenden Monaten beobachtet werden, ob der Effekt auch bei den jüngeren Kindern eintritt.

(ens)

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