Start im zweiten Anlauf SpaceX Starship SN10 – erst gelandet, dann explodiert

Es war ein heißer Ritt für Starship SN10, den mittlerweile zehnten Test von Elon Musks Rakete für Mond und Mars. Im dritten Anlauf gelangen erst der Start, dann der Flug und die Landung. Danach allerdings explodierte auch diese Testversion.

Die Rakete Starship SN10 von SpaceX
SpaceX Starship SN10. Nach zwei Fehlversuchen hob die unbemannte Test-Rakete am 3. März ab und schaffte auch eine sichere Landung. Bildrechte: SpaceX

Seit dem 29. Januar 2021 stand Starship SN10 auf dem SpaceX-Startplatz in Boca Chica, im Süden von Texas, direkt am Golf von Mexiko. Es ist die Version mit der Seriennummer 10 (dafür steht das SN10) des Raumschiffs, das eines Tages Menschen zum Mond oder Mars fliegen soll. Der unbemannten Testrakete, 50 Meter hoch, ausgestattet mit drei Raptor-Triebwerken, sollte endlich das gelingen, was SN8 und SN9 nicht geschafft hatten. Denn beide waren bei der Landung explodiert.

Zwei Fehlversuche, dann gelang der Start

Doch erst ging das Warten weiter. Starship SN10 brauchte zwei Anläufe, bevor die Rakete abhob. Um 21:14 (MEZ) versuchten die Ingenieure das Starship in die Luft zu bekommen. Aber die drei Raptor-Triebwerke zündeten nur kurz. Die Rakete, die bis zu 1.200 Tonnen Treibstoff laden kann (CH4/LOX, flüssiges Methan und flüssiger Sauerstoff), hüllte sich in jede Menge Rauch, aber bewegte sich keinen Meter nach oben. Bereits nach einer Zehntelsekunde schalteten die Computer von Starship SN10 die Triebwerke aus. "Abort from the vehicle", so der SpaceX-Live-Kommentar. 

Nach dem Abbruch hatte SpaceX-Gründer Elon Musk getwittert, dass beim nächsten Versuch das Schub-Limit erhöht werden solle.

Die Rakete Starship SN10 von SpaceX
Sechs Minuten nach dem Start. Die drei Triebwerke zünden für die Landung. Bildrechte: SpaceX

Erst beim zweiten Versuch – nach Mitternacht unserer Zeit – hob SN10 ab. Wie bei den vorherigen Testflügen wurden nacheinander die Triebwerke ausgeschaltet, so dass die Rakete ab einer Höhe von acht Kilometern nur noch von einem Raptor angetrieben wurde. Nach vier Minuten hatte SN10 wie vorgesehen eine Höhe von zehn Kilometern erreicht und begann mit dem Rückflug. Dabei wurden die Triebwerke ausgeschaltet und die Rakete in die Horizontale gebracht, wie ein Flugzeug. Sechs Minuten nach dem Start zündete die Rakete wieder die drei Triebwerke und dreht sich in die Vertikale. Nach sechs Minuten und 20 Sekunden setzte Starship SN10 auf dem Landefeld auf. Einige Flammen züngelten unter der Rakete. Elon Musk war offenbar dennoch enorm erleichtert und twitterte nur kurz: Starship SN10 ist in einem Stück gelandet.

Freude währte nur acht Minuten

Dann beendete SpaceX seine Übertragung von der Mission. Etliche Fanstreams sendeten aber noch weiter. Und sie zeigten das spektakuläre Ende von Starship SN10. Acht Minuten nach der Landung explodierte auch diese Rakete ähnlich spektakulär wie ihre Vorgängerversionen SN8 im Dezember und SN9 vor genau einem Monat. (Im Video hier unten bei 10:39:05).

(gp)

8 Kommentare

troy vor 39 Wochen

Wenn man bei WIKI die "Liste der Falcon-9- und Falcon-Heavy-Raketenstarts" nachschlägt wird schnell klar, dass die hohe Zahl der erfolgreiche Starts und Landungen von SpaceX neben den Entwicklungshürden eines neuen Typs in solchen Artikeln genannt werden müssen, um ein reales Bild der Leistungen dieser Ingenieurteams in den Medien zu zeichnen.
Jeder Fehlversuch bringt Messdaten, welche die Kosten rechtfertigen und irgendwann fliegt das Ding.
Glückwunsch zu diesem kleine Erfolg und Daumendrücken für den nächsten!

Veau vor 39 Wochen

Es gab keinen zweiten Fehlversuch um 21:46. Da habt ihr wohl eine Wiederholung gesehen. Außerdem fehlt bei der Angabe zum Treibstoff die Einheit, es passen 1200 Tonnen Treibstoff (Flüssiges Methan und Flüssiger Sauerstoff) in ein Starship.

Der Test war trotz der Explosion ein riesiger Erfolg und ein wichtiger Schritt in der Entwicklung von Starship .

Matthi vor 39 Wochen

Rückschläge gibt es immer aber Zukunft ist niemals einfach.