Covid-19 Fluxovamin verringert Klinik-Risiko von Corona-Patienten

Covid-19-Patienten, die in einer klinischen Studie das Psychopharmakum Fluxovamin bekommen haben, mussten etwas seltener im Krankenhaus behandelt werden. Das Medikament könnte schwere Covid-Verläufe etwas abmildern.

Tabletten
Überall auf der Welt laufen zahlreiche Studien zum Einsatz bereits zugelassener Medikamente zur Therapie von Covid-19 (Symbolfoto). Bildrechte: imago images/YAY Images

Es ist eine weitere gute Nachricht für die Behandlung von Covid-19-Patienten: Bei einer klinischen Studie in Brasilien hat das Psychopharmakum Fluxovamin die Zahl von Krankenhauseinweisungen und längeren Behandlungen in Noteinrichtungen wegen einer Sars-CoV-2 Infektion etwas reduziert. Fluxovamin – ein sogenannter selektiver Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer – konnte offenbar die vom Virus ausgelösten Entzündungen etwas reduzieren und so Komplikationen während der Infektion verringern, berichtet ein Team um Gilmar Reis im Fachmagazin "The Lancet Global Health".

Krankenhausaufenthalte um 5 Prozent gesunken

Die Studie war Teil der großen Versuchsreihe "Together". Dabei werden verschiedene Wirkstoffe, die schon für andere Therapien zugelassen sind, auf ihre Wirksamkeit gegen Covid-19 getestet. Die Fluxovamin-Studiengruppe bestand aus insgesamt 1.497 erwachsenen Teilnehmern aus Brasilien, die zuvor positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden waren, Symptome und mindestens einen Risikofaktor für einen schweren Verlauf hatten. 741 Teilnehmer bekamen zweimal täglich 100mg Wirkstoff über eine Dauer von insgesamt zehn Tagen, 756 Teilnehmer ein Placebo. Beide Untergruppen wurden anschließend über vier Wochen (28 Tage) beobachtet.

In der Kontrollgruppe betrugt der Anteil derjenigen, die länger als sechs Stunden in einer Notaufnahme behandelt, beziehungsweise in ein Krankenhaus aufgenommen werden mussten, 15,7 Prozent (119 von 756). Bei der Versuchsgruppe waren es nur 10,6 Prozent (79 von 741). Das entspricht einer Verringerung des Risikos längerer Klinikaufenthalte um 32 Prozent.

Kombination mit anderen Medikamenten muss noch geprüft werden

In einem weiteren Schritt soll nun getestet werden, ob auch der eng verwandte Wirkstoff Fluoxetin verwendet werden kann, der von der WHO auf der Liste der essenziellen Medikamente geführt wird. Zudem fordern nicht an der Studie beteiligte Forscher noch bestehende offene Fragen hinsichtlich der Sicherheit und Verträglichkeit zu klären, etwa bezüglich Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten wie monoklonalen Antikörpern oder Dexamethason, das bereits zum Abmildern der Entzündungsreaktionen verwendet wird.

(ens)

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