Wasserstoff im Tank

Tanksäulen für Autos mit Brennstoffzellen sind noch rar

Wasserstoff als Kraftstoff punktet zwar bei Reichweite, Ladezeit und als grüner Speicher für überschüssigen Windstrom. Aber die Infrastruktur fehlt, und das ist teuer. Bisher haben nur Hyundai und Toyota Fahrzeuge mit Wasserstoff und Brennstoffzelle im Angebot. Laut Daimler-Forschungsvorstand Thomas Weber sei die Technologie kompakter und kostengünstiger geworden und biete auch für Busse im Stadtverkehr große Chancen.

(nano/3sat): Daimler, Linde und Air Liquide sowie die Ölkonzerne Shell, Total und OMV haben zusammen die Firma H2 Mobility gegründet, die jetzt Tanksäulen für Brennstoffzellen-Autos in Deutschland aufbauen und betreiben soll. Bisher gibt es erst 20. In zwei Jahren sollen es immerhin 100 sein, in den Ballungsräumen und entlang der Autobahnen. Bis 2023 soll ein Netz von 400 Wasserstoff-Tankstellen aufgebaut werden.

Nur sinnvoll mit erneuerbarer Energie

Mit einer Flotte von 50 Brennstoffzellen-Fahrzeugen will der Autovermieter "BeeZero" in München die umweltfreundliche Antriebstechnik bekannter machen. Die Hyundai-SUVs haben statt BenzinWasserstoff im Tank, der von einer Brennstoffzelle in Strom umgewandelt wird und einen Elektromotor antreibt. "Das reicht für 400 Kilometer", sagte Sprecher Thomas Schäfer. Aus dem Auspuff kommt nur Wasserdampf. Die Firma gehört dem Linde-Konzern, der auch Wasserstoff herstellt - unter anderem mit Windstrom. Und genau das ist ein entscheidender Punkt, ob sich die Entwicklung von Wasserstoff-Autos zukünftig rechnet. Der Wirkungsgrad der Wasserstoffproduktion ist nicht besonders gut. Der Einsatz dieser Technologie macht hauptsächlich dann Sinn, wenn der Strom dafür aus erneuerbaren Energien gewonnen wird.
Auch die deutsche Bundesregierung will alternative Auto-Antriebe mit Brennstoffzellen schneller voranbringen. Zur Forschungsförderung stellt das Bundesverkehrsministerium weitere 161 Millionen Euro bis 2018 bereit, so Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Brennstoffzellen mit Wasserstoff hätten einen hohen Wirkungsgrad und sollten als zweite Säule der Elektromobilität neben Batterie-Antrieben ausgebaut werden.

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2016, 11:37 Uhr