Raumsonde Lucy startet zu Jupiter-Trojanern

Auf zu den Jupiter-Trojanern. Die Raumsonde Lucy der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA soll am 16. Oktober zu den Asteroiden in der Jupiter-Region aufbrechen und insgesamt acht von ihnen untersuchen.

 Eine künstlerische Darstellung der Raumsonde Lucy in der Nähe eines Asteroiden
Eine künstlerische Darstellung der Raumsonde Lucy in der Nähe eines Asteroiden Bildrechte: NASA, Southwest Research Institute

Am 16. Oktober soll die nächste Raumfahrtmission zu einem Asteroiden aufbrechen. Mit der Lucy-Mission der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA sollen acht Asteroiden angesteuert werden. Bis auf einen handelt es sich um Jupiter-Trojaner, das sind Asteroiden, die auf der Umlaufbahn des Jupiters vor ihm oder dem Planeten hinterherwandern.  

Bei Lucy handelt es sich um eine Raumsonde, deren Missionsdauer auf mindestens zwölf Jahre angelegt ist. Dabei soll sie sechs Vorbeiflüge erledigen, bevor sie zwischen ihren letzten Zielobjekten, einem von zwei Asteroiden-Paaren hin und her fliegen wird. 

Die Asteroiden, die Lucy anfliegt

Als Erstes soll die Raumsonde den Asteroiden Donaldjohanson am 20. April 2025 anfliegen und sich diesem auf 922 Kilometer annähern. Dieser gehört noch nicht zu den Jupiter-Trojanern, da er sich zwischen ungefähr 290 und 423 Millionen Kilometer um die Sonne bewegt. Jupiters durchschnittlicher Abstand zur Sonne beträgt dagegen 779 Millionen Kilometer. 

Eine Infografik der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA zu den Jupiter-Trojanern. Das sind Asteroiden auf der Jupiter-Umlaufbahn. Die Raumsonde Lucy soll mehrere dieser Trojaner anfliegen.
Eine Infografik der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA zu den Jupiter-Trojanern. Das sind Asteroiden auf der Jupiter-Umlaufbahn. Die Raumsonde Lucy soll mehrere dieser Trojaner anfliegen. Bildrechte: NASA, JPL-Caltech

Am 12. August 2027 soll Lucy den ersten Jupiter-Trojaner erreichen, den circa 64 Kilometer großen Asteroiden Eurybates und dessen rund einen Kilometer großen Mond Queta. Diesem wird sich die Sonde ungefähr auf 1.000 Kilometer annähern. Näher wird sie dem 21 Kilometer großen Asteroiden Polymelie kommen. Ihm soll die Sonde einen Monat später auf 415 Kilometer nahekommen. Mit erneuten 1.000 Kilometern Abstand wird Lucy den im Durchmesser 34 Kilometer großen Asteroiden Leucus am 18. April 2028 ansteuern. Opus mit seinen 51 Kilometern Durchmesser soll die Raumsonde ungefähr ein halbes Jahr später erreichen. 

Den Doppelasteroiden Patroclus soll sie im März 2033 erreichen. Patroclus soll einen Durchmesser von 113 Kilometern haben und sein Begleiter Menoetius soll 104 Kilometer groß sein. Beide liegen circa 680 Kilometer voneinander entfernt und nach Lucys Vorbeiflug soll die Sonde rund sechs Jahre lang zwischen beiden Asteroiden hin und her pendeln. 

Warum heißt die Raumsonde Lucy?

Normalerweise stehen viele Namen von Raumsonden für Abkürzungen. Anders bei Lucy. Sie hat ihren Namen einem der ältesten Knochenfunde unserer Vorfahren zu verdanken, dem Hominiden Australopithecus afarensis. 1974 hatte man bei Ausgrabungen ein Teilskelett gefunden, das bis dato als ältestes menschliches Fossil galt. Das Fossil war ungefähr 3,2 Millionen Jahre alt und wurde nach dem Beatles-Song "Lucy in the Sky with Diamonds" benannt, denn dieses Lied lief im Radio, als die Forschenden den Fund feuchtfröhlich feierten. 

Warum aber nun Lucy? Laut der NASA sei nicht nur das Skelett von Lucy ein Fossil, sondern auch die Trojaner des Jupiters können als solche angesehen werden. Diese seien nämlich höchst wahrscheinlich ein Überrest aus der Frühgeschichte unseres Sonnensystems. Womit sie mehr als vier Milliarden Jahre alt sein sollen. Die Erde ist beispielsweise 4,5 Milliarden Jahre alt.

Die Mission soll am 16. Oktober um 11.34 Uhr (MESZ) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral, an der Küste Floridas aus starten. Der Launch wird live auf dem YouTube-Kanal der NASA übertragen.